
- Winter in Flensburg - Tobias Mandt / Flickr
Auch im äußersten Norden Deutschlands ist der Winter ausgebrochen! Während man in den vergangenen Jahren fast schon neidisch auf die wunderschönen verschneiten Winterlandschaften Süddeutschlands schaute, hat man dieses Jahr eine dicke Schneedecke direkt vor der Haustür. Schon im zweiten Jahr in Folge hat man auch in Norddeutschland einen schneereichen Winter. Sogar Gewässer wie die Flensburger Förde sind teilweise von einer leichten Eisdecke bedeckt. Vielerorts sieht man Kinder Schlitten fahren und im Schnee spielen. Es scheint fast so, als müsse man nicht mehr in den Winterurlaub in die Berge fahren. Doch der harte Wintereinbuch bringt auch viele negative Faktoren mit sich.
Wird das Streusalz reichen?
Nächte mit zweistelligen Minustemperaturen sind nun schon im zweiten Winter in Folge auch im nördlichen Schleswig-Holstein keine Seltenheit mehr. Dies trifft die Region allerdings härter als andere. So ist der Winterdienst beispielsweise nicht auf diesen enormen Streusalzbedarf vorbereitet. Im Landkreis Schleswig-Flensburg sind bereits 2/3 des Vorrates verbraucht. Im letzten Jahr verbrauchte man sagenhafte 80 000 Tonnen Streusalz, um den Verkehr einigermaßen sicher zu machen. Aktuell befürchtet man bereits, dass es in diesem Jahr nicht reichen könnte, die Straßen ausreichend zu streuen. In der Stadt Flensburg sei man aber gut gerüstet. So habe man aus dem letzten Winter gelernt und 100 Tonnen Streusalz extra bestellt. Sechs Tonnen Salz lässt jedes große Streufahrzeug zur Zeit auf Flensburgs Straßen. Wenn dies so weiter geht, wird es im Frühjahr wieder erhebliche Folgeprobleme mit der Straßendecke geben. Diese wird durch den Frost und die Salzmengen starke Löcher bekommen.
Verkehrsprobleme
Im öffentlichen Nahverkehr gibt es bereits Probleme mit der Personenbeförderung. Busse haben teilweise Verspätungen von 20-30 Minuten. Bahnhöfe werden so wiederum nicht rechtzeitig erreicht und Züge verpasst. Aber auch Züge erreichen den Flensburger Bahnhof nur stark verspätet. Man kann nur hoffen, dass sich die Wetterlage bis zu Weihnachten wieder etwas verbessert, damit am Heiligabend alle heil und gesund zu ihren Familien kommen.
Schulausfälle im ganzen Land
Im ganzen Bundesland Schleswig-Holstein hat es schon vermehrt Schulausfälle gegeben. Es sei zu gefährlich, die Menge an Fahrgästen bei den Witterungsbedingungen zu befördern. Am schlimmsten ist die Lage im Kreis Ostholstein. Hier kam es schon zu mehreren freien Tagen für Schüler. Was des einen Freud ist, ist aber auch hier des anderen Leid. Viele Eltern halten die vermehrten Schulausfälle für unangebracht. Zum einen entfalle Unterrichtsstoff, zum anderen haben berufstätige Eltern Probleme mit der Betreuung ihrer Kinder, die nun zu Hause sind. An der Christian Albrecht Universität in Kiel kam es auch schon zu einem vorlesungsfreien Tag. Aufgrund der Wetterlage konnte der Transport per Bus nicht gewährleistet werden.
