
- Der Twitter-Vogel, immer geschäftig - bigjobblog.com
Für viele nur unwichtiges Geplapper in tausenden Blogs, kann es für andere eine Chance sein. Obschon die meisten Nutzer bei Twitter ihrem Selbstdarstellungsdrang in Form von Publikation ihrer aktuellen Gefühls- und Aufgabenlage vermitteln, verkennen viele die Möglichkeiten, die Twitter sonst noch bietet.
Twitter, Facebook, StudiVZ – die Flut der Web2.0 Communities
Im Vergleich zu den Marktführern StudiVZ und Facebook ist Twitter mit 200.000 Nutzern noch eine recht kleine Community. So fragt man sich also, wieso eine so vergleichsweise kleine Community wählen? Doch Unternehmen haben schon jetzt das Potential des Netzwerks erkannt. Wie funktioniert es:
- Unternehmen und Nutzer haben ein übersichtliches, fast minimalistisches Profil
- Jedes Profil kann "Anhänger" (Following) eines anderen Profils sein und umgekehrt (Follower)
- Zum gegenseitigen Vorteil sieht jedes Profil aktuelle Nachrichten des anderen
Das Prinzip ist also simpel. Anstatt wie bei StudiVZ auf die persönliche Darstellung wert zu legen, geht es mehr um die Bereitstellung von Nachrichten in Form eines Blogs. Je mehr Profile miteinander verbunden sind, umso weitreichender ist auch die Botschaft. Dabei sind bereits viele bedeutende Unternehmen bei Twitter aktiv, etwa die Deutsche Bahn AG oder Daimler-Chryssler Deutschland AG.
Twitter konstruktiv nutzen – Unternehmen und Jobs suchen und finden
Sie melden sich also ganz einfach bei Twitter an, gestalten Ihr Profil und können loszwitschern. Sie suchen sich Profile, die Ihnen gefallen, vornehmlich in diesem Fall Profile von namhaften Unternehmen. Die meisten Unternehmen bei Twitter haben das Prinzip bereits blendend verstanden. Wer aufmerksam ist, sieht desöfteren direkte Stellenangebote in Form der (maximal 140 Wörter umfassenden) Kurznachrichten.
Aktionen bei Twitter haben also einen gewissen Marktplatzcharakter. Während Sie bei StudiVZ oder Facebook Ihren Freunden und Bekannten mitteilen, dass Sie eine Stelle suchen, bekommen dies hier auch Unternehmen mit. Jedoch ist das nur die halbe Miete. Ohne Fleiß gibt es auch hier keinen Preis.
Und es geht noch weiter. Es gibt bereits eigenständige Websites, die sich auf diese Thematik spezialisiert haben. Ihnen sei die Website Jobtweet.de ans Herz gelegt, eine Suchmaschine speziell zum Suchen von Jobangeboten via Twitter.
Die Unternehmen bei Twitter – wie Sie sich nun bewerben
Ein Unternehmen besitzt wie ein normaler Nutzer ein Profil. In den Tweets fügen diese dabei jedoch neben der Jobbeschreibung meist einen Direktlink zur Bewerbung oder Hauptwebsite an. Einfacher geht's kaum. Ohnehin sind die meisten Interessenten bereits "Follower" des jeweiligen Unternehmens. Der Prozess der Jobsuche und -findung wird wesentlich vereinfacht. Ist ein Nutzer nun an einer Stelle interessiert, hat er zum einen die Möglichkeit das Unternehmen direkt bei Twitter zu kontaktieren oder sich bei entsprechender offizieller Website und/oder telefonisch beim Unternehmen zu melden. Achten Sie dabei darauf, trotzdem es sich um eine Web2.0-Community handelt, Hochsprache und angemessenen Umgangston und -stil zu verwenden. Der Ersteindruck zählt auch hier. Ein weiterer Vorteil gegenüber normalen Jobbörsen: Ist eine Stelle vergeben, bleibt das Unternehmen mit potentiellen Neubewerbern weiterhin in Kontakt. Alles ist transparent. Ein weiterer Pluspunkt besteht für das Unternehmen selbst: Es präsentiert sich modern und arbeitet effektiv.
Jobsuche via Twitter – der Stellenmarkt der Zukunft?
Einer der Unternehmen, die auf diesem Gebiet Pionierarbeit leisten, ist die Deutsche Bahn AG. Da der Kreativität im Internet keine Grenzen gesetzt sind, entwickelte die Personalabteilung der Bahn eine Art Soap, die alle Follower miterleben können. Hierbei werden von fiktiven Charakteren die Arbeitsabläufe und deren Leben dargestellt. Potentielle Bewerber bekommen Angebote und Einblicke fast wie auf einem Silbertablett serviert. Gerade diese Offenheit und Einfachheit würde Twitter in der Zukunft, sofern noch mehr Unternehmen nachzögen, noch attraktiver für die Jobsuche machen. Weitere Unternehmen, die sich derzeit an diesem Modell probieren, sind:
- Versandhaus Otto
- Die Allianz Versicherung
- Daimler-Chryssler
- Bayer AG
Wie Sie sehen, sind durchweg namenhafte Unternehmen vertreten. Twitter hat noch weiteres Zukunftspotential. So schaue man sich einmal den Direktkonkurrenten Xing an. Hier hat Twitter den weiteren Vorteil, dass sich alle Nutzer frei und unbefangen über die Unternehmen austauschen können, auch über deren Produkte. So bekommen Arbeitgeber direktes Feedback seitens der Bürger, unverfälscht und direkt.
Da sich nun durch diese Entwicklung die Form der normalen Bewerbung immer mehr verschiebt oder anpassen muss, besteht eine größere Chance auch für Quereinsteiger, die nicht auf den ersten Blick zur Branche passen, durch ihre Interessen, Neigungen und Hobbies werden diese dann attraktiv für das Unternehmen, nicht mehr zwingend durch die reine berufliche Qualifikation. Twitter sei damit also besonders für Freiberufler, Studenten, (ältere, 18+) Schüler, Quereinsteiger, oder Fachkundige im Bereich Technik und Wirtschaft zu empfehlen.
Doch gibt es auch Kritiker. Einmal mehr könnte man über den "Gläsernen Menschen" debattieren, der sich online zur Schau stellt und für jeden einsehbar ist: für Privatpersonen und Freunde, als nun auch Unternehmen, die das vielleicht ausnutzen (wie direktes Kundenfeedback zum eigenen Vorteil). Sein Sie sich also bewusst, was und mit wem Sie schreiben. Stellen Sie allein seriöse Texte und Bilder in Ihr Profil und wahren Sie einen höflichen Umgangston. Jeder kann Ihre Nachrichten lesen.
Schade ist nur, dass kleinere und mittlere Unternehmen bisher leer ausgehen. Denn ein größeres Netzwerk aus Interessenten bei Twitter aufzubauen, benötigt Zeit, Geld und Personal, drei Faktoren, die kleinere Unternehmen in die eigene Leistung investieren. Diese Form des Stellenmarkts ist also bisher nur für aufstrebende und größere Unternehmen ratsam. Kleinere Betriebe werden nach wie vor den traditionellen Weg gehen, da Sie hier kaum mit dem Angebotsüberfluss der "Großen" konkurrieren können. Sind Sie sich all dieser Faktoren bewusst und befolgen die beschriebenen Ratschläge, steht einer kreativen und effektiven Jobsuche via Twitter nichts im Weg.
