
- Wilbär klein - Wilhelma
Gleichzeitig mit Flocke (Zoo Nürnberg) gab es auch im Stuttgarter Zoo, der Wilhelma, Nachwuchs.
Am 10. Dezember 2007 brachte die Eisbärin Corinna den kleinen Wilbär zur Welt. Der Vater ist Anton, der ebenfalls in der Wilhelma lebt. Corinna stammt aus Kopenhagen und Anton aus Karlsruhe, beide wurden 1989 geboren und auch Anton war seinerzeit ein berühmtes Eisbärenkind.
Die Wilhelma in Stuttgart und ihre Eisbärenpolitik
Zum Schutz des Nachwuchses verbarg der Zoo die Nachricht monatelang vor der Öffentlichkeit um der fürsorglichen Mutter Corinna jeglichen Trubel zu ersparen. Eisbärinnen und ihr Nachwuchs brauchen absolute Ruhe und Abgeschiedenheit. Die ersten Wochen, die ja in freier Wildbahn in der stillen und fast keimfreien Schneehöhle verbracht werden, sind für Eisbärennachwuchs sehr kritisch. Weltweit leben in Zoos nach Angaben der Stuttgarter Wilhelma etwa 400 Eisbären, davon etwa 134 in Europa, 35 davon in Deutschland.
Zwar glaubte der Zoo, dass niemals so ein Run auf den kleinen Eisbären eintreffen würde wie um Knut, aber da sollte der Zoo sich irren. Wilbär, der Name setzt sich aus Wilhelma und Eisbär zusammen, entzückte die Zuschauer und brachte es ebenfalls auf einen neuen Besucherrekord. Der Zoo, auf seiner Internetseite und das Fernsehen berichteten regelmäßig von seinen Fortschritten.
Eine glückliche Zeit von Wilbär und Corinna
Es wurde eine wunderbare Zeit mit Wilbär und Corinna. Es war auch deshalb ein besonderer Genuss, weil man endlich wieder einen Eisbären natürlich aufwachsen sehen konnte. Das Zusammenspiel von großer Eisbärin und dem noch so zerbrechlich kleinen Eisbärenkind brannte sich in die Herzen der Zuschauer. Corinna brachte ihrem Sprössling alles für einen Eisbären Notwendige bei. Wurde er zu frech, wurde auch die Mutter nicht zimperlich und packte ihn bei seinen Ohren.
Wurden ihm beim Spielen die Kanister langweilig, wurden die Besucher der Reihe nach abgeschwommen und begrüßt. So viel dazu, dass es unnormal wäre, wenn Knut oder Flocke mit den Zuschauern agieren - Wilbär machte es genauso, ohne eine Handaufzucht zu sein. Eisbären sind nun einmal furchtbar neugierig, auch in freier Wildbahn, was ihnen oft genug zum Verhängnis wird.
Zukunftspläne für Wilbär in Orsa, Schweden
Wilbär zog das für einen europäischen Eisbären absolute große Los: Wilbär sollte nach Orsa-Grönklitt Polarworld in Schweden gehen.
Auf seiner Internetseite warb der schwedische Orsa-Bärenpark bereits wochenlang für seine neue Attraktion: die Polarwelt, die am 18. Mai 2009 in Betrieb genommen werden sollte. Ob der Star der neuen Anlage, der Stuttgarter Eisbärjunge Wilbär, zur großen Feier bereits durch das Gehege tollt, blieb allerdings eines der am besten gehüteten Geheimnisse in Stuttgart und in Orsa. "Wilbär ist heimlich gekommen, er wird auch heimlich gehen", betonte Wilhelma-Direktor Dieter Jauch bei der letzten Pressekonferenz.
Die Sorge, dass aufgebrachte Tierschützer oder Foto-Paparazzi den ohnehin stressigen Abtransport und die 24-stündige Fahrt nach Schweden in einem klimatisierten Speziallaster stören könnten, war groß. Unruhe sei das Letzte, was ein Tier vor solch einem langen Transport gebrauchen könne. "Damit würden wir ihm einen Bärendienst erweisen", sagte Jauch. Am 14. Mai 2009 verließ Wilbär still und leise Stuttgart und kam tags darauf in Grönklitt an. Mitarbeiter der Wilhelma, die Wilbär nach Schweden begleiteten, blieben noch 4 Tage zur besseren Eingewöhnung und um mit den schwedischen Betreuern alles Wichtige aus zu tauschen.
Knapp 40.000 Quadratmeter groß ist die in der Provinz Dalarna gelegene Anlage, in der sich das großzügige Gehege befindet, das sich der anderthalbjährige Wilbär nach seiner Ankunft im Mai 2009 mit der Eisbärdame Ewa teilt. Ewa wurde 2006 im Ouwehands Dierenpark Rhenen geboren und lebte zuletzt im Dierenrijk Europa in Nuenen. Ziel der Parkbetreiber ist, eine europäische Eisbärenzucht zu etablieren und nach und nach immer mehr Tiere anzusiedeln. Zum Wohlbefinden beitragen soll dabei nicht nur das kühle Klima Mittelschwedens. Zur Ausstattung des Parks gehören große Wasserbecken, Schneekanonen und üppige Fischgründe. So freute sich die neue Pflegerin Pernilla Thalin bereits darauf im Spätherbst mit der Schneekanone einen Schneeberg für die beiden Bären aufzuschütten, von wo sie dann direkt in den angrenzenden See mit Frischwasserzufluss rutschen könnten. Und ist ein Sommer einmal lang anhaltend heiß, kommt es schon vor, dass ein Sponsor eine LKW-Ladung voll Eis zur Verfügung stellt.
Die Sorge, ob man den Eisbären mit eineinhalb Jahren zu früh von der Mutter weggenommen habe, erübrigte sich schnell. Wilbär war für sein Alter erstaunlich groß und wohl geraten. Laut Meinung der Wilhelma „der hübscheste derzeitige Eisbär in Deutschland“. Wilbär gewöhnte sich rasch ein.
Wilbär und Ewa
Pernilla Thalin hatte sehr schnell Zugang zu dem jungen Bären gefunden und Kosenamen, wie „hjärtat oder sätnos“ – soviel wie "Liebling oder hübscher Junge", sprechen für sich. Schweden liebt seine Eisbären. Wie die ersten Bilder von nach gereisten Fans bezeugten, war Wilbär tatsächlich im Eisbär Paradies gelandet.
Und wie es sich im Paradies gehört, war auch Ewa schon da und wartete auf ihn. Willkommen Wilbär in Schweden.
Update 10. 12. 2010
Geburtstagsfest für Wilbär zum 3. Geburtstag
