Wilhelm II. und seine Politik

Die Politik Wilhelms II. ab 1890 nach dem Rücktritt Bismarcks, alles über die Flottenpolitik und die neue deutsche Weltpolitik.

Wilhelm II. wird 1888 neuer Kaiser. Er verehrt Bismarck zwar als Gründer des Reiches, aber er möchte dennoch selbstständig Politik machen. Es kommt bald zu Konflikten in der Sozial- und Außenpolitik. Nachdem der Rückversicherungsvertrag mit Russland nicht verlängert wurde und die Sozialistengesetze beigelegt wurden, fühlte sich Bismarck von Wilhelm II. schließlich dazu veranlasst, sein Rücktrittsgesuch einzureichen. Am 20. März 1890 wird Bismarck schließlich entlassen.

Neuer Kurs von Wilhelm II.

Wilhelm II. baute sein eigenes persönliches Regiment auf. Er betonte das Gottesgnadentum und lehnte jede Form von konstitutioneller Monarchie oder gar eine Demokratie ab. Die Richtlinienkompetenz des Reichskanzlers, die sich Bismarck erschaffen hatte, ging wieder auf den Kaiser, also auf ihn selbst, über. er erstellte eine Hofclique, die Macht und Einfluss bekam. Diese eher rückläufige Politik stand im Gegensatz zu der raschen industriellen Entwicklung und dem rasanten Fortschritt von Wissenschaft und Technik. Auch das Ende der Weltwirtschaftskrise hatte nichts gemein mit dem Neuen Kurs Wilhelms.

Deutsche Flottenpolitik

Wilhelm II. war der Ansicht, das eine Kriegsflotte unerlässlich sei für die Absicherung einer angestrebten politischen und wirtschaftlichen Weltmachtsstellung. Von nun an sieht England Deutschland als Gegner an, dass sich seiner Seemacht nicht unterordnen will. Beide Länder beginnen ein Wettrüsten. Admiral Tirpitz wird eingestellt, der als Marinestaatssekretär die Ansicht vertritt, man bräuchte als sichtbares Zeichen der Weltmachstellung eine starke deutsche Flotte. Er wird von Wilhelm unterstützt und kann den deutschen Flottenverein gründen.

Deutsche Weltpolitik

Ab 1897 beginnt die Wende zu einer "forcierten" Weltpolitik. Es beginnt ein Wettlauf und zum Teil diplomatische und militärische Kämpfe der führernden Industriemächte um Kolonien, Rohstoffe, Einflusszonen, Handels- und Absatzmärkte und um Siedlungsgebiete (Imperialismus). Bis 1914 wird darum ein Kolonialreich geschaffen und eine Kriegsflotte aufgebaut. Ein weltweites Engagement der Außenpolitik beginnt, überall gibt es diplomatische Konfrontationen mit anderen Großmächten. Die deutsche Führung denkt nur noch an das Prestige, das es zu erringen gilt, indem man ein riesiges Kolonialreich aufbaut. Das Ziel ist das Erlangen des Weltmachtstatus, den es um jeden Preis zu holen gilt.

Neue Bündnissysteme

  • 1894 entsteht eine Militärkonvention zwischen Frankreich und Russland, die besprechen, dass sie einander helfen im Falle eines deutschen Angriffs.
  • 1904 verbünden sich Frankreich und Großbritannien und unterschreiben die Entente Cordiale.
  • 1907 gibt es eine Einigung zwischen Großbritannien und Russland. Großbritannien sieht das deutsche Reich als Hauptgegner aufgrund der Risikoflotte.

Bismarcks Bündnissysteme werden nicht verlängert und fallen somit einfach weg. ein Zwei-Fronten-Krieg gegen Frankreich und Russland droht und Deutschland fühlt sich eingekreist.

Vergleich mit Bismarck

Unter Bismarck gingen die meisten Bündnisse von Deutschland aus. Es kam kaum zu Spannungen zwischen Deutschland und anderen Ländern. Im Kriegsfall hätten sich die Bündnisse widersprochen, womit ein Krieg undenkbar gewesen wäre. Nach Bismarck gibt es viele Spannungen zwischen Deutschland und anderen Ländern. Deutschland ist nahezuvom Bündnissystem ausgeschlossen und ein Mehrfrontenkrieg ist möglich. Es gibt keine sichere Position mehr und kein gesichertes Gleichgewicht. Doch trotz allem regt sich Deutschland in Sachen Bündnissysteme nicht und kreist sich somit selbst ein.

Katharina Jütte - Ich bin Katharina Jütte, 20 Jahre jung. 2010 habe ich mein Abitur gemacht. Momentan studiere ich in Oldenburg Sonderpädagogik ...

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