Wie und wo Fotos im Netz verkaufen

Eigene Homepage, Metasuchmaschinen, microstocks oder Bildagentur?

Love Parade Berlin - typisches Agenturbild - www.biba-bildbank.de
Love Parade Berlin - typisches Agenturbild - www.biba-bildbank.de
Wer Digitalfotos im Internet verkaufen will, muß sich auf dem geeigneten Marktplatz anbieten, und zwar dem, den auch Verlage, Agenturen und andere Käufer besuchen

Zeitungen, Zeitschriften, Online-Magazine und Werbeagenturen suchen ständig gute und günstige Fotos. Und viele ambitionierte Hobbyfotografen wollen ihre Fotos nicht auf ihrer Festplatte archivieren und ab und zu mal anschauen, sondern sie auch verkaufen. Wie kommen beide zusammen? Die Antwort: Übers Internet. Denn das ist der tägliche Marktplatz für den professionellen Fotohandel. Wer also seine Fotos veröffentlichen möchte, muss sich im Netz präsentieren und bekannt machen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, die unterschiedlich aufwendig, teuer und je nach eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen unterschiedlich gut geeignet sind. Kurz umrissen sind dies: die klassische Bildagentur, die eigene Homepage mit Fotogalerie, Metasuchmachinen sowie "micro-" und "macrostock"-Agenturen.

Klassiker Bildagentur

Das ist der klassische Weg: Fotografen haben gute Aufnahmen gemacht und bieten sie den alteingesessenen Agenturen wie Ullstein-Bilderdienst, dpa, Reuters, AP, epd oder KNA oder den etwas jüngeren wie action press, caro oder imago an. Bei einigen muss man sich mit einer Auswahl an Aufnahmen bewerben und schon mal 200 oder 300 Stück zur Begutachtung einschicken, andere nehmen auch ohne größere Anmeldung eine kleinere Auswahl an. Wie die Agenturen mit neuen Fotografen umgehen, erklären sie meistens auf ihren Internetseiten. Dort stehen auch Ansprechpartner und werden derzeit gesuchte Motive aufgelistet. Bildagenturen zahlen erst, wenn das Foto verkauft wurde und behalten dabei ihren Vermittlungsanteil ein. Der liegt bei den einen bei 40 Prozent, bei anderen bei 50 oder 60 Prozent.

Die eigene Fotogalerie - mühsam und aufwendig

Ganz anders ist der Weg über die eigene Homepage. Damit lässt sich bei einem Fotoverkauf zwar das gesamte Honorar einstreichen zu können, aber der Weg dorthin ist mühselig. Erst einmal muss die geeignete Software für Archivierung, Präsentation, Bestellung und Transfer der Dateien, Verkauf und Abrechnung gekauft, die Datenbank mit den Fotos gefüttert werden. Dann stehen die Fotos zwar im Netz, aber kein möglicher Käufer kennt sie. Also ist Klinken putzen angesagt, bei Redaktionen, Verlagen und Werbeagenturen anklopfen und sich anbieten. Geeignet ist ein solche Homepage für Fotografen, die über gute persönliche Kontakte verfügen und an zwei oder drei Abnehmer fest beliefern können. Andere werden damit nur sehr schwer Erfolg haben. Schließlich ist dies genau der Service, für den die Bildagenturen ihren Provisionsanteil bekommen.

Das Zwischending: Die Metasuchmaschinen

Ganz anders arbeiten so genannte Metasuchmaschinen. Sie bieten dem Fotografen die Möglichkeit, sich in deren Archiv einzumieten zum Beispiel bei fotomarktplatz, photopool oder fotofinder, zum Teil lässt sich auch die Suchmaske nach eigenen Vorstellungen verändern zum Beispiel bei topixx. Das Prinzip dieser Metasuchmaschinen: Sie bündeln die Archive von teilweise mehr als 100 Bildanbietern. Mit einem einzige Suchbegriff wird bei allen Anbietern gesucht - damit werben sie bei möglichen Bildkäufern. Das Honorar geht zu 100 Prozent an die Bildanbieter. Doch die müssen eine Miete, zum Teil auch eine Art Aufnahme- oder EInrichtungsgebühr zahlen. Für monatlich zwischen 60 und 110 Euro lassen sich so um die 7.000 bis 10.000 Bilder archivieren und anbieten. Einige amerikanische Anbieter habe ein anderes Preismodell. Digital Railroad zum Beispiel verlangt monatlich 40 Dollar für die Speicherung von rund 20.000 Fotos und weitere bei Verkauf 20 Prozent des Honorars sowie weitere fünf Prozent, falls das Unternehmen sich auch um die Geldüberweisung über ein paypal-Konto kümmern soll.

Die Masse macht's: Micro - und Macrostocks

Während Bildagenturen und Metasuchmaschinen eher journalistische und redaktionelle Inhalte vermitteln, makeln die "stock"-Agenturen Fotos, die für Werbung und Illustrationen gedacht sind. Wer dahinter das große Geld vermutet, wird enttäuscht sein: Microstock zahlen ein Euro oder gar weniger für die Verwendung der Fotos, die Macrostocks ein wenig mehr. Hier zählt die Masse. Und das bedeutet, die Fotos müssen auch massenhaft einsetzbar sein. Das individuell-spröde und vielleicht auch nicht ganz technisch perfekte, dafür aber authentische journalistische Foto ist hier nicht gefragt. Jeder sollte also genau prüfen, welche Art von Fotos er anbieten kann und welchen finanziellen und technischen Aufwand er für den Verkauf betreiben will. Hilfe geben dabei einige Service-Seiten wie foto-marketing.info, relota oder fotos verkaufen. Wichtig ist dabei auch, die Fotos richtige zu beschriften und technische Standards einzuhalten.

Klaus Martin Höfer, Robert Frie

Klaus Martin Höfer - Freier Rundfunk-, Print- und Online-Journalist. Ich beschäftige mich mit Hochschul-, Bildungs-, Wissenschafts- und ...

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