Der Winter ist für die Tiere im Garten eine sehr schwere Zeit. Besonders wichtig für ihr Überleben ist dann natürlich ein vor den Unbilden der Witterung geschütztes Plätzchen.

Was man tun kann, damit die Tiere im Garten überwintern

Wer im Herbst den Starenkasten reinigt, kann unter Umständen die große Überraschung erleben, dass ihm aus dem Einflugloch pechschwarze Knopfaugen entgegenblicken. Es kommt recht häufig vor, dass ein Siebenschläfer im Starenkasten Quartier macht, um dort vollgefuttert sieben Monate zu verschlafen.

So gut hätten es die anderen Tiere im Winter natürlich auch gern. Dabei kann man ihnen helfen. In verwilderten Ecken im Garten, alten Steinmauern, zugänglichen Geräteschuppen, ja selbst in einem frostfreien Keller und auf dem Dachboden finden viele Tiere ein geschütztes, behagliches Winterquartier.

Man sollte dabei folgendes beachten: Wer Reisighaufen unbedingt verbrennen will, sollte sie unmittelbar vorher vorsichtig umschichten. Hier überwintern Kröten, Molche, Frösche und Igel. Das Laub lässt man in den Rabatten liegen, denn Marienkäfer und viele andere Insekten finden dort Unterschlupf. Wer den Marienkäfern durch den Winter hilft, hat später weniger Probleme mit Blattläusen. Ein einziger Marienkäfer frisst täglich bis zu Hundert Stück davon!

Überwinterung von Insekten

  • Marienkäfer: Der Siebenpunkt, auch liebevoll Sonnenkälbchen genannt, überwintert gemeinsam mit vielen Artgenossen in kühlen Schuppen und auf Dachböden. Sollten sich die Käfer in den warmen Wohnraum verirren, bringt man sie vorsichtig an einen kühleren Ort. Totes Holz sollte man nicht aus dem Garten entfernen, denn die kleinen Glücksbringer verkriechen sich gern unter Borken.
  • Schmetterlinge: Der Zitronenfalter überwintert im Freien, gern im Laubhaufen, aber auch völlig ungeschützt am Grashalm. Ein "Frostschutzmittel" in seinem Blut sorgt dafür, dass er sogar eiskalte Winternächte ohne Schaden überlebt. Das Tagpfauenauge hingegen sucht in Schuppen oder auf Dachböden Schutz. Eine Einflugöffnung sollte deshalb immer vorhanden sein.
  • Libellen: Die grüne Schmaljungfer und andere Libellenarten flitzen manchmal auch im Spätsommer noch durch die Luft. Ihre gefräßigen Larven überwintern in Teichen. Sie bevorzugen tiefere Wasserschichten, denn dort herrschen gleichbleibend vier Grad Celsius.

Überwinterung von Eidechsen und Salamandern

In Erdlöchern oder in Steinhaufen überwintert der Feuersalamander. Auch unverfugte Mauern sichern sein Überleben. Eidechsen wie z.B. die Zaun- und Mauereidechse verbringen die kalte Jahreszeit gern in Erdspalten oder unter Steinen, aber auch in Holzstapeln. Sobald die Sonne wieder wärmer scheint, aalen sie sich vor ihrer Behausung.

Überwinterung von Vögeln

Viele Vögel flüchten vor dem Winter in wärmere Gefilde. Buntspecht, Rotkehlchen, Kohlmeise und einige andere Arten bleiben aber hier. Wichtig sind deshalb ein natürliches Nahrungsangebot (Beeren, Samen) und geschützte Plätze wie Hecken und dichte Sträucher. Dort finden die gefiederten Freunde Schutz vor der kalten Witterung. Eine Winterfütterung ist nur bei strengem Frost und einer geschlossenen Schneedecke vonnöten.

Überwinterung von Säugetieren

  • Fledermäuse: Fledermäuse wie zum Beispiel die Bechsteinfledermaus sind große Schädlingsvertilger. Im Herbst kommen sie in Winterschlafstimmung und suchen sich ein geschütztes Quartier. Dabei ziehen sie Höhlen und feuchte, frostfreie Keller vor. Der Raum darf aber nicht beheizt sein. Wichtig ist natürlich eine Einflugöffnung. Manchmal überwintern diese Flattertiere auch in Nistkästen oder Baumhöhlen.
  • Igel: Laut schmatzend trippeln Igel durch den Garten. Sie fressen sich Winterspeck an. Wer im Spätherbst noch Jungigel mit einem Gewicht von unter 500 Gramm findet, kann ihnen Katzenfutter geben (keine Milch!) und ihnen eine Wohnung im Freien anbieten. Geeignet sind Reisig- und Laubhaufen. Auch Igelhäuser (im Fachhandel erhältlich) werden gern angenommen.
  • Eichhörnchen: Das putzige Eichhörnchen hält keinen echten Winterschlaf. Darum versteckt es im Herbst Nüsse im Erdboden, die es sich auch von den Haselnußsträuchern und Walnussbäumen im Garten holt. Die gewitzten Tiere verlieren schnell ihre Scheu. Sie merken sich die Futterquelle und kommen im nächsten Winter wieder zurück. Das Eichhörnchen zieht sich besonders während der kalten Jahreszeit gern in seinen schützenden Kobel zurück.
  • Mauswiesel: Auf dem Speisezettel des zierlichen Mauswiesels stehen natürlich besonders Mäuse. Den Winter verbringt diese kleinste Marderart in Holzstapeln und Reisighaufen, aber auch in Mauerlöchern oder Gartenhäuschen.
Literaturtipp:

Michael Lohmann: Unser Garten - ein Tierparadies. Blv Buchverlag, 2009. München.