Wer kennt sie nicht? "Hamlet, Prinz von Dänemark", "Romeo und Julia", "Othello". Die Meisterstücke des William Shakespeare gehören zweifelsohne zu den bekanntesten und beliebtesten literarischen Werken. Sie scheinen zeitlos und faszinieren auch heutige Leser.
Wer war William Shakespeare?
Obwohl der englische Dramatiker im Gegensatz zu einigen anderen Künstlern schon zu Lebzeiten "Kultstatus" erreichte, weist seine Biographie zahlreiche Lücken auf.
Als gelöst betrachtet man die Frage nach seiner Herkunft. Im April 1564 erblickte William Shakespeare in Stratford-upon-Avon, unweit von Birmingham, das Licht der Welt. Möglicherweise besuchte er die dortige Lateinschule, wo er sich Grundkenntnisse über die Dichtkunst angeeignet haben könnte. Belege dafür existieren nicht; das Wohlhaben seiner Eltern John Shakespeare und Mary Arden legt diese Vermutung jedoch nahe. Über die Persönlichkeit des Jungen gibt es keine verlässlichen Quellen.
Im Alter von achtzehn Jahren heiratete Shakespeare die acht Jahre ältere Anne Hathaway. Kurz darauf, im Mai 1583, gebar ihm seine Frau ein Mädchen: Susanna. Zwei Jahre später wurden die Zwillinge Hamnet und Judith geboren. Der Name seines Sohns Hamnet erinnert wahrscheinlich nicht umsonst an die bekannte Tragödie Hamlet. Frühzeitig, im Alter von nur elf Jahren, verstarb Hamnet unter unbekannten Umständen. Möglicherweise um Hamnet eine Art literarisches Denkmal zu setzen, benannte er die Hauptfigur der um 1601 entstandenden Tragödie nach ihm.
Was bis zu William Shakespeares Umzug nach London geschah, ist wiederum ungewiss. Vielleicht arbeitete er als Hauslehrer, um die zeitweiligen finanziellen Probleme seiner Familie zu lösen.
Shakespeare und der Erfolg in London
Mit der Reise nach London begann Shakespeares rascher Aufstieg. Als Mitglied der erfolgreichen Schauspielergruppe "Lord Chamberlain`s Men" sammmelte er Erfahrungen und verfasste nun selber Stücke. Neben seinen bekannten Theateraufführungen schrieb er weiterhin epische Werke und zahlreiche Sonette.
Schnell stellte sich der Erfolg ein. Shakespeares Stücke wussten durch Wortwitz, aktionsreiche Vorführungen und mystische Elemente jede Bevölkerungsschicht anzusprechen. Das 1599 erbaute Globe Theatre wurde zu Shakespeares Heimat. Sowohl einfache Handwerker, als auch wohlhabende Bürger fanden sich dort ein, um die erfrischenden Aufführungen zu erleben.
Doch der Erfolg besaß ein weiteres Gesicht. Neben bewundernden Kollegen hegten einige neiderfüllte Schriftsteller Groll gegen "die emporgekommene Krähe" (R. Green). Der immense Erfolg Shakespeares, der Miteigner des Globe Theatre wurde, überstrahlte seine Zeitgenossen bei weitem. Selbst am Hofe von Königin Elisabeth waren Shakespeare und seine Darsteller gern gesehene Gäste.
Dann, im Alter von 48 Jahren, kehrte der bekannteste Sohn der Stadt gut betucht nach Stratford zurück, wo er sich ein großes Anwesen, New Place, gekauft hatte und 1616 mit 52 Jahren verstarb.
Die bezaubernden, geistreichen Stücke aber überlebten ihren Verfasser. Ewig aktuelle Themen wie Liebe und Missgunst; Rache und Ehre überzeugen noch heute und prägen maßgeblich die Literaturgeschichte.
