
- Stephen Wolfram - NIH Record
Stephen Wolfram, britischer Physiker und Mathematiker, wird gerne genannt, wenn es darum geht, Wunderdinge vorzustellen. Bereits mit 16 Jahren schrieb er seinen ersten Artikel über Teilchenphysik, nur um ein Jahr später sein Physikstudium am St. John's College der Elite-Universität Oxford zu beginnen. Während seines Studiums arbeitete er an der Erkenntnis zu Zusammenhängen der Kosmologie und Elementarteilchenphysik und an Theorien im Bereich der starken Wechselwirkung. 1979 promovierte er am California Institute of Technology (Caltech).
"Wolfram Alpha": Ergänzung oder Alternative zu Google?
Wirft man einen genaueren Blick auf das, was „Wolfram Alpha“ zu leisten in der Lage sein soll, so könnte man die Software sowohl als Ergänzung zu herkömmlichen Suchmaschinen sehen, aber auch als echte Alternative. „Wolfram Alpha“ arbeitet vollkommen anders als Suchmaschinen, die ja in erster Linie das Internet nach Inhalten durchsuchen, indizieren und das ganze in einer Datenbank ablegen, um es zu einem späteren Zeitpunkt wieder auszuspucken, nämlich genau dann, wenn ein User eine Suchabfrage absetzt.
„Wolfram Alpha“ hingegen beantwortet Fragen, die in natürlicher Sprache gestellt werden können. Als Antwort wirft der Googlekiller dann nicht etwa eine Liste oder eine ganze Palette an Links und Themen aus, sondern eine hoffentlich richtige Antwort.
In seinem Blog sagt Stephen Wolfram zu seiner neuen intelligenten Wunderwaffe folgendes: „Es ist eine Website: www.wolframalpha.com. Mit einem simplen Eingabefeld, erhält man Zugriff zu einem gigantischen System mit Billionen Stücken wohl geordneter Daten und einer Millionen Zeilen Algorithmen. Wir alle arbeiten sehr hart daran, ‚Wolfram Alpha' fertig zu stellen. Es wird sehr aufregend werden, ein neues Modell, wie man Computer und das Internet benutzt. Es bringt uns beinahe zu dem, was Leute vor 50 Jahren von Computern erwarteten.“
Was Computer verstehen? Die Komponenten von „Wolfram Alpha“
„Wolfram Alpha“ besteht laut Angaben seines Erschaffers im wesentlichen aus drei Teilen, welche alle nahtlos ineinander übergehen und die angepriesene Funktionalität gewährleisten sollen. In erster Instanz ist dies eine Übersetzungsmatrix, welche die formulierten Fragen der Benutzer in Zahlen konvertiert und zu Rechenaufgaben umgestaltet.
Danach kommt eine Ansammlung von Formeln ins Spiel, welche im groben auf zellulären Automaten basieren, einem System das der Modellierung räumlich diskreter dynamischer Systeme dient und bereits 1940 von Stanislaw Ulam in Los Alamos vorgestellt wurde. Des weiteren wird bei der Berechnung der Aufgaben "Mathematica" mit einbezogen werden, eine Programmiersprache und Numerik-Software, die 1988 ebenfalls von Stephen Wolfram entwickelt und veröffentlicht wurde. Als letztes wird auf eine Datenbank zugegriffen, welche ausschließlich Daten enthält, die zuvor auf ihre Zuverlässigkeit geprüft wurden.
Auf die Problematik, dass Computersysteme schon immer mit enormen Hindernissen zu kämpfen hatten, die natürliche Sprache von Menschen zu verstehen, einem der Schlüsselaspekte von „Wolfram Alpha“, äußerte sich Stephen Wolfram wie folgt: „Ich war mir nicht sicher, ob es funktionieren würde. Aber mit einer Mischung aus einer Menge cleverer Algorithmen und Heuristik, vieler linguistischer Entdeckungen und deren Einordnung und etwas, dass man wohl als echten Durchbruch bezeichnen könnte, haben wir alles tatsächlich zum Laufen gebracht.“
Die Vision von Stephen Wolfram
In den letzten Jahren wurden schon viele Systeme als das Non-plus-Ultra angepriesen, welche das Internet revolutionieren würde und so mag eine gesunde Portion Skepsis durchaus angebracht sein. Es scheint jedoch auch sicher, dass wenn nicht jemand wie Stephen Wolfram in die Entwicklung involviert wäre, dass Ganze für nicht so ernst genommen worden würde. Bei Wolfram handelt es sich um einen Mann mit Visionen, etwas das er schon viele male bewiesen hat. Es wird sich zeigen, ob das Internet bereit für „Wolfram Alpha“ ist.
