
- World Food Café - Verlag Freies Geistesleben
Wer zehn Jahre um die Welt reist, der hat etwas zu erzählen. Das ist gewiss. Bei Carolyn und Chris Caldicott ist das nicht anders. Sie sind zehn Jahre mit ihrer Kamera und einem Notizblock um diesen Planeten gereist. Als Vegetarier. Mitgebracht haben sie nicht nur eine Sammlung außergewöhnlicher Rezepte, sondern auch Bilder, die das Fernweh anfachen. Das Buch „World Food Café“ ist die perfekte Kombination aus den Rezepten und den Bildern einer langen Reise.
London und die Welt
Eigentlich haben Carolyn und Chris Caldicott im Londoner Covent Garden ein Café aufgemacht in dem sie die selbst auf der ganzen Welt gesammelten Rezepte kochen und die vegetarischen Köstlichkeiten verkaufen. Dort stellen sie auch die traumhaften Bilder von ihren vielen Reisen aus. Für alle die es nicht nach London schaffen, gibt es jetzt dieses Buch.
Das Buch unterteilt sich in „Der Nahe Osten & Afrika“, „Indien, Nepal & Sri Lanka“, „Südostasien & China“ und „Amerika“. Jedes Kapitel beginnt mit einer Einleitung, die sowohl etwas über die Region als auch über die Küche der Region erzählt. Man lernt, dass es für Vegetarier ganz schön schwierig ist, zwischen der Sahara und dem Kap der Guten Hoffnung umherzureisen. Oder auch, dass es dem Geschmack von indischen Gerichten insgesamt keinen Abbruch tut, wenn man die Chilimenge etwas reduziert. Und dass man in jedem Land zwischen dem Rio Grande in Mexiko und Rio den Janeiro in Brasilien Bohnen und Reis zu essen bekommt.
Bilder und Rezepte
Immer wieder untermalt von großartigen Bildern reist man mit den Rezepten durch die Welt. Man kann „Regenwaltgemüse aus Borneo“ zubereiten, genauso wie „Limabohnen- und Kürbiseintopf“. Oder „Pürierten Karottensalat“ aus der Türkei und „Wokgemüse“ aus Laos. Überraschender Weise sind alle Rezepte auch hier in Europa nachzukochen und gar nicht so komplizierte wie man anfangs denken mag. Das Buch vermittelt nicht nur einen anschaulichen Blick auf die Welt, sondern bietet auch gute Erklärungen für die Rezepte. Die meisten sind ohne großen Aufwand in jeder Küche nach zu kochen und räumen endlich mit dem bösen Vorurteil auf, das Vegetarier langweilig und einseitig essen. Hier wird Abwechslung und Einfallsreichtum groß geschrieben und nicht nur ein Spitzenkoch kann mit diesen Rezepten jeden vegetarischen Essen glücklich machen.
Schokoladenkuchen
Nach der durch die prächtigen Bilder noch schöner gestalteten Lektüre dieses Buches bleibt nur eine Frage offen: Warum gibt es nur einen Nachtisch? Die Autoren erklären das damit, dass es in fast allen Ländern, durch die sie gereist sind, frische Früchte zum Dessert gab. Sie entschädigen ihre Leser mit einem Rezept für französischen Schokoladenkuchen, der hält, was das Bild im Buch verspricht.
Alles in allem ein sehr gelungenes Buch, das nicht nur durch die perfekten Bilder besticht, sondern auch einem eingefleischten Karnivoren zu einigen fleischfreien Lieblingsgerichten verhelfen kann.
World Food Café, Carolyn und Chris Caldicott, Verlag Freies Geistesleben, 19,90 Euro
