
- Amtierender Verteidigungsminister zu Guttenberg - www.zuguttenberg.de
Die Astrologie gibt es in zwei Versionen. Es gibt sie als Jahrtausende alte Kunst, und es gibt sie in ihrer profanen Ausprägung, als Zuckerstückchen-Horoskopie, als Vulgär-Astrologie. Ohne den Wert und die Relevanz der Astrologie hier diskutieren zu wollen, sei ein Text aus einem Buch des Amerikaners Robert Hand (*1942) in Auszügen zitiert. In dem Standardwerk „Das Buch der Transite“ setzt sich Hand mit dem Zyklus des Lebens auseinander, wie es durch den Gang der von der Astrologie beobachteten Himmelskörper angezeigt wird.* Der Stand der Planeten zum Zeitpunkt der Geburt lässt laut Astrologie Rückschlüsse zu auf Charakter und Lebensweg des Horoskopeigners. Während er nun sein Leben lebt, nehmen die weiter auf der Ekliptik kreisenden Planeten Stellungen ein (Transite), die manchmal in Beziehung stehen zu ihrem Stand am Tag der Geburt. Das nennt man Aspekte. Freiherr zu Guttenberg hat während der durch den Vorwurf des Plagiats ausgelösten Krise enorm schwierige Konstellationen. Deren zwei sollen durch das ausführliche Zitat aus Robert Hands Buch erläutert werden.
Die Causa zu Guttenberg
Guttenberg wurde am 5. Dezember 1971 in München geboren. Mit 19 Jahren machte er Abitur, 2007 promovierte er „summa cum laude“ an der Universität Bayreuth. 2010 wurde er Bundesverteidigungsminister – und zugleich mit massiven Aufgaben konfrontiert. Er musste die Aufräumarbeit leisten für das Massaker in Kunduz. Es gab Mobbing-Attacken unter den Soldaten, zu denen er Stellung beziehen musste, und es gab einen Todesfall auf dem Schulschiff „Gorch Fock“. Für den Minister entwickelte sich sein Amt in rasantem Tempo und mit zunächst enormem Beifall. Souverän, charismatisch – so wird er weitgehend beschrieben. Mit ihm und seiner fünf Jahre jüngeren Frau Stephanie zu Guttenberg kommt Adelsglanz in die Politik der Bundesrepublik. Seinen ersten Dämpfer erhält zu Guttenberg, als er sein rasches Urteil über die Verantwortlichkeit in Kunduz revidieren muss, seinen zweiten, als er seine Gattin mit an die Front nach Afghanistan nimmt. Mitte Februar 2011 dann die Katastrophe: Seine Doktorarbeit enthält eine Kopfschütteln machende Anzahl nicht als Fremdbelege gekennzeichneter Textstellen. Dem Minister wird Plagiat vorgeworfen.
Auszüge aus dem Buch des Astrologen Robert Hand
Zu Guttenberg ist mit einer Schütze-Sonne zur Welt gekommen, zugleich stehen Merkur, Jupiter und Neptun im Zeichen Schütze. Diese Betonung des Zeichens deutet im günstigen Fall auf ein „Hoch-Hinaus“ hin – auf ein Leben voll ethisch-moralischer, beinahe religiöser Überzeugung, ein Leben, das gekennzeichnet ist von Reisen. Die Venus im Steinbock deutet auf Statusbewusstsein hin, sein Mars in den Fischen auf Opferbereitschaft, Antriebsarmut, Konzentrationsschwächen und die Gefahr, sich geheime Feinde zu machen.
