WM 2014 - Bundestrainer Joachim Löw hat eine Mission

Bundestrainer Joachim Löw - Ollie Irish
Bundestrainer Joachim Löw - Ollie Irish
Die Fußballwelt atmet auf: Jogi Löw bleibt Bundestrainer! Führt der beste Trainer des DFB seine junge Mannschaft zum ganz großen Erfolg?

Für Löw und seine Mannschaft hat es bei dieser Weltmeisterschaft zwar nicht zum ganz großen Erfolg gereicht, doch sie erreichte weit mehr als nur den dritten WM-Platz. Die junge Elf präsentierte sich bei der WM in Südafrika als eine der vielversprechendsten Mannschaften und wurde durch ihre hervorragenden Leistungen mit Lob und Anerkennung überhäuft.

Joachim Löw erhält das Bundesverdienstkreuz

Bundestrainer Joachim Löw hat bei dieser Weltmeisterschaft bei Fans, Spielern wie DFB-Profis auf jeden Fall gewonnen. Ihn, da ist man sich einig, braucht der DFB für den Aufbau und die zukünftigen Erfolge der jungen deutschen Mannschaft.

Für sein Werk als Trainer, mit dem er sich um den deutschen Fußball verdient gemacht hat, bekommt Joachim Löw das Bundesverdienstkreuz. Dazu Bundespräsident Christian Wulff: "Er hat bei dieser WM in besonderer Weise seine Trainerqualitäten bewiesen.“

Beste deutsche Mannschaft seit 1972

Joachim Löw zeigte immer wieder Charakterstärke und Profil. Nach dem Ausfall von Michael Ballack hat er trotz kritischer Presse und vielen öffentlichen Diskussionen über seine Personalentscheidungen ein WM-Team aus dem Hut gezaubert, das ganz Südafrika begeisterte. Junge Stars wie Müller, Özil oder Khedira haben sich nach dieser WM 2010 einen Namen gemacht und die Welt um neuen Fußball bereichert. "Sportlich gute Perspektiven für die nächste WM-Endrunde 2014" bescheingte auch Christian Wulff der jüngsten deutschen WM-Mannschaft seit 72 Jahren und würdigte sie als "die beste Mannschaft seit 1972".

Mit Standfestigkeit und Konsequenz auf Erfolgskurs

Mit dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien 2008 begann Joachim Löw selbstbewusst und zielstrebig, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, die Mannschaft umzustrukturieren und mit jungen Spielern aus dem U21-Kader aufzustocken. Nach wenigen glorreichen Testspielen kassierte er dafür bald heftige Kritik aus den eigenen Reihen und musste einige Auseinandersetzungen mit Veteranen wie Frings und Ballack durchstehen, die sich als alte Hasen zu wenig respektiert fühlten.

Während Löw später erneut im Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik stand und die Fußballwelt langsam an seinen Fähigkeiten als Trainer zweifelte, weil er an den Sorgenkindern Podolski und Klose festhielt, zeigte sich während der WM in Südafrika, dass Löw nach den vier WM-Treffern von Klose und Podolskis engagiertem Spiel auch hier wieder einmal Recht behalten hatte.

Der Bundestrainer: Im Ton zurückhaltend - in der Sache knallhart

Joachim Löw hielt auch in Krisenzeiten an seinem innovativen Konzept fest, selbst dann, als die Titelmission durch die Verletzung Ballacks in Gefahr geriet und kritische Stimmen für einen erneuten Rückschlag sorgten. Je näher das WM-Turnier rückte, umso stärker blies ihm der Gegenwind ins Gesicht. Doch Löw blieb standfest und ließ sich nicht beirren: "Wenn ich sehe, wie die hier alle arbeiten, mit welcher Kraft, mit welchem Druck, dann macht mich das eigentlich glücklich!"

Wenn er sich auch im Ton eher zurückhaltend und diplomatisch gab, verfolgte er ungeachtet jeder Kritik seine Trainerziele mit eiserner Konsquenz und Disziplin. Für das Spiel seiner Jungs hieß das: effektive Raumdeckung, rasche Balleroberung, so wenig Fouls wie möglich, schnelles direktes Spiel und Übergehen zum Angriff, Spielen ohne Ball. Das war und ist seine Linie und der Erfolg gab ihm Recht.

