
- Strand am Frischen Haff im Ermland - Harald Rossa
Die Woiwodschaft Ermland-Masuren, polnisch Warminsko-Mazurskie, ist eine der 16 Woiwodschaften der Republik Polen. Sie umfasst den äußersten Nordosten Polens und deckt sich annähernd mit dem 1945 Polen zugesprochenen Teil der einstigen preußischen Provinz Ostpreußen in den nach dem Ersten Weltkrieg bestehenden Grenzen.
Es ist eine meist dünn besiedelte Landschaft. Die wurde durch die Eiszeit geprägt. Die hinterließ eine meist sanft gewellte Landschaft mit vielen Seen. Die Masurische Seenplatte, das bevorzugte Ziel von Reisenden, zeigt dies besonders ausgeprägt. Neben Masuren gehört das Gebiet des ehemaligen Bistums Ermland im Westen zu der Woiwodschaft. Der südwestliche Teil der Woiwodschaft ist das Oberland.
Überall in der Region gibt es tiefe Wälder, weite Wiesen und Äcker und kristallklaren Seen. Weit verstreut sind Dörfer und Gehöfte. Viele Straßen sind noch immer von alten Bäumen begleitete Alleen.
Ziele im Ermland
Sehenswerte Städten im Ermland sind vor allem Olsztyn (Allenstein), die Hauptstadt der Woiwodschaft, sowie Frombork (Frauenburg) am Frischen Haff. Die Domburg des Frauenburger Doms gehört zum Pflichtprogramm einer Reise das das Ermland. Hier wirkte Nikolaus Kopernikus und ein Museum im ehemaligen Palast des Bischofs erinnert an den Astronomen. Von Frombork aus werden Schiffsfahrten nach Kaliningrad angeboten. Ebenso über das Frische Haff geht es per Schiff auf die Frische Nehrung mit dem Badeort Krynica Morska (Kahlberg).
Ziele im Oberland
Ein besonderes Erlebnis ist die Fahrt auf dem rund 80 km langen Oberländer Kanal von Elblag nach Ostroda. Dem im 19. Jahrhundert gebaute Kanal fehlt streckenweise das Wasser. Die Schiffe überwinden einen Höhenunterschied von fast 100 Metern vor allem auf Schienen.
Einen Besuch Wert ist auch Elblag (Elbing). Das Zentrum dieser Stadt wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs fast vollständig zerstört. Derzeit kann miterlebt werden, wie eine neue Altstadt in Elblag entsteht. Und unbedingt zu empfehlen ist ein Ausflug in das Schutzgebiet der Elbinger Höhen.
Ziele in Masuren
Naturliebhaber, die einfach nur entspannen wollen, sind in Masuren am richtigen Ort. Große Teile der Region sind als Natur- oder Nationalparks ausgewiesen. Hier haben viele seltene Tiere und Pflanzen geschützte Lebensräume. Im Frühjahr und Herbst ist Masuren ein riesiger Rastplatz für die Zugvögel.
Freunde von Ritterburgen sind in dem ehemaligen Ordensland am richtigen Ort. Prunkstück ist die im 13./14. Jahrhundert vom Deutschen Orden errichtete Marienburg in Malbork. Diese Stadt gehört zwar schon zur Woiwodschaft Pommern. Doch gehört sie unbedingt in einen Masurenbesuch. Denn sie gilt als mächtigste Burganlage ihrer Zeit. Und obendrein als größtes Ziegelbauwerk. Aber auch in vielen anderen Städten Masurens haben sich meist in Backstein erbauten gotischen Ordensburgen erhalten. Und daneben stehen große Kirchen der Backsteingotik und die ebenfalls oft aus gotischer Zeit stammenden Rathäuser.
Zweimal, 1410 und 1914, war Grunwald (Tannenberg) der Schauplatz von Schlachten.
Eine riesige Anlage aus preußischer Zeit ist die Festung Boyen in Gizycko (Lötzen). Sie gehört zu den Zielen an der Baltischen Festungsroute.
Ein Erbe aus Beton haben die Herrscher des Dritten Reiches in Masuren hinterlassen. Die Ketrzyn (Rastenburg) stehen die Ruinen der „Wolfschanze", des ehemaligen Führerhauptquartier von Adolf Hitler. Nicht weit ist es von der Wolfsschanze nach Mamerki (Mauerwald). Dort hatte sich das Oberkommando des Heeres eine Bunkerstadt bauen lassen. Und diese Bunker stehen noch heute im Wald am Mauersee. Und es gibt weitere Relikte aus dieser Zeit.
Ein stark besuchtes Ausflugsziel ist die barocke Wahlfahrtskirche Swieta Lipka (Heilige Linde) zwischen Ketrzyn und Reszel (Rössel).
Mikolajki (Nikolaiken) liegt malerisch zwischen dem Spirdingsee und dem Talter See und wird gern „Masurisches Venedig" genannt. ein. Ein großer Yachthafen und viele Hotels und Restaurants machen den Ort zu einem Schwerpunkt des Tourismus in Masuren.
In Wojnowo (Eckertsdorf) steht das Kloster und die Kirche der „der heiligen Dreifaltigkeit und des Erlösers" der russisch-orthodoxen Altgläubigen. Die flohen am Anfang des 19. Jahrhunderts aus Russland vor und ließen sich in Eckertsdorf nieder.
Die Masurische Seenplatte (Pojezierze Mazurskie)
Die Masurische Seenplatte im Südwesten des Baltischen Landrückens. besteht aus einer Vielzahl von Seen in einer eiszeitlichen Moränenlandschaft. Die beiden größten Seen der Masurischen Seenplatte sind der Spirdingsee (Jezioro Sniardwy) mit 114 Quadratkilometern und der Mauersee (Jezioro Mamry) mit 104 Quadratkilometern. Insgesamt gibt es rund 2700 Seen in dem Gebiet. Etwa 40 Prozent der Flächen der masurischen Seenplatte stehen unter Naturschutz. Das Reservat um den Luknajno-See in der Nähe von Mikolajki beherbergt eine große Zahl von Höckerschwänen und ist ein Biosphärenreservat. Flüsse und Kanäle verbinden die Seen miteinander. Für Wassersportler, insbesondere für Kanuten und Segler, ist die Masurische Seenplatte ein attraktives Gebiet. Außerdem bieten die Seen eine Vielzahl von Badestellen und der Fischreichtum lockt Angler aus aller Welt.
Quellen
- Außenministerium der Republik Polen: Masuren und Suwalki-Land
- Wojciech Marek Darski: Masuren von innen. Wydanictwo Mazurskie Gizycko 2011, ISBN 978-8361349-08-2
- Touristeninformation Ermland-Masuren
- Info-Polen: Mausuren
- Polen-Inside: Ermland-Masuren
- Baedeker: Polen. 4. Auflage, Karl Baedeker Ostfildern 2000