Einige Planeten weisen zur Zeit auf Probleme hin. Saturn hat den Platz eingenommen, an dem sich Uranus befand zur Zeit von zu Guttenbergs Geburt: Er steht in Konjunktion. Es wäre ein Irrglaube anzunehmen, die Astrologie male in schicksalsdüsteren Farben; die Astrologie nennt nur Rahmenbedingungen – wie der Rahmen gefüllt wird, ist Sache des jeweiligen Menschen. Und so kann die Konjunktion Saturn-Uranus positive und schwierige Momente mit sich bringen. Robert Hand schreibt dazu (S. 387):
„Dieser Transit ist von mächtiger Wirkung. Er steht für … auf Veränderung drängende innere Kräfte, die in der äußeren Welt auf ebenso mächtigen Widerstand stoßen.“ Hand geht im Folgenden auf die Dynamik der beiden Planeten ein, wie sie die Astrologie versteht: „Der Transit steht für Spannung (wegen Saturn; der Verfasser) und plötzliche Entspannung (Uranus; der Verfasser).“ Und weiter: „In seinem Bemühen, allen routinemäßigen, langweiligen und alltäglichen Aspekten des Lebens zu entkommen, sucht der Betroffene überall nach Anregung und Stimulation.“ Ob das bei zu Guttenberg der Fall ist? Schwer zu beantworten – das Leben eines Menschen mit dieser Verantwortung verlangt sicherlich nach Ausgleich. Hand aber schreibt weiter: „Doch trotz aller Bemühungen wird er von den Lebensumständen oder von seinen Aufgaben und Verpflichtungen in einer neiderdrückenden Situation festgehalten. Besonders dann, wenn der Betroffene längere Zeit in seiner Handlungsfreiheit gehemmt war, lernt er Uranus als Planeten der Auflehnung kennen.“
Wie geht der von diesem Transit betroffene Mensch mit dieser Situation um? Hand gibt auch darauf eine Antwort. „Wenn dem Betroffenen der saturnische Druck … ganz unerträglich wird, wird er plötzlich ausbrechen – aus einer zwischenmenschlichen Beziehung, einem belastenden Job …“ Saturn ist aus Erdensicht bis Mai 2011 im Rückwärtsgang unterwegs – der Druck wird nachlassen (oder durch beispielsweise einen Rücktritt sich erledigen) und wiederkehren. Im September ist die Stellung erneut exakt. Dann kündigt sich erneut ein schwieriger Aspekt für zu Guttenberg an.
Noch ein belastender Transit kündigt sich an: Saturn in Quadrat zum Mond
Ab Ende Oktober steht Saturn im Quadrat zum Mond des Geburtshoroskops. Mond, der Stellvertreter für das Gefühl, wird durch Saturn eingeengt. Was heißt das? Robert Hand (S. 365): „Dieser Transit könnte für das persönliche und häusliche Leben eine recht schwierige Zeit anzeigen. Auf psychischer Ebene kann man sich einsam und von seinen Mitmenschen isoliert fühlen. Man ist deprimiert … Taten der Vergangenheit können belasten, verbunden mit Schuldgefühlen, dass man den eigenen Erwartungen nicht entsprochen hat. … Dieser Zustand bewirkt die diesen Transit so oft begleitenden Gefühle von Einsamkeit und Deprimiertheit. Deshalb ist jetzt eine Neugewichtung der Prioritäten notwendig. Vielleicht muss die Arbeit zurücktreten zugunsten des emotionalen und persönlichen Lebens …“ Die hier genannten und zitierten Transite stellen nur einen Teilbereich des gesamten Horoskops von zu Guttenberg dar. Es sind jedoch nach Auffassung der Astrologie sehr dominante Aspekte, sehr nachhaltige und das Leben stark bestimmende Einflüsse. Die Zukunft wird zeigen, was geschieht.
* Die Astrologie arbeitet aus geozentrischer Sicht. Das heißt: Auch Sonne und Mond werden von ihr als um die Erde wandelnde Körper gesehen und heißen somit Planeten. Das mag eine Schwäche in der Nomenklatur sein, bedeutet aber keine Degradierung, sondern bleibt in der Tradition gebettet.
Quellen:
Horoskop – selbst gestellt. Ursula Lewis. Wolfgang Krüger Verlag. Bearbeitete Neuauflage S. Fischer, Frankfurt, 1982.
Das Buch der Transite. Robert Hand. Kailash, 10. Auflage, 2000.
