Gerade Nutzer von Windows XP kennen das Problem: Nach einem Stromausfall oder einem Notstart wegen nicht reagierender Programme lässt sich das Betriebssystem nicht mehr starten. Auch der so genannte "abgesicherte Modus" kann nicht mehr aufgerufen werden. Was ist jetzt zu tun?
Grundsätzlich hält Microsoft für Windows-XP-Nutzer zwei Reparaturmöglichkeiten bereit: Die automatische Wiederherstellung des Systems mit Hilfe der Installations-CD – oder die nutzergesteuerte Variante über die Reparaturkonsole. Dabei handelt es sich um eine Kommandozeilenoberfläche, die auf DOS-Basis läuft. Angst muss man aber auch als unbedarfter Nutzer hiervor nicht haben; es gibt im Prinzip nur wenige wirklich wichtige Befehle, die zum Einsatz kommen.
CD bootet nicht? BIOS-Einstellungen prüfen
Wie gelangt man nun auf die Reparaturkonsole? Auch hierzu benötigt man die Windows-Installations-CD. Sie wird vor dem Neustart des Rechners eingelegt und sollte im Idealfall selbstständig booten. Möglicherweise wird der Nutzer aufgefordert, eine beliebige taste zu drücken, um von der CD zu starten. Erscheint diese Botschaft nicht, muss das CD/DVD-Laufwerk über das BIOS als erste Datenquelle für den Bootvorgang eingestellt werden (Das BIOS lässt sich in der Regel nach dem Systemstart über die Taste ENTF bzw. DEL oder F2 aufrufen; anschließend muss man nach den Einstellungen für die Boot Sequence oder Boot Priority suchen).
Startet man also von der CD, erscheint nach dem Laden einiger Systemdateien ein Auswahlmenü, das abfragt, ob eine Neuinstallation durchgeführt werden soll, oder eine Reparatur über die erwähnte Reparaturkonsole. Hinweis: Wenn man hier "Neuinstallation" auswählt und den Kopiervorgang für weitere Dateien abwarten, kann man bei noch halbwegs intakten Betriebssystemen auch die automatische Wiederherstellung auswählen und überschreibt dabei nicht die bestehenden Daten, Programme und Systemeinstellungen.
CHKDSK ist das "Generalkommando"
Nach Anwahl der "Reparaturkonsole" wechselt der Bildschirm in den Konsolenmodus mit schwarzem Hintergrund und weißer, grafisch primitiver Schrift. Gegebenenfalls muss man sich nun bei einer Windowsinstallation mit Benutzernamen und Password anmelden - sofern die Benutzerkonten entsprechend eingerichtet wurden. Man wählt hier stets den Administratorzugang. Anschließend können - endlich - die notwendigen Befehle zur Systemwiederherstellung eingegeben werden.
Das Generalinstrument heißt hier "CHKDSK" - kurz für "Check Disc". Wenn Windows unerwartet heruntergefahren oder ein Neustart erzwungen wurde, geraten häufig die Verweise und Bezüge systemrelevanter Dateien und Einträge durcheinander. Installationsvorgänge im Hintergrund werden abgebrochen, ausgelagerte Dateien und Informationen nicht mehr zurückgeschrieben. Diese Informationen fehlen nun also für den neuerlichen Start des Betriebssystems.
Das Kommando "CHKDSK" erkennt solche fehlende oder falsche Verweise, behebt sie aber noch nicht. Man muss dem Kommando zusätzliche Parameter mitgeben, um entsprechende Reaktionen auf die festgestellten Fehler festzulegen. Mögliche Parameter sind /f zur einfachen Fehlerbehebung (gegebenenfalls nach einem Neustart) und /r zur Wiederherstellung von Informationen in beschädigten Sektoren. Handelt es sich um eine Festplatte im NTFS-Format, eigent sich auch /x zur Fehlerbehebung und vorausgehender Freigabe der Platte für die entsprechenden Aktionen.
Defekte Festplatte extern anschließen
Nach Eingabe des entsprechenden Befehls - in der Regel bringt "CHKDSK /r" die erhofften Ergebnisse - wird die Prüfung durch- und anschließend die Fehlerbehebung ausgeführt. Der Rechner kann dann neu gestartet werden und wird in der Mehrzahl der Fälle das Windows-Betriebssystem wieder korrekt laden. Prinzipiell funktioniert CHKDSK auch bei Windows Vista und Windows 7 - nur wird die Reparaturkonsole nicht mehr automatisch auf der Installations-CD angeboten. Abhilfe schafft hier, wie auch bei nicht vorhandener Windows-XP-Installations-CD, der Ausbau der betroffenen Festplatte und die Überprüfung an einem anderen Rechner. Sie kann dort wahlweise intern am S-ATA- oder IDE-Port angeschlossen oder extern via USB verbunden werden.
