
- Schutz vor Zecken - m.prinke
In Deutschland sind vor allem zwei Zeckenarten vertreten: der Gemeine Holzbock (eine Schildzeckenart) und die Taubenzecke (eine Lederzeckenart). Da die Taubenzecke sich jedoch – wie es der Name vermuten lässt – in aller Regel auf Tauben beschränkt und, wenn sie Menschen beißt, innerhalb von wenigen Tagen stirbt, ist es vor allem der Gemeine Holzbock, der im Fokus der Aufmerksamkeit steht. Die Schildzecken sind insbesondere als Krankheitsüberträger gefürchtet. Es gibt jedoch wirksamen Schutz.
Wo sich Zecken aufhalten
Anders als oftmals vermutet, fallen Zecken nicht von Bäumen. Man muss sich also bei einem Waldspaziergang, sofern man auf dem Weg bleibt, keine allzu großen Sorgen machen. Zecken erklettern zwar Gräser und Sträucher, bleiben jedoch in einer Höhe, die auch der Größe des Opfers entspricht. In den drei verschiedenen Entwicklungsstadium einer Zecke (Larve, Nymphe und ausgewachsen) halten sich die Parasiten normalerweise in einer Höhe zwischen 20 cm und 150 cm auf, um sich so optimal am potentiellen Wirt anhaften zu können.
Einmal einen aussichtsreichen Platz gefunden, können Zecken dort mehrere Wochen ausharren. Zecken besitzen ein spezielles Sinnesorgan (Haller'sches Organ), mit dem sie Witterung aufnehmen können. Sie können jedoch auch auf Vibrationen sowie eine Veränderung der Lichtverhältnisse reagieren und gehen dann umgehend in Lauerposition. Derart vorbereitet können sich die Zecken dann an alles anhängen, was ihre Position streift.
Präventiv gegen Zecken schützen
Bereits vor einem Zeckenbiss kann man Schutzmaßnahmen treffen, um selbigen zu vermeiden. Sehr wirksam ist es generell, den Lebensraum der Zecke zu vermeiden: Hohe Gräser, dichte Krautzone, Unterholz und Büsche. Sollte dies nicht möglich sein, können handelsübliche, insektenabweisende Mittel zumindest einen temporären Schutz bieten. Da Zecken sehr stark auf das Haller'sche Organ angewiesen sind, können sie auf diese Art den potentiellen Wirt im wahrsten Sinne des Wortes nicht riechen, beziehungsweise meiden die Quelle des Geruchs. Zusätzlich zur Haut sollte auch die Kleidung entsprechend behandelt werden. Dies ist jedoch kein allzu sicherer Schutz und zudem nur von kurzer Dauer, da vor allem im Freien der Geruchseffekt schnell verfliegt.
Die Kleidung selbst ist ein effektiver Schutz gegen Zeckenbisse. Genau wie dies beim Schutz vor Mückenstichen der Fall ist, hilft am besten helle Kleidung, mit langen Hosenbeinen und Ärmeln. Im Idealfall ist die Kleidung auch noch geschlossen.
Haut und Kleidung nach Zecken absuchen
Nach einem Aufenthalt im Freien, vor allem nach einem Besuch in einem der Gefahrengebiete, ist es in jedem Fall angebracht, Körper und Kleidung gründlich abzusuchen. Zecken können sich unter Umständen über Stunden an Kleidung oder dem Körper aufhalten, bevor es zu einem Biss kommt. Da Zecken sehr klein sind, ist genaueres Hinsehen gefragt. Hals, Haare, Achselhöhlen und Kniekehlen sind besonders beliebte Orte für Zecken, daher lohnt sich an diesen Stellen ein intensiver Blick. Sollte ein Haustier mit im Freien gewesen sein, so sollte auch dieses mit abgesucht werden.
Zecken richtig entfernen
Befinden sich Zecken am Körper, die bereits im Vollsaugen begriffen sind, müssen diese sofort entfernt werden. Im Optimalfall wird die Zecke im Kopfbereich gepackt, so nah wie möglich an der Haut. Ein Entfernen ist auch mit den Fingernägeln möglich, empfohlen sind jedoch spezielle Zeckenzangen oder -pinzetten. Befindet sich die Zecke im festen Griff, so sollte sie mit gleichmäßiger Geschwindigkeit gerade herausgezogen werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Zecke nicht gequetscht wird. Es besteht dabei die Gefahr, dass die Zecke infizierten Speichel oder Darminhalt freigibt und dadurch Krankheitserreger schneller übertragen werden.
Die Zeckenimpfung
Zecken können Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Nur gegen FSME ist eine Impfung möglich. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt eine Impfung für Einwohner und Besucher von Risikogebieten und Personen, die beruflich durch FSME gefährdet sind: beispielsweise Forstarbeiter in Risikogebieten oder Laborpersonal. Soweit bekannt sind die Impfstoffe im Allgemeinen gut verträglich. Besonders bei jüngeren Kindern werden jedoch häufig Fieberreaktionen beobachtet, daher sollte bei Kindern unter drei Jahren überdacht werden, ob eine Impfung notwendig ist und diese unter Umständen mit dem behandelten Arzt abgesprochen werden.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
Quellen:
- Robert Koch Institut: Durch Zecken übertragene Erkrankungen
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Zecken
