"WulffPlag" veröffentlicht Wulffs Anruf bei Diekmann, nicht BILD

CC-BY-SA 3.0 von Ronald Becher - Ronald Becher bei
CC-BY-SA 3.0 von Ronald Becher - Ronald Becher bei "WulffPlag"
Auf der Seite "WulffPlag" werden zur Zeit Fakten gesammelt über die Verwicklungen unseres Bundespräsidenten - ganz genauso wie seinerzeit bei zu Guttenberg

Sie nennen ihre Seite "WulffPlag", nach dem Vorbild der durch zu Guttenbergs Plagiate bei seiner Doktorarbeit bekannt gewordenen Seite "GuttenPlag". Wurde bei GuttenPlag "kollaborative Plagiatsdokumentation" betrieben (das Ergebnis ist bekannt: 1218 Plagiatsfragmente wurden festgestellt ... auf 371 von 393 Seiten = 94.4%) ist es diesmal etwas anders. Hier werden zunächst einmal Fakten gesammelt und zusammengetragen, um die Vorgänge besser einordnen zu können.

"WulffPlag" hat als Vorbild die Geschichte von "GuttenPlag"

So heißt es gleich zu Anfang auf der Seite "WulffPlag": "Hier geht es um die möglichst genaue und objektive Auflistung der Vorwürfe gegen Christian Wulff, einschließlich aller be- und entlastenden Umstände. Wir wollen Transparenz, keine Stigmatisierung. Dieses Projekt steckt noch in der Anfangsphase. Über Mitarbeiter freuen wir uns sehr." Da kann also jeder Bürger zu dem Erfolg dieses Projektes beitragen. Denn schließlich sind die Bürger hochgradig aufgeregt bei dem Thema. So werden auf der Facebook-Seite von Christian Wulff (PolitikerIn) zum Eintrag vom 04. Januar 2012 heute abend um 23 Uhr ganze 12 604 Anmerkungen vermeldet. Beim nächsten Eintrag, am 06. Januar 2012 findet man heute immerhin noch 7 077. Natürlich sind auch viele dabei, die Nachsicht und Geduld einfordern. Aber die große Menge der Mails spricht eher in wütendem und oft auch fassungslosem Ton dagegen, dass dieser Präsident unser aller Präsident bleibt.

Die Liste ist schon auf der ersten Seite ziemlich lang

Was gibt es nun auf der Seite "WulffPlag" zu finden? Die Liste ist schon gleich ziemlich lang:

  • "Vorteilsannahme in Form eines Privatkredites und dessen Verschleierung
  • Vorteilsannahme in Form eines Geldmarktdarlehens und dessen Verschleierung
  • Vorteilsannahme in Form von Urlaubseinladungen von Unternehmern
  • Vorteilsannahme in Form einer Anzeigenkampagne für das eigene Buch 'Besser die Wahrheit'
  • Nötigung von Redaktionen der BILD-Zeitung und der Welt am Sonntag (Axel Springer AG)
  • Verstoß gegen das Ministergesetz bei Upgrade von Flugtickets (eingeräumt)
  • Ungerechtfertigte Vergabe eines Aufsichtsratspostens der Nord/LB
  • Verletzung von Aufsichtspflichten im Aufsichtsrat von Volkswagen."

Dann geht es weiter: "Werbetätigkeit Bettina Wulff, Vorteilsannahme Olaf Glaeseker, Vorteilsgewährung David Groenewold und schließlich Untreue und Vorteilsgewährung Markus Karp." Jeden einzelnen der Unterpunkte kann man nun anklicken und so ergibt sich ein etwas genaueres Bild von der Gesamtheit der Vorwürfe. Sogar die von heute abend sind schon dabei. Genannt werden auch die Akteure, die neben dem Präsidentenehepaar wichtig sind: "Egon Geerkens, Carsten Maschmeyer, David Groenewold, Ali Memari Fard und Mirja Viertelhaus-Koschig."

