Wunschkind Mädchen - kann die Zeugung gezielt gesteuert werden?

Schwangere - Templermeister / pixelio.de
Schwangere - Templermeister / pixelio.de
Manche Paare wünschen sich, das Geschlecht ihres zukünftigen Kindes bestimmen zu können. Welche Einflussmöglichkeiten gibt es?

Ein Vater möchte möglichst schnell seinem zukünftigen Sohn die Fußballschuhe anziehen und Rennen fahren auf der Carrera-Bahn. Eine Mutter möchte ihrer zukünftigen Tochter schöne Kleider anziehen und lange Zöpfe flechten. Oder aber es gibt bereits drei Jungen in einer Familie, so dass als viertes Kind auf jeden Fall ein Mädchen gewünscht wird. Gründe, warum sich Paare entweder unbedingt ein Mädchen oder einen Jungen wünschen, gibt es vielfältige. Schon seit langer Zeit existieren unterschiedlichste wissenschaftliche Theorien und Studien, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Hierbei konkurrieren unter anderem zwei konträre Ansichten miteinander. Auf der einen Seite stehen die rein wissenschaftlichen Verfechter, die sich der Empfängnis nur aus biologischer Sicht widmen. Auf der anderen Seite wird zum Beispiel die Astrologie als Grundlage des Entstehens gesehen. Doch ist es wirklich möglich, durch bestimmte Verhaltensregeln, seien sie astrologischer oder wissenschaftlicher Art, gezielt ein Mädchen oder einen Jungen zu zeugen?

Mondkalender - Mondphasen beeinflussen die Fruchtbarkeit

Der tschechische Arzt Dr. Eugen Jonas und ein Ärzteteam des slowakischen Astra-Instituts in Nitra entwickelten in den 50er Jahren die so genannte „Mondphasenmethode“ oder „Kosmobiologische Empfängnisplanung“. Auf die Idee einer solchen Untersuchung kam Dr. Jonas während seiner Studien mesopotamischer Kulturen. Die Ärzte berechneten die fruchtbaren Tage der Frau unabhängig von ihrem normalen monatlichen Zyklus. Der Fokus wurde auf die Mondphase zum Zeitpunkt der Geburt der Frau gerichtet. Bei Reihenuntersuchungen und statistischen Erhebungen an zirka 30.000 Frauen fand das Team heraus, dass die Empfängnisbereitschaft der Frau dann am höchsten ist, wenn sie sich in ihrer persönlichen Mondphase der Geburtsstunde befindet. Dieses kann sogar zu einer Schwangerschaft während der Menstruation führen, obwohl Frauen während dieser Zeit normalerweise nicht schwanger werden können.

Angeblich kann mit Hilfe des Mondkalenders sogar auch das Geschlecht des Kindes bestimmt werden, je nachdem, ob es an einem männlichen oder weiblichen Tage gezeugt wird. Steht der Mond in einem weiblichen Zeichen, also Stier, Krebs, Jungfrau, Skorpion, Steinbock oder Fische, wird es wahrscheinlich ein Mädchen. Findet die Zeugung an einem männlichen Tag, also Widder, Zwillinge, Löwe, Waage, Schütze oder Wassermann statt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es ein Junge wird.

Diät - Ernährung kann Einfluss auf das zukünftige Leben nehmen

Niederländische Wissenschaftler haben nach langen Studien herausgefunden, dass Frauen durch eine gezielte Diät das Geschlecht ihres zukünftigen Kindes beeinflussen können. Sie fanden heraus, dass Frauen, die neun Wochen vor der Empfängnis in erster Linie Lebensmittel mit hohem Calcium- und Magnesium-Gehalt, wie zum Beispiel grünes Gemüse, Milchreis, Ziegenkäse und Salat, zu sich nahmen, die Wahrscheinlichkeit, ein Mädchen zu bekommen, erhöhten. Im Gegenzug wurden Lebensmittel, die reich an Kalium und Natrium, beispielsweise Bananen und Kartoffeln, vom Speiseplan gestrichen. Es wird vermutet, dass eine kalium- und natriumreiche Ernährung eher zur Zeugung eines Jungen führt, was aber noch von den Forschern getestet werden soll. Die Studie wurde über fünf Jahre angelegt. Es nahmen 172 Paare teil, die insgesamt bereits 358 Söhne, aber nur zwei Töchter hatten. Die Frauen begannen zirka neun Wochen vor der geplanten Empfängnis eine Diät, die reich an Obst, Gemüse und Reis war. Darüber hinaus nahmen sie täglich eine Tablette mit den wichtigsten Mineralien, regelmäßige Blutuntersuchungen gaben dabei Aufschluss über die erforderliche Zusammensetzung der Tabletten. Gleichzeitig mussten die Frauen lernen, den genauen Augenblick ihrer höchsten Fruchtbarkeit zu bestimmen. Zu diesem Zweck bekamen sie „Eisprung-Kits“, die ihnen halfen, ihre fruchtbaren Tage genau bestimmen zu können.

Verblüffende Erfolgsquote deutet auf Planungsmöglichkeit hin

Die ersten Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die Paare, die sich an die festgelegten Regeln hielten, eine Erfolgsquote von 81 Prozent hatten, ein Mädchen zu bekommen. Ende 2010 wurde das Projekt abgeschlossen. 32 Frauen schafften es, das Programm bis zum Ende durchzuführen. Die Ergebnisse der Tests bestätigten frühere Prognosen: 26 Frauen gebaren ein Mädchen, nur 6 einen Jungen. Das Forscherteam der Universitäten von Maastricht und Delft unter Leitung der Biologin Annet Noorlander konnte abschließend feststellen, dass eine spezifische Ernährung der Mutter, kombiniert mit einem bestimmten Timing des Geschlechtsverkehrs, zu einer vermehrten Wahrscheinlichkeit führt, ein Mädchen zu bekommen. Vollkommen neu ist diese Herangehensweise allerdings nicht, bestätigt aber frühere Untersuchungen.

"Mädchen-Diät" - "Jungen-Diät"

Bereits 1995 veröffentlichte der Gynäkologe Francois Papa von der Pariser Frauenklinik Port Royal sein Buch „Choisissez le sexe de votre enfant“, in dem er ebenfalls sein Hauptaugenmerk zur Geschlechtsterminierung des geplanten Kindes auf die Ernährung der Frau legte. Seine Empfehlungen für eine „Mädchen-Diät“ lauteten: Auf Kalium, Natrium und Speisesalz sollte verzichtet werden, und man sollte sich mit Lebensmitteln ernähren, die reich an Calcium und Magnesium sind. Mineralwasser mit viel Magnesium, Fleisch, Käse, Butter, Eier, Fisch, Rosenkohl, Getreide, Nüsse und Schwarzer Tee bieten sich hierbei idealer Weise an. Durch die gezielte Ernährung kann das Scheiden-Milieu der Frau so verändert werden, dass lediglich die Spermien durchkommen, die ein X-Chromosom tragen. Dem gegenüber stehen Papas Tipps für eine "Jungen-Diät": Bananen, Blumenkohl, Tomaten, Milch und Milchprodukte, Mineralwasser mit möglichst wenig Magnesium, Kräutertee, Kartoffeln und Spinat bieten nach Ansicht des Arztes eine gute Voraussetzung, eher einen Jungen zu zeugen.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Quellen:

Tanja Müller, Tanja Müller

Tanja Müller - 1989-1992 Ausbildung zur Buchhändlerin in der Goethe-Buchhandlung, Düsseldorf 1992-1998 Studium der Germanistik und ...

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