
- Wilhelm Busch im Selbstportrait - Che1899
Am 15. April 1832 erblickte Heinrich Christian Wilhelm Busch im beschaulichen Wiedensahl das Licht der Welt. Nachdem Wilhelm Busch im Jahr 1859 im Alter von 27 Jahren seine erste Bildergeschichte veröffentlichte, entwickelte er sich zu einem der größten Dichter und Zeichner auf dem humoristischen Gebiet von ganz Deutschland. Busch ist der geistige Vater von Max und Moritz, doch auch viele weitere humoristische Bildgeschichte haben den Sprung in die heutige Zeit geschafft und sind auch noch heute bei Jung und Alt gleichermaßen beliebt.
Wilhelm Busch war eines von sieben Kindern der Familie Busch und studierte zunächst Maschinenbau
Wilhelm Busch war das erste von insgesamt sieben Kindern von Henriette Kleine und Friedrich Wilhelm Busch, wohlhabend und sehr strebsamen sowie frommen Prostestanten. Festzuhalten ist, dass der junge Wilhelm Busch in keinster Art und Weise an die Streiche seiner späteren literarischen Helden Max und Moritz heranreichte. Vielmehr war Wilhelm ein eher zarter und unauffälliger Junge. Busch bezeichnete sich später als ein ängstliches und empfindsames Kind. Nach im Jahre 1841 sein Bruder Otto geboren wurde, gaben die Eltern den kleinen Wilhelm in die Obhut seines Onkels, dem Pfarrer Georg Kleine nach Ebergötzen. Dies geschah wohl aus dem Grunde, dass Friedrich Wilhelm Busch seinem Erstgeborenen eine bessere Ausbildung ermöglichen wollte, als dies in der Dorfschule von Wiedensahl möglich war. Sein Onkel war es auch, der Wilhelm Busch in jener Zeit unterrichtete.
Im Jahre 1847 nahm Wilhelm Busch ein Studium in dem Fach "Maschinenbau" am Polytechnikum in Hannover (Niedersachsen) auf. Im Anschluss studierte er dieses Fach fast vier Jahre lang, offenbarte jedoch einige Monate vor Abschluss des Maschinenbaustudiums seinen Eltern den Wunsch, an der Kunstakademie in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) zu studieren. Seine Eltern gaben dem Wunsch ihres Sohnes nach und im Juni des Jahres 1851 schrieb sich Wilhelm Busch an der Kunstakademie in Düsseldorf ein. Busch blieb jedoch den Vorlesungen und dem Unterricht in Düsseldorf immer öfter fern und setzte schließlich im Mai 1852 sein Studium an der Académie Royale des Beaux-Arts im belgischen Antwerpen fort. Auch dieses Studium brach Wilhelm Busch ab und kehrte typhusgeplagt und mittellos im Jahr 1853 nach Wiedensahl zurück.
Wilhelm Busch ging nach München und Max und Moritz erblickten das Licht der Welt
In den Jahren 1860 bis 1863 verfasste Wilhelm Busch, der mittlerweile in bayerischen München gelandet war, weit über einhundert Beiträge für die "Fliegenden Blätter" und den "Münchener Bilderbogen". Nachdem er sich über die Bedingungen in dem Verlag von Kaspar Braun beschwerte, begab sich Wilhelm Busch gemeinsam mit Heinrich Richter auf die Suche nach einem neuen Verleger für seine Werke und seine Ideen. Nachdem die 1864 veröffentlichten "Bilderpossen" floppten, bot Wilhelm Busch Heinrich Richter ein Manuskript von "Max und Moritz" an, ohne jegliche Honorarforderungen. Richter lehnte jedoch dankend ab, aufgrund schlechter Verkaufsprognosen.
Letztendlich war es der Verleger Kaspar Braun, der das Manuskript und die Rechte an "Max und Moritz" für 1.000 Gulden von Wilhelm Busch erwarb. Diese Summe entsprach in der damaligen Zeit circa zwei Handwerkerjahreslöhnen, also eine stolze Summe für Wilhelm Busch. Braun tat mit diesem Geschäft einen gewinnbringenden und sehr lukrativen Glücksgriff. So gab es im Jahr 1908, dem Todesjahr von Wilhem Busch bereits die 56. Auflage der Streiche von Max und Moritz und es wurden bis dato mehr als 435.000 Exemplare dieser Bildergeschichte verkauft.
Quellen
- Michaela Diers "Wilhelm Busch - Leben und Werk", ISBN: 978-3-423-34452-4
- Eva Weissweiler "Wilhelm Busch - der lachende Pessimist", ISBN: 978-3-462-03930-6
