Es mutet schon etwas merkwürdig an, wenn man bei 35 Grad im Schatten und einer Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent über die Interstate 4 Richtung Orlando fährt und plötzlich die schneebedeckten Turmspitzen von Schloß Hogwarts am Horizont auftauchen. Abgesehen von den Palmen, den Fast-Foodketten und der aufdringlichen, riesigen Reklameschildern, links und rechts vom Hiway, sieht die Szenerie genauso aus, wie man sie aus den Harry Pottern Filmen kennt.
Man mache sich auf ellenlange Schlangen gefasst
In kürzester Zeit mutierte die Wizarding World zum Gralstempel der Potter-Fans. Dementsprechend sind der Zulauf und die Warteschlangen. Sie ist kein eigenständiger Freizeitpark, sondern ein Teil der „Islands of Adventures“, einer der beiden Universal Parks in Orlando. Geschickt ist es, die absoluten Stoßzeiten um die Feiertage und Ferien zu vermeiden und sein Glück in der lauen Zeit (September/Oktober und Mai/Juni) zu versuchen.
Lohnt es sich?
Definitiv! Selbst die hartgesottesten Fans dürften ihre Erwartungen erfüllt bekommen. In liebevoller und akribischer Detailarbeit ist der gesamte Komplex gestaltet. Man betritt die Wizarding World durch den Eingang zum Dorf „Hogsmead“, wo der Hogwartsexpress schon dampfend steht. Bei „Olivanders“ (der eigentlich in der Winkelgasse angesiedelt ist) kann man Zauberstäbe erstehen, die einem selbst „erwählen“. Im „Honeydukes“ finden sich die in den Büchern zahlreich beschriebenen Süßigkeiten und in den „three Broomsticks“ kann man endlich ein Butterbier bestellen! Seit 1997 als der erste Potter-Band in die Läden kam, fragte man sich, wie es wohl schmecken würde - jetzt kann man es erfahren.
Die „Rides“
Im Innern von Hogwarts befindet sich die „Journey of Harry Potter“-Fahrt. Um dorthin zu gelangen, muss man durch das gesamte Schloss. Man sieht die große Halle, den ein oder anderen Klassenraum, Büros und andere bekannte Örtlichkeiten, die alle mit absoluter Liebe zum Detail hergerichtet sind. Die Fahrt selbst ist eine atemberaubende Mischung aus Animation und Fahrgeschäft. Hightech vom Feinsten und sehr aufwändig inszeniert. Nervenkitzel bietet die „Duelling Dragons“ eine Hochgeschwindigkeits-Achterbahn, bei der zwei zeitgleich startende Wagenkolonnen aufeinander zu rasen, um kurz vor dem Crash in die Tiefe zu rasen. Für die kleineren Besucher gibt es die „Hippogryff“-Bahn, die ein etwas gemächlicheres Tempo anschlägt.
Speis und Trank
Erfreulicherweise und reichlich unerwartet bietet das „three Broomsticks“ vernünftiges Essen an, das sich wohltuend vom sonst üblichen Fastfood unterscheidet. Wie in einem altmodischen englischen Pub werden stilecht Dinge wie „Sheperds Pie“ Gemüse und deftige Braten serviert. Billig ist es nicht, aber das erwartet auch niemand in einem Freizeitpark.
Merchandising
Wer mit Kindern hingeht, sollte sich darauf einstellen, arm zu werden. Was immer je an Harry Potter Werbekram produziert wurde, gibt es dort zu erstehen. Vieles gibt es nur dort. Seien es „Bertie Botts beste Bohnen“, originale Gryffindorumhänge oder Schokofrösche mit Sammelbildchen - man kann ein Vermögen dort ausgeben.
Übernachtungstips
Wenn man die Interstate 4 Richtung Tampa nimmt, kommt man an Kissimmee vorbei. Die Abfahrt auf die US 192 nehmen. Dort gibt es ein Motel und Hotel neben dem anderen die alle einen ordentlichen Standard haben und wesentlich billiger sind als diejenigen in der Nähe von Disney und den anderen Parks. Es gibt auch zahlreiche sehr günstige „Freßtempel“ dort, wie das „Golden Coral“ oder „CiCis Pizza“ in denen man für kleines Geld „ all you can eat“ bekommt.
