Winterchaos in Deutschland: Jetzt wird das Streusalz knapp

Winter pur - Nicole Schmitt
Winter pur - Nicole Schmitt
Der Wetterbericht vermeldet für Deutschland weiter heftige Schneefälle. Jetzt wird in vielen Kommunen auch noch das Streusalz knapp.

Dichter Schneefall und glatte Straßen haben auch am 16.12.2010 zu etlichen Verkehrsbehinderungen in weiten Teilen Deutschlands geführt. Vor allem auf den Autobahnen und Landstraßen ging es oftmals nur stockend vorwärts. Eisige Temperaturen und heftige Schneefälle erschwerten den Autofahrern das Fortkommen. Und der Wetterdienst meldet: Es soll weiter schneien. Sturmtief Petra soll bis zum frühen Morgen wüten und weiteren Schnee bringen.

Die Flughäfen bereiten sich auf die Schneemassen vor

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main sind bereits die ersten Flugannullierungen zu vermelden, das Winterwetter hat die Flugzeuge fest im Griff. Auch in München sieht's kaum besser aus. Verspätungen und annullierte Flüge sind hier zu erwarten. Ein ähnliches Bild ist auch in Hamburg zu sehen. Hier sind - wie im gesamten Bundesgebiet - etliche Flüge gestrichen worden. Der Flugverkehr in Nürnberg läuft zwar noch, allerdings ist auch hier mit vielen Verspätungen zu rechnen. Fluggästen wird geraten, sich vorher zu erkundigen, ob der Flug stattfindet oder wetterbedingt gestrichen wurde.

Das Streusalz wird knapp.

Das Winterwetter macht aber nicht nur den Flughäfen zu schaffen. Für etliche Gemeinden und Kommunen bedeuten die starken Schneefälle bereits jetzt im Dezember erhebliche Einschränkungen im Winterdienst. In Bayern beispielsweise fährt die Stadt Regensburg in der Oberpfalz einen Salz-Sparplan. Nachdem nämlich in den ersten beiden Dezemberwochen bereits 1.000 Tonnen Streusalz auf den Straßen landeten, hat der Winterdienst nun die Anweisung bekommen, nur noch Kreuzungen, Steigungen, Rettungswege und Brücken zu streuen. So soll das wertvolle Salz gespart werden.

Lieferengpässe in ganz Europa

Mit dem Problem der Salzknappheit ist Deutschland nicht allein. In ganz Europa fordern der harte Winter und die anhaltenden Schneefälle ihren Tribut. Die Nachfrage bei den Salzlagern ist ungebrochen hoch. "Die Lage ist angespannt, es gibt von Schweden bis Italien extrem hohe Nachfrage, Lieferungen verzögern sich", weiß Holger Bekemaier, der Sprecher der European Salt Company (Esco). Esco ist wohl der größte Salzhersteller Europas und baut im Jahr mehr als sechs Millionen Tonnen Salz ab. Obwohl seit einem Jahr rund um die Uhr gearbeitet wird, reiche es trotzdem nicht.

Noch mehr Schnee für Deutschland?

Und der eisige Schnee hat die Deutschen auch weiter fest im Griff. Der Deutsche Wetterdienst gibt noch keine Entwarnung. Vor allem im Osten und Süden Deutschlands soll es zu weiteren, teils starken Schneefällen kommen, der Nordwesten wird mit Schneeschauern bedacht - bei teils kräftigem Wind und Böen. Und dieses Winterwetter wird den Deutschen laut Wetterdienst auch noch eine Weile erhalten bleiben. Ob es bei so viel Schneepracht dann aber wenigstens auch an Weihnachten Schnee gibt, darauf wollen sich die Experten mit ihren Prognosen (noch) nicht festlegen.

Nicole Schmitt - Nicole Schmitt ist seit fast 15 Jahren als Redakteurin vor allem im aktuellen Bereich zu Hause. Daneben liegen ihr aber auch Bildungs- und ...

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