Wer schon einmal an einem lauen Sommerabend im Freien von blutsaugenden Mücken gestochen wurde, wird die quälende Symtomatik des schnell einsetzenden Juckreizes (Pruritus) kennen. Nicht selten wird man dabei um den nächtlichen Schlaf gebracht oder kann sich deshalb mehrere Tage lang bei der Arbeit nicht mehr richtig konzentrieren. Allzu groß ist die Verlockung, an den juckenden Hautstellen zu kratzen. Doch die dabei entstehenden Wunden können sich leicht entzünden, und damit wird das Leiden noch größer. Welche einfachen Hausmittel helfen, den Juckreiz erfolgreich zu lindern?

Es gibt eine Reihe von Ursachen für die Hautreizungen

Verschiedene Botenstoffe, wie beispielsweise das Histamin, werden von den Entzündungszellen ausgeschüttet. Sie erweitern das Gewebe, schütten dort (beim Mückenstich) Flüssigkeit aus und verursachen so die Schwellung sowie den damit verbundenen Juckreiz. Die Medizin unterscheidet zwischen infektiösen, also durch Krankheitserreger ausgelösten und nicht infektiösen Hauterkrankungen, mit denen der Juckreiz einhergeht. Zur zweiten Gruppe gehören Ekzeme, Allergien, Neurodermitis und Schädigungen durch Strahlung (zum Beispiel Sonnenbrand), Wärme, Kälte oder durch den Alterungsprozess. Die klassischen juckenden Infektionserkrankungen sind Windpocken, Masern, Röteln, Scharlach sowie Herpes, aber auch Pilz- und Parasitenbefall (Läuse, Flöhe, Milben). Insektenstiche rufen oft ebenfalls starken Juckreiz hervor. Außerdem kann er die Folge von seelischen Problemen und Stress sowie die Nebenwirkung von eingenommen Medikamenten sein.

Oft dämpfen einfache aber wirksame Hausmittel den Juckreiz

Auch wenn dieser häufig sehr unangenehm ist und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigt, gibt es neben den vom Arzt verschreibungspflichtigen Medikamenten eine Reihe von altbewährten Hausmitteln und Ratschlägen, die mitunter schnelle Linderung verschaffen:

  • Der Klassiker bei einem Insektenstich ist noch immer der eigene Speichel. Dieser kühlt und wirkt zumindest kurzfristig gegen das vom Körper ausgestoßene Hormon Histamin.
  • Kühlen Sie die Haut mit feuchten Umschlägen aus einer Lösung von Obstessig in Wasser (etwa einen Esslöffel Essig auf einen Liter Wasser). Das stärkt auch den Säureschutzmantel der Haut.
  • Schuppen und weitere Oberflächenpartikel mit warmem Wasser aus einer milden, pH-neutralen Schmierseife abwaschen.
  • Histaminhaltige Nahrungsmittel wie Salami, Käse, Weißwein, Nüsse oder Thunfisch sollte man meiden. Nach Möglichkeit ganz auf Alkohol, Nikotin und scharf gewürzte Speisen verzichten.
  • Halbieren Sie eine Zitrone oder eine Zwiebel und reiben Sie die juckenden Stellen mit der Schnittstelle ein. Oder schneiden Sie eine rohe Kartoffel in Scheiben, legen diese auf die Haut und wickeln sie mit einem Tuch für etwa eine halbe Stunde ein.
  • Man sollte Duschgels und Seifen mit starken Düften vermeiden und statt dessen in Salzwasser baden. Danach gründlich abtrocknen und die Haut mit Johanniskrautöl einreiben.
  • Auch eine Maske aus Quark, Joghurt oder ein Brei aus einer zerdrückten, reifen Banane mit einem Teelöffel geschlagener Sahne und einem Esslöffel Joghurt ist hilfreich. Im Gesicht lässt man die Augenpartie dabei frei und reibt die Maske nach etwa 20 Minuten mit lauwarmem Kamillentee wieder ab.
  • Bei Juckreiz am Kopf: Lösen Sie drei Tropfen Rosmarinöl in 30 ml hochprozentigem Alkohol und verdünnen die Mischung mit einem Esslöffel Wasser. Zwei bis dreimal täglich auftragen.
  • Wer geschwitzt hat, sollte die feuchte Kleidung wechseln.
  • In der Apotheke bekommt man Nachtkerzensamen- oder Wacholderbeeröl sowie mit natürlichem Vitamin E hochdosierte Salben und Cremes.
  • Die Kieselsäure des Zinnkrautes fördert die Erneuerung der Hautzellen und bindet deren Feuchtigkeit. Man kocht einen Sud aus zwei Händen voll Zinnkraut in zwei Litern Wasser zehn Minuten, lässt ihn danach auf etwa 13 Grad abkühlen und tränkt eine Mullbinde darin, die dann um die juckenden Stellen gebunden wird.
  • Wer sich im Schlaf kratzt, sollte Baumwollhandschuhe tragen, die es auch für Kinder in entsprechenden Größen gibt. Auch tagsüber nach Möglichkeit Baumwollkleidung tragen.

Wann sollte unbedingt die Abklärung durch einen Arzt erfolgen?

Hält der Juckreiz allerdings ohne eindeutig erklärbare Ursache länger als eine Woche an, sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden, denn die Hautreizung kann auch Ausdruck und Begleiterscheinung einer schweren Erkrankung sein:

  • Erkrankungen der Leber und Galle
  • Nierenerkrankung und Nebenwirkung der Blutwäsche (Dialyse)
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Hormonmangel in der Wechseljahren der Frau (Juckreiz im Bereich der Schamlippen)
  • Hämorrhoiden (Juckreiz im Bereich des Afters) oder Wurmbefall
  • Krebs
Quellen:

Online-Gesundheitsportale Onmeda, Gesunde-Hausmittel und CSS-Versicherung (Schweiz)

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel den ärztlichen Rat nicht ersetzen kann!