Winterhuder Fährhaus: Wie mokt all'ns platt

Gerd Spiekermann - Benita Brunnert
Gerd Spiekermann - Benita Brunnert
"Wi mokt all'ns platt" hieß das Programm von Gerd Spiekermann, Henning Kothe und Detlef Wutschik, dass das Winterhuder Fährhaus präsentierte.

Am 25. September 2011 wurde es platt im Winterhuder Fährhaus. Nicht vom Niveau, sondern von der Sprache her. Gerd Spiekermann, Henning Kothe und Detlef Wutschik mit seiner Puppe Herr Mommsen präsentierten einen plattdeutschen Vormittag bei dem man sich ausschütten konnte vor Lachen. Zunächst begrüßt Puppe Werner Mommsen die Zuschauer mit einem drögen: "Moin, moin" und erklärt, dass er Bremer Platt spricht, aver dat weer ja wohl egal, denn irgendwie is Platt eben doch Platt un wi ward us dor al an wenn'. Er wird durch das Programm führen und ist somit quasi der "Heimleiter" hier. Und schon plaudert er über die Hamburger und die Pinneberger. Er würde niemals jemanden fragen, woher er kommt, denn wenn dann die Antwort "Pinneberg" lautet, würden sich die Hamburger ohnehin scheckig lachen. Er selbst natürlich nicht. Wenn man aus Pinneberg kommt, hat man es schließlich schwer genug.

Wenn Gerd Spiekermann zu spät kommt

Herr Mommsen muss jetzt leider noch überbrücken, denn Gerd Spiekermann hat mit seinem neuen Navigationssystem nicht hierhergefunden. In der Zwischenzeit hätte man aber einen Sänger "Fiete" auftreiben können, dieser würde nun ein paar Shantys singen. Fiete Hansen entpuppt sich dann aber als Henning Kothe und dieser möchte mit uns eine Reise durch die Klassische Musik unternehmen. Wunderschön stimmt er das Ave Maria an. Es folgt Schubert's Ode an die Musik. "Plattdeutsch!" zischt ihm Herr Mommsen wütend zu. "Achso, plattdeutsch", entgegnet Herr Kothe und singt den Schubert fortan auf Plattdeutsch. Nicht lange, denn dann ist Spiekermann endlich da. Nicht weil er sich verfahren hätte oder im Stau stand, nein, vielmehr gibt er vor, nicht aus dem Bett gekommen zu sein, schließlich war ja gestern Schlagernacht und das ist dann eben recht früh geworden. Bald philosophiert er über kalte und warme Klosetts in beliebter und bekannter Spiekermann-Manier. Bei so manch einem werden wahre Kindheitserinnerungen wach, wenn es um die Herstellung von Klopapier aus alten Zeitungen oder die Sülzeproduktion geht. Man teilt die Abneigung gegen unkonkretes Hühnerfrikassee und die Liebe zu Pinot Grigiot oder Chardonnay. Und lernt "Beer nah Klock söss is Fieravend, vör Klock söss Supen".

True Love zu Liesbeth

Großartig, wenn Herr Mommsen aus dem guten alten "True Love" ein plattdeutsches Liebeslied namens "Liesbeth" macht. Jede Gestik, man möchte beinahe auch von Mimik sprechen, kurz jede Kleinigkeit an dieser Puppe stimmt. Detlef Wurtschik haucht ihr einfach perfekt Leben ein. Henning Kothe singt Mozarts Vogelfänger auf Plattdeutsch mit bestens ausgebildeter Stimme. Hinreißend mit welch komischer Verzweiflung er sich schließlich sogar zu Shantys hinreißen lässt.

"Wi mokt all'ns Platt" - ein herrlich erheiterndes Programm.

Benita Brunnert, Benita Brunnert

Benita Brunnert - auch bei Twitter https://twitter.com/#!/BenitaBrunnertseit 2011 Moderatorin, Reporterin Nowo1 TV2009 Freie Redakteurin und Moderatorin ...

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