Wunderbar: Tim Burtons "Alice im Wunderland"

Johnny Depp & Helana Bonham Carter als Förderer von Mia Wasikowska

Alice im Wunderland von Regisseur Tim Burton macht glücklich! Herrlich bunt und fantasievoll präsentiert der Meister des Gruselns einen fast unblutigen Kinoknüller in 3D.

Die Story von Lewis Carrolls "Alice im Wunderland" und "Alice hinter den Spiegeln" ist bekannt. Regisseur Tim Burton interpretiert den klassischen Stoff neu und führt die bekannte Geschichte fort: Seine Alice (gespielt von Shootingstar Mia Wasikowska) ist bereits im heiratsfähigen Alter und kein kleines Mädchen mehr. Auf einer Gartenparty der feinen, viktorianischen Londoner Gesellschaft soll die 19-jährige Alice in die Verlobung mit dem blasierten, aber wohlhabenden Hamish, dem Sohn von Lord und Lady Ascot einwilligen. Doch Alice hat Besseres zu tun. Sie verfolgt das weiße Kaninchen in seinen Bau und landet in der skurril-mystischen Welt Unterlands.

"Alice im Wunderland": Im Unterland mit Johnny Depp

Schon um in die versteckte und verzauberte Welt zu gelangen, hat sie einige Prüfungen zu bestehen. Per Zaubertrank muss sie sich erst klein schrumpfen, um dann mit einem erneuten Schluck riesig groß zu werden und letztlich auf eine Größe zurück schrumpfen, die sie durch ein kleines, kaninchengroßes Schlupfloch passen lässt. In dem zauberhaften Land begegnet Alice nicht nur dem weißen Kaninchen, sondern auch den dicken Zwillingen Diedeldum und Diedeldei, der Haselmaus, der Grinsekatze mit fast tausend Zähnen im Mund und der Wasserpfeife rauchenden blauen Raupe Absolem – allesamt gelungen animierte Figuren. Die wundersamste Figur jedoch: der verrückte Hutmacher (Johnny Depp). In Sachen Originalität ist dem grünäugigen Exzentriker wird nur die böse blähköpfige Herzkönigin (Helena Bonham Carter) ebenbürtig.

Tim Burton bedient sich in seinem persönlichem Ensemble

Beide Schauspieler gehören schon beinahe zum festen Ensemble des Regisseurs Tim Burton. Depp ist zum siebten Mal dabei, Carter zum sechsten Mal. – Miteinander waren beide Schauspieler übrigens vier Mal gemeinsam in einem Burton-Spektakel (u. a. "Charlie und die Schokoladenfabrik" und "Sweeny Todd") zu sehen. Depp gibt erneut den wunderbar abgedrehten Freak und ist als Hutmacher fast so gut wie als legendärer Captain Jack Sparrow in "Fluch der Karibik". Auch Gegenspielerin Helena Bonham Carter ist in der Rolle der Bösen hervorragend besetzt. Ebenfalls ein Glücksgriff: Anne Hathaway mit weißblonder Perücke als grausig anmutige, weiße Königin. Die eigentliche Hauptrolle – die der Alice – vergab Burton an eine echte Newcomerin: Mia Wasikowska. Der Regisseur wählte die Australierin aus, obwohl sich auch die Hollywoodstars darum rissen. Eine gute Wahl, die dem neuen Nachwuchsstar sicher noch einige tolle Rollen bescheren wird.

"Alice im Wunderland" ist ein echtes Burton-Spektakel: bunt und gruselig

Als Fazit bleibt ein buntes, echtes Burton-Spektakel, das einen in die eigene Kindheit zurück versetzt und mit einem wohligen Schauer auf dem Rücken zurücklässt. Wohlig, weil die Disney-Produktion schön, bunt und grandios animiert ist, was mit 3D-Technik exzellent zur Geltung gebracht wird. Gänsehaut-Feeling wird sich vermutlich automatisch einstellen, weil auch diese Animation eben ein echter Burton ist und damit zwar vergleichsweise unblutig, aber sicher nichts für kleinere Kinder. Letztere würden das Kino vermutlich mit darauf folgenden nächtlichen Alpträumen verlassen…

Alice im Wunderland (2010)

Originaltitel: Alice in Wonderland

Regie: Tim Burton

Kinostart in Deutschland: 4. März 2010

Verleih: Disney

Laufzeit: 108 Minuten

Journalistin Iris Janke, Fotografin Brigitte Dorrinck

Iris Janke - Iris Janke (* 1969) ist seit rund fünfzehn Jahren als Journalistin tätig. Während des Publizistik-Studiums in Bochum ...

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