
- Ruettelpult für Champagner - M. Allgaier
Vor allem ab Mitte Dezember häufen sich die Werbeangebote für Champagner. Silvester steht vor der Tür und die Händler bereiten sich auf das Geschäft mit den edlen Schaumweinen vor. Viele Kunden wissen schon, was sie kaufen. Die großen Champagnerhäuser haben ihre Marken seit langem gut eingeführt. Der Markt wird dann auch von den immer gleichen Namen dominiert, die beständige Qualität versprechen. Das ist den Käufern gerade zum Jahreswechsel besonders wichtig: Sicherheit und Stil. Die Sicherheit, mit dem Image einer eingeführten traditionellen Champagnermarke Stil zu vermitteln, den Gästen, dem Partner, sich selbst. Aus Marketinggesichtspunkten gesehen ist das für einen Erzeuger ein absoluter Glückstreffer, doch was ist mit dem Kunden?
Für die großen Champagnermarken werden oft die Trauben von bis zu 1000 verschiedenen Lagen verwendet. Diese sind ausschließlich mit dem weißen Chardonnay und den roten Sorten Pinot Noir (Spätburgunder) und Pinot Meunier (Schwarzriesling) bepflanzt. Das Lesegut wird meistens so kombiniert, dass die daraus gekelterten Stillweine und die nach der zweiten Gärung entstehenden Endprodukte jedes Jahr nahezu gleich schmecken. Dabei pflegt jedes Champagnerhaus seinen eigenen charakteristischen Stil. Der Wiedererkennungswert verdrängt also jahrgangs- und lagenspezifische Eigenheiten.
Terroir beim Champagner
Doch manchmal lohnt es sich, Alternativen auszuprobieren. Denn die Champagne bietet natürlich weit mehr als nur die großen Erzeugernamen. Gerade in deren Schatten finden immer wieder kleinere Betriebe den Weg in den Handel – mit einem qualitativ anspruchsvolleren Konzept.
Spiegelt ein hochwertiger Wein immer auch sein Terroir wider - also die speziellen Eigenheiten von Boden und Klima, die den Weincharakter prägen - denken mittlerweile auch immer mehr Champagnerproduzenten in diese Richtung. So wird die vermeintliche Schwäche der kleinen Erzeuger, nämlich über nur wenige Anbauflächen zu verfügen, in eine Stärke verwandelt. Oft entstehen dort nämlich ausdrucksvollere Champagner, die den individuellen Charakter der einzelnen Lage wiedergeben. Leider finden diese Produkte nur selten den Weg in die deutschen Supermarktregale. Aber dafür gibt es ja den Weinhändler des Vertrauens.
Winzersekt aus Deutschland ist oft ebenbürtig
Hochwertige Schaumweine gibt es überall auf der Welt, wo Wein hergestellt wird, entsprechend vielfältig sind die Bezeichnungen. Doch es gibt nicht nur Crémant, Cava und Prosecco. Eine lohnende Alternative ist auch der Winzersekt aus deutscher Produktion. Viele Winzer stellen Jahr für Jahr ihre eigenen Sekte her. Diese dürfen zwar nicht die geschützte Bezeichnung Champagner tragen, werden aber ebenso mit dem Verfahren der Flaschengärung hergestellt und sind immer individuelle Erzeugnisse. Preisgünstiger sind sie meist außerdem.
Wenn dieser Winzersekt dann auch noch geschmacklich überzeugt, muss man sich über eines an Silvester wenigstens keine Sorgen machen: die Zufriedenheit der Gäste. Echte Qualität überzeugt nämlich immer. Und hat Stil.