Vielleicht liegt es auch an der zurückhaltenden und bescheiden wirkenden Art, die Löw von seinen Vorgängern so positiv unterscheidet. Anders als Klinsmann, der irgendwann unter dem Druck der gnadenlosen Öffentlichkeit kapitulierte und sich auch emotional ordentlich Luft machte, wirkt Löw stets angenehm sachlich und ausgeglichen. Ein Charakterzug, der es ihm ermöglicht, innerhalb der Mannschaft auch für Ausgleich und Gelassenheit zu sorgen.

Die Mannschaft schwört auf Joachim Löw

Die DFB-Elf steht jedenfalls hundertprozentig hinter ihrem Trainer. Löws Verhältnis zu seiner Mannschaft scheint einzigartig zu sein - eine Mischung aus Autoritätsperson und väterlicher Freund. In seiner Funktion als Coach legt er größten Wert darauf, dass die Spieler mit ihren unterschiedlichen Nationalitäten und Temperamenten respektvoll und tolerant miteinander umgehen.

"Jeder weiß, was wir vom Trainer halten und dass er ein sehr, sehr guter Trainer ist", fasst WM-Kapitän Philipp Lahm das Verhältnis zum Trainer zusammen. Thomas Müller fügt hinzu: "Er ist mit mir persönlich und den anderen sehr gut umgegangen. Taktisch gab es nie irgendwelche Unstimmigkeiten. Die ganze Mannschaft stand immer hinter dem Trainer."

Warum Jogi Löw seine Amtszeit verlängern muss

Noch hat Bundestrainer Löw als Vize-Europameister 2008 und als WM-Dritter 2010 nicht die ganz großen Titel geholt hat, doch führt er bereits den Punkte-Rekord vor allen früheren DFB-Trainern und gilt schon jetzt als bester Bundestrainer aller Zeiten.

Mit seiner loyalen Erfolgs-Mannschaft, seinem Charakter-Profil, dem hohen Ansehen in der Fachwelt sowie der großen Beliebtheit, der sich Löw erfreut, wird er zu Recht als derzeit bester Coach der Nationalelf gehandelt. Selten waren sich alle so einig: Löw soll weiterhin Bundestrainer bleiben und seine Amtszeit beim DFB verlängern.

Erfolgreichster Trainer der DFB-Geschichte bleibt Bundestrainer

Die ganze Fußballwelt atmet nun auf. Nach wochenlangem Hin- und Her hat Joachim Löw beschlossen, seinen Vertrag beim DFB nun doch um zwei Jahre zu verlängern und deutscher Bundestrainer zu bleiben. Damit steht fest: Jogi Löw führt die Nationalmannschaft durch die EM-Qualifikation und wird die DFB-Elf auch bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine betreuen. Neben Löw bleiben für die nächsten zwei Jahre auch Oliver Bierhoff als Team-Manager im Amt sowie Assistent Hansi Flick und Torwarttrainer Andy Köpke.

Löw: „Wir freuen uns alle, dass wir gemeinsam die Arbeit mit der Nationalmannschaft fortsetzen. Unser Team hat hervorragende sportliche Perspektiven und es ist für uns eine große Herausforderung, nach der erfolgreichen WM in Südafrika nun die Vorbereitungen für die EM 2012 in Angriff nehmen zu können.“ Einige Spieler gratulierten ihm unmittelbar nach der Unterschrift unter den Vertrag per Sms. Die gesamte Fußballwelt kommentierte die Entscheidung unisono als die bestmögliche und gratulierte Löw zu seiner Entscheidung.

Rudi Völler, Sportdirektor Bayer Leverkusen und ehemaliger DFB-Teamchef freut sich: „Das ist eine sehr gute Entscheidung aller Beteiligten. Dass alle Vier bleiben, ist super, das passt. Dann kann die Entwicklung der letzten Jahre mit der jungen, talentierten Mannschaft weitergehen. Die Basis für die Zukunft ist da.“

Nun ist besiegelt, was nach der WM in Südafrika ein offenes Geheimnis war: Jogi Löw hat eine Mission. Er setzt seinen Erfolgsweg mit der jungen Mannschaft fort, der über die EM-Qualifikation nach Brasilien führt zur nächsten Weltmeisterschaft. Und dann wird sich zeigen, ob die deutsche Mannschaft mit ihrem Bundestrainer den ganz großen Erfolg nach Hause holt.

Foto: Petit-Fleur, Sonja Anne Blüml

Sonja Anne Blüml - Sonja Anne Blüml Magister Artium der PhilosophieFreiberufliche Autorin/Texterin/SprecherinKinderbuchautorinSeit 2003 arbeite ich ...

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