Wimmelbild und Kletterplatz – Der Frankfurter Zoo für Dreijährige

Gorillababy Quembo im Frankfurter Zoo - © Frankfurter Zoo
Gorillababy Quembo im Frankfurter Zoo - © Frankfurter Zoo
Der Frankfurter Zoo bietet viele Tiere auf relativ kleiner Fläche. Glasscheiben an den modernen Gehegen bieten Kindern gute Beobachtungsmöglichkeiten.

"Ich möchte gerne mal im Zoo die Tiere seh'n", ist schon seit Tagen der Wunsch von Mia. Auf die Frage, welche Tiere sie denn sehen möchte, antwortet die Dreijährige: "Rehe, Elefanten, Löwen, Giraffen und Affen." Womit sie ihre Eltern vor ein Problem stellt. Rehe und Elefanten gäbe es im Opel-Zoo in Kronberg, Löwen und Menschenaffen im Zoo in Frankfurt. Nur Giraffen gibt es in beiden. Das Wetter gibt schließlich den Ausschlag für den Frankfurter Zoo. Mit seinen vielen Tierhäusern bietet es auch an weniger sonnigen Tagen gute Alternativen zu den Freigehegen.

Raubtiere hautnah

"Juchu", schreit Mia, als sie den Zoo betritt. Dabei sieht sie außer Bauzäunen noch gar nichts, weil das Bärengehege gerade umgebaut wird. Bei den Tigern hat sich dagegen schon eine Menschentraube gebildet. Unerschrocken kämpft sich Mia bis zur Glasscheibe vor und steht dem Tiger nun Auge in Auge gegenüber. Wer furchtloser ist, lässt sich in dem Augenblick nicht feststellen. Bei den Löwen bleibt ihr dieses Erlebnis verwehrt. Die liegen weit entfernt hinter dem Wassergraben in ihrem Gehege. Mia reicht das aber. Sie stellt fest: "Mama Löwe und Papa Löwe!" - alles da. Ihre Welt ist in Ordnung.

Suchspiele und Wimmelbilder - Grzimekhaus und Exotarium

Im Nachttierhaus wird es dunkel. Das Licht reicht gerade aus, um den Besuchern die nachtaktiven Tiere zu zeigen. Allein das ist schon ein spannendes Erlebnis für Mia. Dass die Tiere durch die Glasscheibe so unmittelbar zu sehen sind, tut sein übriges. Besonders spannend wird es, wenn sich das Gehege als Suchbild entpuppt: "Wo ist das Faultier?" "Da oben hängt es im Baum. Ich seh's!" schallt Mias Stimme durch den Raum. Bei so viel Begeisterung haben Mama und Papa Mühe, Mia das geforderte "Bitte leise sein!" abzuringen.

Im Exotarium ist das zum Glück nicht nötig. Fische, Echsen, Schlangen und Krokodile sind nicht lärmempfindlich. Und so klingt Mias "Da ist der rote Fisch!" und ihr "Hier vorne schwimmen ganz viele von denen rum!" laut durch die Räume. Es sind lebendige Wimmelbilder, die sich vor ihr auftun, und in denen sie mit Ausdauer einen Fisch nach dem andern sucht. Bei den Echsen und Schlangen geht es weniger lebhaft zu. Aber wenn die Tiere neugierig die Besucher beäugen, äugt Mia mindestens genauso neugierig zurück. Und als sich die kleinen grünen Langnasen-Strauchnattern zischelnd vor ihr empor schlängen, schreckt sie entzückt zurück. Zu ihrer Sicherheit prüft Mia doch erst noch einmal, ob die Scheibe auch noch da ist.

Affen, Robben und Giraffen – die Publikumslieblinge

Im 2008 eröffneten Borgori-Wald hält sich Mia erst mal die Ohren zu. Hier sind die Menschenaffen untergebracht und die Bonobos empfangen die Besucher mit ohrenbetäubendem Lärm. "Die zanken sich, wie die Menschen", grinst Mia. Sie ist begeistert von den Kletterkünsten der Affenbabys und von dem Orang-Utan, der direkt an der Scheibe sitzt und an einer Mohrrübe knabbert. Das Gorillababy Quembo animiert Mia dazu zu zeigen, dass sie genauso gut klammern kann. Dann reicht es ihr aber auch. "Nicht nochmal Affen", widerspricht sie dem Vorschlag, das Affenhaus zu besuchen.

Ihre Konzentration lässt nach. Da bietet sich ein Besuch bei den Giraffen an. Die muss Mia weder suchen noch tollen sie durchs Gehege. Die Giraffen stehen einfach nur im Giraffenhaus, fressen und imponieren durch ihre Größe. Bei den Robben ist das schon wieder anders, die werden gerade gefüttert und führen dabei Kunststücke vor. Hochkonzentriert beobachtet Mia das Geschehen von Papas Schultern aus. Sie hätte sonst keine Chance, bei den Besuchermassen etwas zu sehen. Die Fütterungszeiten sind ausgeschrieben und wer einen guten Platz erwischen will, sollte sich rechtzeitig auf den Weg machen.

Der Spielplatz – lebendige Erholungsstätte

Nach so viel Anstrengung hat Mia sich eine Erholungsphase auf dem Spielplatz verdient. Die alten Metallspielgeräte wurden 2009 durch moderne Holzspielgeräte ersetzt und bieten viel Platz zum Klettern, Rutschen, Balancieren und Schaukeln. Zwei Holztische mit Bänken bieten sich für ein begleitendes Picknick an, an besucherstarken Tagen dürfte dieser Platz allerdings knapp werden. Alle Verpflegungsstationen des Zoos liegen in der Nähe, so dass sich der Duft von Pommes mit dem von frisch gebackenen Waffeln mischt und nicht nur die Begehrlichkeiten von Kindern weckt. Selbstverständlich fehlt auch ein Eisstand in der Nähe nicht.

Das Fazit

"So viele Tiere wollte ich gar nicht sehen", meint Mia am Ende des Tages erschöpft, "da wird mir ja auch langweilig." Dabei hat sie die Hälfte der Tiere gar nicht gesehen. Die kommen beim nächsten Besuch dran. Bei Eintrittspreisen von 8 Euro für Erwachsene, 4 Euro für Kinder und freiem Eintritt für Kinder unter 6 Jahren ist das machbar. Insgesamt bietet der Zoo für Dreijährige viele Anregungen. Zeit und Freiraum zum Spielen sollte man auf jeden Fall von vornherein einplanen. Weil der Zoo durch seine Innenstadtlage in der Fläche beschränkt ist, bietet er viele Tiere auf kurzen Wegen, was den Kindern entgegenkommt. An besucherstarken Tagen bedeutet das aber auch, dass sich sehr viele Menschen vor den Gehegen drängen und kleine Kinder schnell überfordert sind. Dann bietet es sich an, die Morgenstunden zu nutzen. Der Zoo öffnet bereits um 9.00 Uhr.

Birgit Schmidt, Birgit Schmidt

Birgit Schmidt - Birgit Schmidt, Jahrgang 68, Diplom-Mathematikerin, seit über 10 Jahren als Softwareentwicklerin tätig, hat berufsbegleitend ...

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