
- Markt in Steglitz - Norman Oelker
Liebhaber von Wochenmärkten bieten sich in Berlin mannigfaltige Gelegenheiten zum Einkaufen oder einfach nur um zu schauen und zu schlendern. In jedem Stadtteil Berlins findet man Märkte. Oft sind die Standorte nur wenige Kilometer auseinander, zur Vermeidung von Überschneidungen aber zeitlich getrennt. So kann man jeden Tag einen Wochenmarkt finden. Meist auch ohne große Wege zurücklegen zu müssen. Sollten es wirklich einmal ein paar Meter zuviel sein, hilft das ausgezeichnete Nahverkehrsnetz der Stadt bei der Überbrückung der Entfernung.
Fast alles für den täglichen Bedarf
Auf den Berliner Wochenmärkten findet sich heute ein breites Sortiment. Von Lebensmitteln, Obst, Backwaren aller Art über Blumen und Pflanzen bis zu Waren für den täglichen Bedarf und Textilien kann alles in reichlicher Auswahl eingeholt werden. Auch Frischwaren wie Fisch, Wurst oder Geflügel werden angeboten. Wem der Einkauf zu lange dauert, der kann die Zeit bis zum Mittagessen mit einer Currywurst, einem Döner oder einem asiatischen Nudelgericht überbrücken. In der Imbisslandschaft auf den Märkten ist immer Abwechslung zu finden. Das Thema Bio hat wie überall auch die Wochenmärkte erreicht. Es gibt inzwischen ein breites Sortiment in diesem Bereich.
Nostalgie und Qualität passen zusammen
Auf einen Wochenmarkt geht man wohl kaum wegen der reinen Warenbeschaffung. Wochenmärkte haben ihr eigenes Fluidum. Auf Wochenmärkten gibt es noch Verkäufer, die ihrem Namen im beruflichen Sinne gerecht werden. Viele Bauern und Anbieter aus dem Umland vertreiben ihre Waren hier im Direktvertrieb. Die Ware kann noch nach der Menge gekauft werden, die man benötigt und nicht der, die irgendwelchen Absatzgedanken einer Industrie oder Handelskette entspringt. In Sachen Qualität müssen sich Markthändler ebenfalls nicht verstecken. Das können sie auch nicht, wenn die Kunden wieder kommen sollen. Zwar muss man eventuell etwas mehr Geld als im Discounter einstecken, aber das Gespräch, die Unterhaltung, Scherze – Dinge, die man so in Supermärkten immer weniger findet, hier sind sie noch alltäglich und nicht nur Nostalgie. Schon die Bemerkung, dass man auf den Markt geht, hat etwas anderes, als wenn man sich in den Discounter verabschiedet.
In ganz Berlin vertreten
In Berlin gibt es weit über hundert Wochenmärkte, die von den Bezirken oder privaten Veranstaltern betrieben werden. Zu den wohl bekanntesten zählen der Türkenmarkt am Maybachufer in Kreuzberg und der Winterfeldtmarkt am Winterfeldtplatz im Stadtteil Schöneberg. Auf Märkte wie diese beiden geht man nicht unbedingt zum Einkaufen, man muss einfach einmal da gewesen sein. Eine Besonderheit, die man zu den Wochenmärkten zählen kann, sind die Berliner Markthallen. Ursprünglich einmal fünfzehn sind heute nur noch vier historische Hallen übrig. In Moabit die Arminiushalle, in Kreuzberg die Eisenbahnhalle und die Marheinekehalle sowie die Ackerhalle in Mitte. Auch wenn vom einstigen Flair in den Hallen nicht mehr viel erhalten ist und teilweise Supermärkte eingezogen sind, ein Besuch lohnt schon alleine wegen der mehr als sehenswerten Architektur.
Konkrete Daten wie Standorte und Veranstaltungszeiten der Märkte findet man auf der Web-Site der Senatsverwaltung für Wirtschaft in Berlin. Hier sind auch die Daten der Berliner Flohmärkte aufgelistet.
