Großer Tag für Angelique Kerber: Die Nummer 27 in der Welt steht im Endspiel des WTA-Turniers in Paris. Dort bekommt sie es mit Marion Bartoli zu tun. Statistisch ist die Französin im Vorteil. Die bisherigen Auftritte auf dem Court Central egalisieren die Verteilung der Kräfteverhältnisse allerdings. Die Zuschauer dürfen sich auf ein enges, spannendes Match, das nicht im Free-TV zu sehen ist, freuen. Über die Homepage des Veranstalters ist es jedoch im Live-Ticker zu verfolgen.

WTA Paris 2012: Kerber nur noch einen Schritt entfernt

In ihrem zweiten Finale der Karriere könnte sich Angelique Kerber den ersten ganz großen zählbaren Triumph sichern. Nach der Halbfinal-Teilnahme bei den US Open im vergangenen Jahr hat sie sich weiter verbessert und steht zu Recht unter den letzten beiden Akteurinnen in Paris. Auch in der französischen Hauptstadt war eine deutliche Leistungssteigerung zu erkennen. Unter anderem schmiss sie die ab Montag auf Platz 2 in der Weltrangliste vorrückende Maria Sharapova im Viertelfinale aus dem Wettbewerb.

Bartoli im direkten Vergleich überlegen

Mit Marion Bartoli trifft die Deutsche allerdings auf eine Gegnerin, die ihr offenkundig nicht liegt. Zuletzt standen sich die beiden in Osaka Mitte Oktober in der Vorschlussrunde gegenüber. Die Französin gewann mit 6:1 und 7:6 (7:5) und schlug später im Endspiel die aktuelle US-Open-Siegerin Samantha Stosur, gegen die Kerber im Semifinale in New York in drei Sätzen das Nachsehen gehabt hatte.

Auch die zwei vorigen Partien beendete Bartoli als Siegerin. Nur zu Teenager-Zeiten vor mittlerweile neun Jahren hatte sich Kerber zum einzigen Mal durchgesetzt. Dieses Resultat ist natürlich ohne Aussagekraft.

Kerber von Bartoli zu stoppen?

Dass die Nummer 7 in der Welt ihrer deutschen Kontrahentin auch in Paris keinen Satz „gönnt“, kann zumindest in Frage gestellt werden. Denn die Formkurve weist bei der gebürtigen Bremerin nach oben. Auch in Sachen Kraftreserven sollten die Karten gleichverteilt sein. Die frühere Wimbledon-Finalistin war zwar via Freilos direkt ins Achtelfinale eingezogen und hat insgesamt ein Match weniger bestritten. Dass dies nicht unbedingt ein Nachteil für Kerber sein muss, bewies sie beim 6:4 und 6:4 über Maria Sharapova, die als topgesetzte Spielerin ebenfalls die erste Runde überspringen durfte.

Viel wird davon abhängen, wie die Deutsche ihre Chancen nutzt. Gegen Lucie Safarova war sie deutlich überlegen, versäumte aber die vorzeitige Entscheidung im zweiten Satz durch haufenweise vergebene Breakbälle. Im Duell mit Sharapova machte sie dies sichtlich besser und schlug jeweils bei der ersten sich bietenden Möglichkeit zu.

Bartoli wirkt zumindest bis hier in engen Phasen kompromissloser. Beide Tie-Breaks (Kerber 1 zu 1), die sie spielte, beendete sie mit dem Satzgewinn, darunter das 7:6 im dritten Durchgang gegen Roberta Vinci, nachdem die Italienerin im zweiten und dritten Satz bei hoher Führung jeweils kurz vorm Matchball gestanden hatte. Am gestrigen Samstag hatte Bartoli die Tschechin Klara Zakopalova, die zuvor Julia Görges geschlagen hatte, zum Kofferpacken veranlasst.

320 Weltranglisten-Punkte sind den Finalistinnen sicher, die Siegerin erhält 150 zusätzliche Zähler. Damit klettert Kerber weiter nach oben. Ihre Gegnerin wird Siebte bleiben, unabhängig vom Ausgang des Matchs.

Quellen:

WTA Paris 2012, Schedule of Play, Resultate, www.opengdfsuez.com