Wer es nun genau wissen möchte: Hier ist endlich die "Nachricht auf der Mailbox"

Als Clou veröffentlicht nun heute die Seite "WulffPlag" unter dem Punkt "Nötigung von Redaktionen" auch die aus den unterschiedlichsten Veröffentlichungen zusammengesetzte und mit Quellenangaben versehene "Nachricht auf der Mailbox" von BILD-Chefredakteur Kai Dieckmann: "Rekonstruktion der Mailbox-Nachricht Wulffs" heißt es dort in der Überschrift. Und dann folgt der rekonstruierte Text: " 'Guten Abend, Herr Diekmann. Ich rufe aus Kuwait an. Bin gerade auf dem Weg zum Emir...'[2] 'und deswegen hier sehr eingespannt'[3] [auf der] Reise durch die Golfstaaten, habe täglich von acht bis elf Uhr Termine'[4]. 'Warum können Sie nicht akzeptieren, dass das Staatsoberhaupt im Ausland ist und zuwarten,'[3] 'bis ich Dienstagabend wiederkomme, also morgen, und Mittwoch eine Besprechung zu machen, wo ich mit Herrn ...[Anm. 2], den Redakteuren, rede, wenn Sie möchten, die Dinge erörtere, und dann können wir entscheiden, wie wir die Dinge sehen, und dann können wir entscheiden, wie wir den Krieg führen'[5]. 'Ich habe alles offengelegt, Informationen gegeben, mit der Zusicherung, dass die nicht verwandt werden. Die werden jetzt indirekt verwandt, das heißt, ich werde auch Strafantrag stellen gegenüber Journalisten morgen, und die Anwälte sind beauftragt'[5]. 'Seit Monaten'[6] wird eine[7] 'unglaubliche'[7] Geschichte[7] [geplant]. 'Es gab immer dieses jahrelange Gerücht, Maschmeyer hätte was damit zu tun. Wir haben dargelegt, dass das alles Unsinn ist. Und jetzt werden andere Geschichten behauptet, die Unsinn sind'[8]. [Ich möchte] 'einfach, dass wir darüber sprechen, denn wenn das Kind im Brunnen liegt, ist das Ding nicht mehr hochzuholen - das ist eindeutig'[6] 'Wenn man nicht bis Mittwoch wartet'[3] 'und dann sagt: ‚Okay‘, wir wollen den Krieg und führen ihn. Das finde ich sehr unverantwortlich von Ihrer Mannschaft, und da muss ich den Chefredakteur schon jetzt fragen, ob er das so will, was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann'[6]. So[6] 'wie das gelaufen ist in den letzten Monaten, ist das inakzeptabel, und meine Frau und ich werden Mittwochmorgen eine Pressekonferenz machen zwischen dem japanischen Ministerpräsidenten und den weiteren Terminen und werden dann entsprechend auch öffentlich werden, weil diese Methoden Ihrer Journalisten, des investigativen Journalismus nicht mehr akzeptabel sind'[6]. 'Der Rubikon ist für mich überschritten und für meine Frau auch'[3] [Ich] hoffe[6] 'dass Sie die Nachricht abhören ... Und ich bitte um Vergebung, aber hier ist jetzt für mich ein Punkt erreicht, der mich'[6] 'zu einer Einhaltung/Handlung (???) [sic!][Anm. 3] zwingt, die ich bisher niemals in meinem Leben präsentiert habe. Die hatte ich auch nie nötig'[6]. 'Das bedeutet den endgültigen Bruch zwischen dem Bundespräsidenten und dem 'Springer'-Verlag“[3][, sollte] diese[9] 'unglaubliche'[9] Geschichte tatsächlich erscheinen[9]."

Für weitere Infos nun bitte selber auf die Seite "WulffPlag" gehen

Wer nun wissen möchte, was es dort sonst noch gibt, der möge doch bitte selbst auf die Seite "WulffPlag" gehen und sich da ein Bild von der Gesamtheit der bisher gegen Wulff bekannt gewordenen Vorwürfe machen. Rechtliche Bewertungen der Vorgänge findet man dort übrigens auch. Damit man dann an den erhitzten Stammtisch-Debatten besser teilnehmen kann. Noch vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Oder bei Facebook unter "Rücktritt jetzt". Den fordern da heute schon mehr als 10 000.

Foto: CC-BY-SA 3.0 von Ronald Becher bei "WulffPlag"

Gabriele Schreib M.A. - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - frischer Wind vom Hohen Norden Politologin, Redakteurin, Autorin Schreiben, Erlebtes und ...

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