Wieder Zwischenfall in einem AKW

AKW Brokdorf - Sabine Fischer  / pixelio.de
AKW Brokdorf - Sabine Fischer / pixelio.de
Wegen eines erneuten Zwischenfalls musste das Kernkraftwerk Brokdorf abgeschaltet werden.

Am Sonntag, dem 07. August 2011 gab es im Atomkraftwerk Brokdorf in Schleswig- Holstein einen Störfall in dessen Folge der Reaktor stillgelegt wurde. Nach Angaben des Justizministeriums in Kiel haben sich die Transformatoren, die für die Netzeinspeisung des Stroms verantwortlich sind, aus noch ungeklärter Ursache ausgeschaltet. Kurz darauf ließ der Betreiber des AKW Brokdorf den Reaktor abschalten. Das Unternehmen erklärte, dass es sich hierbei um einen nicht meldepflichtigen Störfall handele, da sich die Panne in einem nicht atomaren Teil des Kernkraftwerkes ereignete. Experten erforschen nun den Grund des Zwischenfalls.

Das Atomkraftwerk Brokdorf

Das Kernkraftwerk Brokdorf liegt etwa 10 Kilometer von der Stadt Glücksburg entfernt und direkt an der Elbe. Das 1986 in Betrieb genommene Atomkraftwerk war das erste Kernkraftwerk weltweit, das nach der Katastrophe in Tschernobyl wieder Atomstrom lieferte.

Die Eigentümer des AKW Brokdorf sind zu 80 Prozent der Energieriese EON, und mit 20 Prozent ist der Stromlieferant Vattenfall beteiligt. Brokdorf hat eine Nettoleistung von 1410 Megawatt, das Kraftwerk lieferte bis Mai 2005 schon 200 Milliarden Kilowattstunden Strom und bezeichnet sich selbst damit als „Weltmeister der Bruttojahresstromerzeugung“.

Seit 2007 werden abgebrannte Brennstäbe auf dem Gelände des AKW Brokdorf in einem Zwischenlager aufbewahrt, welches für 100 Castor-Behälter Platz bietet. Bis zum letzten Zwischenfall des Kernkraftwerkes kam es in Brokdorf zu 210 gemeldeten Störfällen.

Der Reaktor wurde gerade im Juli nach einer mehrwöchigen Revision erst wieder ans Netz angeschlossen. Das AKW Brokdorf ist das letzte norddeutsche Kernkraftwerk, welches noch in Betrieb ist und es auch noch, trotz Restrisikos, bis 2021 bleiben soll. So sehen es jedenfalls die Pläne der jetzigen Regierung vor.

Weitere Atomkraftwerke in Norddeutschland

In der Norddeutschland befinden noch drei weitere Kernkraftwerke, allerdings sind diese nicht mehr in Betrieb.

  • Das Kernkraftwerk Stade in Niedersachsen, welches ebenfalls unmittelbar an der Elbe liegt, wurde 2003 stillgelegt. Es war eines der ersten Kernkraftwerke in Deutschland. Die Betreiber, EON und Vattenfall, betonen, dass die Stilllegung aus rein wirtschaftlichen Interessen erfolgte. Das Kraftwerk befindet sich zur Zeit im Rückbau.
  • Das Kernkraftwerk Krümmel, der sogenannte "Pannen-Reaktor", liegt ebenfalls an der Elbe, etwa 30 Kilometer von Hamburg entfernt, bei Geesthacht. Nach zahlreichen Zwischenfällen, wie zum Beispiel einem Brand auf dem Gelände im Jahr 2007 und einem Brand 2008 in der Lüftungsanlage, wurde Krümmel endlich im Mai 2011 vom Netz genommen. Dies geschah letztendlich durch den Beschluss des Bundestages zum Atomausstieg. Seit Jahren wurde in der Elbmarsch, rund um das Kernkraftwerk Krümmel, eine beängstigende Häufung von Leukämiefällen beobachtet.
  • In Schleswig-Holstein, nahe der Kleinstadt Brunsbüttel, liegt das gleichnamige Atomkraftwerk, das ebenfalls auf Beschluss des Bundestages Ende Mai 2011 stillgelegt wurde. Schon im Jahr 2007 wurde der Reaktor, nach dem letzten Störfall, heruntergefahren. Brunsbüttel war seit 1977 am Netz. Zahlreiche Pannen verunsicherten immer wieder die Anwohner, wie zum Beispiel 2001, als eine Explosion eine Rohrleitung beschädigte oder der in 2004 verursachte Kabelbrand, der auch zu einer Abschaltung des Kernkraftwerkes führte.

Quellen:

Immer dabei ist mein Fundhund Lili, Petra Cavkic

Petra Cavkic - Geboren in Westfalen, aufgewachsen in Norddeutschland, als Stewardess in der ganzen Welt unterwegs gewesen. So könnte man es ganz ...

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