Anno 1907 durch Zufall entdeckt
Das Labyrinth der Atta-Höhle im Sauerländischen Attendorn wurde, wie so viele bedeutende Dinge, zufällig entdeckt. Bei Sprengarbeiten, die am 19. Juli 1907, im Auftrag der Biggetaler Kalkwerke durchgeführt wurden, legte die Detonation einen Felsspalt frei. Durch das in den Spalt eindringende Tageslicht sahen die Steinbrucharbeiter weit verzweigte Hohlräume in denen Tropfsteine wie Stalaktien und Stalakmiten und andere Gebilde zu erkennen waren. Die Arbeiter von Attendorn hatten – natürlich ohne es zu wissen oder auch nur zu ahnen – den Zugang zu einem der größten Naturwunder dieser Erde entdeckt, der sagenhaften Atta-Höhle. Benannt nach der Fürstin Atta, die der Hansestadt Attendorn ebenfalls ihren Namen gab.
Die Atta-Höhle ist insgesamt über 6.000 Meter lang. Für die Besucher ist aber lediglich ein Teil davon zur Besichtigung freigegeben.
Tropfsteinhöhlen und ihre geologische Enstehung
Kalk und Karst zählen zu den wasserlöslichen Gesteinen. Durch reines Wasser werden sie zwar nicht angegriffen, Regenwasser ist aber nicht chemisch rein. Durch die Luft und den pflanzenbedecktem Boden nimmt das Regenwaser Kohlendioxyd (CO2) auf. Diese Verbindung wirkt auf das Gestein wie eine leichte Säure und wäscht das Kalkgestein aus. Ein dichtes Netz von Wasseradern entsteht und immer größere Hohlräume werden ausspült.Die Erdanziehung bewirkt, dass das Wasser seinen Weg immer tiefer in das Erdreich verlagert. Die oberen Teile des Systems werden dadurch wieder frei von Wasser. Große und kleine Höhlen sind so entstanden.
Deutschlands einziger Käse aus der Höhle
Die Atta-Höhle im Sauerländischen Attendorn ist seit einger Zeit nicht mehr nur wegen ihrer Tropfsteingebilde bekannt. Hier hat auch ein besondere Käse seinen Ursprung - der "Atta-Käse". Das ganz spezielle Höhlenklima, die völlig Staub-, Keim-, Allergen- und Ozonfreie Luft der Atta-Höhle mit einer Luftfeuchtigkeit von 95 % und einer konstanten Temperatur von 9°C und die absolute Ruhe verleihen dem Käse während der 2-3 monatigen Reifezeit seinen würzig delikaten Geschmack. Die Ruhe der bis zu 400 eingelagerten Käselaibe wird nur einmal in der Woche gestört um die Laibe wid Salzwasser abzuwaschen.
Zehn Liter Milch werden für jedes Kilogramm Höhlenkäse verwendet. Einen Monat haben sie schon in den Mucher Höhen gelagert, dann kommen sie in die Atta-Höhle. Dort bekommen sie den letzten geschmacklichen Feinschliff. Der Zugang zur Nebenhöhle, in der der Käse lagert, wird mit einem feuchten Vorhang verschlossen, so das die Besucher nicht zu viel von dem strengen, würzigen Käseduft mitbekommen.
Aussehen, Geruch und Geschmack
Der Käse hat eine dünne hellbraune bis gelbliche Rinde. Der Käse selbst ist recht fein mit kleinen Löchern und ewas festerer Konsistenz. Die Farbe des Käses unter Rinde ist gelblich bis weiß. Der Käse hat einen wirklich sehr kräftigen und sehr intensiven Geruch. Während der Laie das als stinken bezeichnet, nennt man das in der Fachwelt kräftig würzig. Der Geschmack ist richtig würzig, ein wenig scharf und intensiv, Ein kräftiger und richtig rustikaler Käse.
Besichtigen der Höhle und Käse kaufen
Die Atta-Höhle ist während des ganzen Jahres fast durchgehend geöffnet und bietet vielseitige Möglichkeiten der Besichtigung und Freizeitgestaltung. Klicken Sie hier für die genauen Öffnungszeiten. Pauschalangebote für Einzelpersonen und Gruppen, sowie auf Senioren oder Kinder abgestimmte Programme werden ebenfalls angeboten. Eine Gesundheitsgrotte für die Linderung unterschiedlichster Beschwerden finden Sie hier genauso wie einen Shop für Mineralien und Käse.
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