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Wie sicher ist eigentlich Facebook?

Gravierende Lücken lassen an Datenschutz und Sicherheit zweifeln

Facebook - Fragwürdiger Datenschutz - http://www.everystockphoto.com/photo.php?imageId=3
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Facebook ist das größte digitale soziale Netzwerk der Welt und vernetzt Millionen von Menschen miteinander. Dennoch treten immer wieder eklatante Sicherheitslücken auf.

Freunde finden auf der Ganzen Welt. Miteinander vernetzt sein. Distanzen brechen. Facebook ist mit über 200 Millionen Usern weltweit das größte und beliebteste Social Network. Facebook verlinkt Menschen auf der ganzen Welt miteinander. Doch das Bild des amerikanischen Providers wird immer wieder durch eklatante Sicherheitslücken beschädigt. Experten zweifeln an der Sicherheit von Facebook.

Sicherheitslücke bei Facebook über Smartphones

Erst kürzlich machte in den USA ein neuer Sicherheitsskandal in den Medien die Runde. Facebook-User loggten sich über Smartphones, wie etwa Apples iphone, ein und gelangten unfreiwillig in die Accounts völlig Fremder. Dort hatten sie Zugang zu sämtlichen geschützten Daten der jeweiligen Nutzer. Dabei handelte es sich nicht um einen von Datenschutzexperten geplanten Hacker-Angriff, sondern ein Routing-Problem des amerikanischen Mobilfunkanbieters AT&T. Ein Sprecher von AT&T gab inzwischen an, dass sämtliche Probleme behoben seien und sich es bei den Fehlern lediglich um isolierte Einzelfälle handele. Sicherheitsexperten befürchten allerdings nachhaltige Probleme bei der Datensicherung, da Facebook die IP-Adressen der User nicht mehr auseinander halten konnte und somit die Ausmaße ungeklärt sind.

Verbreitung von Trojanern beim beliebtesten Social Network

Bereits im Herbst 2009 stellten angeheuerte Hacker der Security Firma "Grey Hat" grobe Lücken im Virenschutz bei Facebook fest. Nach den Ergebnissen der Hacker handelte es sich damals um Cross-Site-Scripting-Unsicherheiten, die Hackern Möglichkeiten zur Verbreitung von Trojanern über Facebook-Anwendungen, sogenannte Apps, gewährten. Insgesamt fand die rumänsiche Hackerlegende "Unu", fünf Apps, die allerdings lediglich als Spitze des Eisberges gesehen werden.

Datenspionage bei Facebook

Experten warnen ebenfalls vor kriminellen Banden und Organisationen, die über vermeintliche Facebook-Profile versuchen, Datenspionage zu betreiben. Die Masche läuft wie folgt ab: Als Unbekannter treten die Organisationen an völlig Fremde mit einer Freundschaftsanfrage heran. Da Social Networks ja zum Knüpfen neuer Kontakte da ist, bestätigt laut stern.de oftmals jeder Fünfte die Freundschaftsanfragen Wildfremder. Die Datenspione haben somit Zugang zu Kontaktdaten und Informationen, etwa über Interessen, Wohnort oder Berufsausbildung der Opfer. Diese Daten werden zur Weitergabe an Dritte ausgenutzt. Aber auch durch die Übertragung von Trojanern durch Links mit Namen wie "Schau dir das mal an", gefährden "Phischer" die unwissenden Nutzer.

Facebooks Zynga-Spiele entpuppen sich als Datenrisiko

Datenschutzbeauftragte beklagen besonders auch die Vorgehensweise von Facebook-Anwendungen wie "Farmville", "Mafia Wars" und anderen. Denn um die Spiele des amerikanischen Softwareproviders Zynga ausführen zu können, müssen Facebook-User zunächst dem Zugriff der Anwendungen auf sämtliche perönliche Zugangsdaten bestätigen. Was mit diesem gigantischen Datensammelsurium passiert, bleibt unklar und ruft besonders Verbraucherschützer auf den Plan.

Fest steht, dass allein etwa 75 Millionen Facebook-User weltweit als Farmer bei Farmville ihre Zeit auf digitalen Feldern vertreiben. Begehrte Objekte bei Farmville kann man zudem über reale Investitionen per Kreditkarte oder dem Internet-Bezahlservice Paypal kaufen. Jüngstes Beispiel des Datenmissbrauchs ist Anna Tschochner. Über das Paypal-Konto der Farmville-Nutzerin hob Zynga unbestätigt drei Beträge ab. Tschochner hat das Geld zwar wieder, ein übler Beigeschmack des Datenverlustes über Facebook bleibt allerdings bestehen.

Das sieht auch Henry Krasemann vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig- Holstein so. Da die Datenschutzbestimmungen extrem vage sind, zweifelte Krasemann gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) an der Zulässigkeit von Zyngas Vogehensweise in Hinblick auf das deutsche Datenschutzrecht - besonders, da unklar bleibt, wie lange die Daten bei Zynga gespeichert werden. Was bleibt ist ein mulmiges Gefühl, wenn man bei Facebook seine digitalen Fußstapfen und Daten hinterlässt.