Wildgemüse im Garten - frisches Grün für faule Gärtner

essbare Blüte der Nachtkerze - © Karl-Heinz Liebisch  / pixelio.de
essbare Blüte der Nachtkerze - © Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de
Glücklich der Gärtner mit einem Garten voller Unkraut. Ohne viel Arbeit kann er ungewöhnliche Salate und Gemüse ernten, die der Supermarkt nicht anbietet.

Zu einer gesunden Ernährung gehört Gemüse und das möglichst frisch. Wer gerne im Garten arbeitet, hat davon meist reichlich. Wer keine Zeit oder Lust auf Gartenarbeit hat, kann dennoch aus dem eigenen Garten einiges ernten und kulinarisches Neuland betreten. Etliche Wildgemüse gedeihen ohne viel Pflegeaufwand in ganz normalem Gartenboden. Sie sind widerstandsfähig und werden kaum von Krankheiten befallen. Da die Wildgemüse nicht im Supermarkt zu haben sind, kann man auch Gourmets neue Geschmackserlebnisse bieten.

Brennnessel (Urtica dioica und Urtica urens)

Hier benötigt man zum Sammeln Handschuhe. Die vitamin- und mineralstoffreichen Blätter können wie Spinat zubereitet werden und passen feingehackt in Quark, Kartoffelspeisen und Eiergerichte. Als Frühjahrskur regen sie den Körperstoffwechsel an. Brennnessel ist eine wichtige Futterpflanze für verschiedene Schmetterlingsarten.

Echte Engelwurz (Angelica archangelica)

Genau wie ihre Schwester, die Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) passen die jungen Blätter fein gewiegt zu Obst und Fisch. Die Stängel können zu Kompott verkocht werden. Möchte man einen Kuchen auf außergewöhnliche Art verzieren, benutzt man kandierte Stängel. Ansonsten dienen Blätter und Stiele, frisch oder getrocknet, zur Würze für Soßen und Suppen.

Frauenmantel (Alchemilla xanthochlora)

Die jungen Blätter und Triebe sind sehr Vitamin-C-reich und werden frisch an Salate und Suppen gegeben. Getrocknete Blätter decken als Würzkraut für Gemüse- und Fleischgerichte den Vtamin-C-Bedarf im Winter

Gartenmelde (Atriplex hortensis) und Guter Heinrich (Chenopodium bonus-henricus)

Die Gartenmelde war früher ein bekanntes Blattgemüse, die wie Spinat zubereitet wird und deren Blätter laufend abgeerntet werden können. Auch der Gute Heinrich liefert Blätter für Spinatgerichte. Da die Blätter beider Pflanzen schnell welken, sollten sie sofort zubereitet werden. Sehr gut schmecken die fleischigen jungen Triebe des Guten Heinrichs, die wie Spargel zubereitet werden.

Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis)

Die zweijährige Pflanze ist wild meist auf Ödländern und Bahndämmen zu finden. Fast alles an ihr ist essbar. Als Knollengemüse sind die Wurzeln unter dem Namen Rapontikawurzel bekannt. Sie werden im Herbst des ersten oder Frühling des zweiten Jahres geerntet und erinnern geschmacklich an Schwarzwurzeln und werden auch so zubereitet. Sie werden beim Kochen etwas rötlich und abgekühlt mit Essig und Öl zu „Schinkensalat“ verarbeitet. Wurzeln und Blätter enthalten viel Vitamin-C und können als Salat sowie als Gemüse zubereitet werden Aus den mohnähnlichen Samen wird Nachtkerzenöl gewonnen und die großen gelben Blüten verschönern und verfeinern ebenfalls Salate.

Giersch (Aegopodium podagraria)

Giersch ist bei vielen Gärtnern unbeliebt, da er, einmal im Garten heimisch geworden, kaum noch auszurotten ist. Besser ist es, Frieden mit ihm zu schließen und die jungen Blätter als Spinat oder im Auflauf und Eintopf zu genießen. Klein gehackt passen sie ebenso zu Kartoffelgerichten und Salat. Das Aroma liegt zwischen Petersilie und Möhre.

Große Klette (Arctium lappa)

Die Klette ist nicht nur eine gute Futterpflanze für Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge. Die jungen Blätter können als Salat und Gemüse gegessen werden. Der junge Austrieb passt gedünstet als Beilage zu Fleischgerichten. Auch die Klettenwurzeln können gekocht und verspeist werden.

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Löwenzahn wächst fast in jedem Garten. Da er bitter schmeckt, können nur die jungen Blätter verwendet werden, die man am Besten bleicht, indem man ein Brett über mehrere Pflanzen legt. Mit Löwenzahnblättern schmeckt jeder Salat hervorragend und wird noch besser, wenn noch ganz geschlossene Blütenknospen dazu kommen. Als Frühjahrskur dienen Salat wie auch Saft der Blutreinigung.

Meerkohl (Crambe maritima)

Die Staude wächst wild an sandigen, stickstoffreichen Küstenstreifen von Ostsee und Atlantiks, lässt sich aber im Garten problemlos anbauen. Meerkohl benötigt zwei Jahre, bis er seine volle Größe von 75 cm erreicht hat. Im zeitigen Frühjahr werden die jungen Triebe und Blattstiele gebleicht und ähnlich wie Spargel zubereitet. Geerntet wird, wenn die Stiele und Triebe ungefähr 20 cm lang sind. Nach der Ernte benötigt der Meerkohl eine Düngung. So kann er fünf Jahre am selben Platz stehen.

Quellen: Natur pur erleben, F. und M. Strickler

Biozac

Bildnachweis: © Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de

Heike Sebastian, Heike Sebastian

Heike Sebastian - Sozialarbeiterin, Heilpraktikerin mit Schwerpunkt "Klassische Homöopathie", Schulleitung von "Feloidea", Institut für ...

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