Wie schneidet man Zigarren an?

Zwei Zigarren plus Cutter - Gunnberg Photo
Zwei Zigarren plus Cutter - Gunnberg Photo
Zigarren sind ein exklusives Genussmittel, das sich bei vielen Deutschen großer Beliebtheit erfreut. Vor dem Rauchen steht aber das korrekte Anschneiden.

Zigarren kommen aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt. Besonders beliebt sind in Deutschland Zigarren aus Kuba oder der Dominikanischen Republik. Aber auch andere Anbaugebiete wie Nicaragua, Brasilien oder Mexiko haben ihren Reiz. Abgesehen von den verschiedenen Herkunftsländern, gibt es auch zahlreiche Formate bei Zigarren. Viele Zigarren kann man anbohren (obwohl davon abzuraten ist), andere wiederum müssen zwangsläufig angeschnitten werden.

Den Zigarrenkopf abschneiden

Im Großen und Ganzen beschränken sich die handwerklichen Mittel, mit denen man eine Zigarre anschneiden kann, auf drei Dinge: Schneider, Bohrer und Scheren. Selbstverständlich wäre es auch durchaus möglich, den Kopf einer Zigarre einfach abzubeißen, so wie es in diversen Hollywoodstreifen oft gemacht wird, die Zigarre mit einem Kugelschreiber anzubohren oder mit einem Messer abzuschneiden, doch vermutlich würden sie damit weder sich noch der Zigarre einen großen Gefallen tun. Auf diesen Wegen ist es nahezu sicher, dass sie einen zerfransten Rand hinterlassen und damit die Zigarre ruinieren. Daher ist es ratsam, auf die professionellen Mittel zurückzugreifen, die im Übrigen gar nicht teuer sein müssen.

Auf Bohrer und Bullaugen verzichten

Sieht man von Schneidern und Scheren ab, sind Bohrer sehr beliebt. Diese kommen in aller Regel in zwei Varianten daher: als Durchstecher oder Bullauge. Bei Ersteren handelt es sich um – wie der Name schon sagt – einen bohrerartigen Schneidkopf, der in den Kopf der Zigarre hineingedreht oder –gedrückt wird. Bei dem Bullauge handelt es sich um einen Bohrer mit einem größeren Durchmesser, wobei das Innere hohl ist. Auf beide Varianten sollte man beim Anschneiden verzichten, da sich in der Öffnung Säuren und Tabaksäfte sammeln und den Genuss der Zigarre beeinträchtigen.

Wie und wo wird angeschnitten?

Beschränkt man sich nun auf Schneider oder Scheren als Mittel der Wahl, ist die Frage, wie genau das Anschneiden vollzogen wird. Die geschlossene Seite der Zigarre, um deren letztes Viertel auch die Bauchbinde angebracht ist, bezeichnet mal als Kopf. Sollten sie eine Zigarre vor sich haben, die bereits angeschnitten ist, so handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um eine Billig-Variante. Lassen sie die Finger davon, diese Zigarren sind trocken und geschmacklos.

Die Klinge der Schere oder des Schneiders wird im Optimalfall etwa 1,5 bis 3 Millimeter über der Spitze des Zigarrenkopfes angesetzt. Sehr wichtig ist, dass die Klingen scharf sind. Sollten sie stumpf sein – etwas, das sie an zusätzlichem Kraftaufwand merken – kann der Schnittrand ausfransen und es werden Tabakteile des Deck- und Umblatts in das Innenteil gedrückt. Dies führt zur Geschmacksbeeinträchtigung. Ebenfalls sollten sie darauf achten, einen geraden Schnitt durchzuführen. Ist der Schnitt schief, kann dies zu einem ungleichmäßigen Zug kommen, was sich nicht nur im Genuss niederschlägt, sondern auch in einem ungleichmäßigem Abbrand.

Quellen:

  • Julian Holland: „Zigarren – Exclusivität und Genuss“
Andreas Schnell, Andreas Schnell

Andreas Schnell - Andreas Schnell ist freier Autor / Journalist und lebt gemeinsam mit seiner Frau und zwei Töchtern in Frankfurt/Main. Redaktionell ...

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