
- Flagge von Schalke 04 - Erich Westendarp, Pixelio
Bei jedem anderen Fußballverein sagt man „Die Bayern spielen zuhause in München“ oder „Das Spiel HSV gegen Werder Bremen findet in der HSH Nordbank-Arena statt“, lediglich wenn es um den Gelsenkirchener Fußballverein FC Schalke 04 geht, heißt es „Das Spiel gegen Borussia Dortmund findet auf Schalke statt“. Woher stammt diese besondere Formulierung – diese Frage hat auch einige Online-Forennutzer interessiert.
Schalke ist keine Stadt, sondern ein Stadtteil
Im Gegensatz zu den meisten Fußballvereinen, die in der ersten oder zweiten Bundesliga spielen, hat sich Schalke 04 nicht nach der Stadt benannt, aus der der Verein stammt, sondern nach einem Stadtteil der Ruhrgebietsstadt Gelsenkirchen. Schalke war bis in die 1960er Jahre hinein durch Schwerindustrie und Bergbau geprägt, genau wie die gesamte Stadt Gelsenkirchen. Bekannte Bergwerke sind unter anderem die Zeche Consolidation (gegründet 1863) und Graf Bismarck (1868 eröffnet). Der Gelsenkirchener Stadtteil insgesamt war seit der Neuzeit stets durch seine Verbindung von Arbeit, Wohnen und Sport geprägt.
„Auf Schalke“ und Ruhrpottplatt haben nichts miteinander zu tun
Da das so genannte Ruhrpott-Deutsch einige ulkige Formulierungen aufweist, ist es nahe liegend, zunächst davon auszugehen, dass die Redewendung „Auf Schalke“ auch etwas mit der Mundart im Ruhrgebiet zu tun hat. Dem ist jedoch im konkreten Fall nicht so.
Woher stammt die Redewendung „auf Schalke“?
Dies geht höchstwahrscheinlich auf den Bergmannsgruß „Glück auf!“ zurück, der heute noch auf vielen Loren, die einst die Kohle von unter Tage an die Oberfläche brachten, zu lesen ist. Auch an manchen Gartentoren in Schrebergärten des Ruhrgebiets ist der Bergmannsgruß immer noch in schmiedeeiserner Form verewigt. Diese Formulierung „Glück auf!“ besagte eigentlich, dass die Bergleute sich jedes Mal bei Arbeitsbeginn gegenseitig wünschten, nach der Schicht wieder unversehrt zurück an die Oberfläche zu kommen. Dies kann auch auf den Fußballverein Schalke 04 übertragen werden, der sich buchstäblich aus dem Keller der Bundesliga-Tabelle immer wieder nach oben kämpfen sollte.
Die Glückauf-Kampfbahn und eine geflügelte Formulierung
Eine weitere Vermutung zur Entstehung der auch in den Massenmedien allgemeingültigen Redewendung „Auf Schalke“ besteht darin, dass der Verein auf der so genannten Glückauf-Kampfbahn gegründet wurde. Die Glückauf-Kampfbahn entstand auf dem ehemaligen Gelände der oben erwähnten Zeche Consolidation. Das Stadion wurde 1928 eröffnet, bis sich ab 1973 das Gelsenkirchener Parkstadion als Heimspielstätte des Schalke 04 etablierte. Mit Eröffnung der Veltins-Arena auf Schalke im August 2001 wurde das Parkstadion überflüssig und 2008 schließlich abgerissen, zumal dort lediglich bis zu diesem Zeitpunkt noch die zweite Mannschaft des FC Schalke 04 trainiert hatte. Bis 2006 trainierten die Schalker Nachwuchsmannschaften auf der Glückauf-Kampfbahn, heute trainiert und spielt dort nur noch der Verein DJK Teutonia Schalke-Nord. Die Glückauf-Kampfbahn verfügt über eine denkmalgeschützte Haupttribüne.
Bildnachweis:
Flagge Schalke 04: © Erich Westendarp, Pixelio
Veltins-Arena mit Schalke 04-Logo; Parkstadion: Jens Bredehorn, Pixelio
Schalker Arena von außen: Ulrike P., Pixelio
