Wien ist nicht nur die Hauptstadt von Österreich und die zehntgrößte Stadt der Europäischen Union, sondern hat auch eine Geschichte die bis auf die Römer zurückgeht. Kaiser Mark Aurel, der in Vindobona während der Markomannenkriege sein Hauptquartier hatte, verstarb auch hier. Im 1. Bezirk gibt es noch eine Mark Aurel Straße.
Das Kaiserreich
Ab 1273 herrschten fast ohne Unterbrechung die Habsburger. Eine ihrer wohl bekanntesten Regentinnen war Maria Theresia, die in Wien ihre Residenz hatte. Zwischen 1743 und 1749 ließ sie Schloss Schönbrunn umbauen. Ihr Lieblingsaufenthalt ist heute eine der größten Anziehungspunkte für den Tourismus. Für den Besucher finden in den Sommermonaten Führungen im Minutentakt in vielen Sprachen statt. Ein herrlicher Park lädt zum spazieren ein. Von der Gloriette im Schlossgarten hat mein einen schönen Überblick über große Teile Wiens. Das Palmenhaus und der anschließende Tiergarten sind einen Besuch wert.
Nach dem ersten Weltkrieg
Im Jahre 1918 musste Kaiser Karl abdanken und Wien verlassen. Einen Tag darauf, am 12. November, wurde die Republik ausgerufen und Wien wurde Hauptstadt der Republik Österreich. In der sogenannten Zwischenkriegszeit und mit dem Brand des Justizpalastes im Juli 1927 wurde die politische Lage immer radikaler und mündete in einer Diktatur. Von 1938 bis 1945 war wohl eine der dunkelsten Kapiteln in der Geschichte Österreichs und Wiens. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges fand am 25. November 1945 die erste Nationalratswahl statt. Erster Bundeskanzler wurde Leopold Figl von der ÖVP.
Die zweite Republik!
Auch in Wien begann nach dem Krieg der Wiederaufbau und die Wirtschaft erholte sich rasch. Wien wurde zur UNO Stadt. 1957 kam die erste Internationale Organisation nach Wien. Inzwischen ist seit 1980 in der UNO-City einen Teil der Vereinten Nationen untergebracht. Seit 1964 ist nördlich der Donau als neues Wahrzeichen der Donauturm erbaut worden. Mit seinen 252 Metern ist er ein sehr markantes Bauwerk. Das Drehrestaurant befindet sich in ca. 170m Höhe. 1978 wurde der erste Teil der U-Bahn eröffnet. Anfang 2010 wurde mit dem Abriss des Südbahnhofs begonnen um einen modernen Zentralbahnhof zu errichten. Heute zählt Wien zu den besten Städten weltweit. Mit seinen Prachtbauten entlang der Ringstraße, und historischen Plätzen in der Innenstadt sowie den ländlich anmutenden Straßen in Ottakring ist es nicht nur ein Anziehungspunkt für Touristen. Wien ist auch für den „Wiener“ interessant.
All dies und noch viel mehr finden sie in Geschichtsbüchern und Enzyklopädien. Aber Wien hat auch noch Menschen.
Der (die) WienerIn!
Der typische Wiener nörgelt oder grantelt, ist aber ein gutmütiger Mensch. Er hat auch eine eigene Sprache. Man sagt ja, der größte Unterschied zwischen Deutschland und Österreich sei die Sprache. Das „Wienerische“ hat so etwas Weinseliges in sich, das merkt man am besten in der Heurigenmusik. Wein gibt es auf der ganzen Welt, aber einen richtigen Heurigen mit der sogenannten „Schrammelmusik“ gibt es nur in Wien. Der Wiener ist sehr selbstbewusst, dem neuen und Fremden aber aufgeschlossen. Dies macht es Neuankömmlingen leicht sich zu integrieren. Wenn sie zum Beispiel vor zwanzig Jahren nach Tirol gezogen sind, so sind sie in ihrem Ort heute noch.“ Der Fremde“. Dies kann ihnen in Wien nicht passieren. Der Wiener weiß ja, auch einer seiner Vorfahren kam mit einiger Sicherheit aus den Ländern der Monarchie und ist sozusagen auch ein Zuzögling.
Und so kann man sagen: „Wien ist doch anders“.
