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Wunschzettel für Erwachsene

Die richtigen Geschenke unterm Weihnachtsbaum

Wunschzettel Waldspaziergang - Elvira Lauscher
Wunschzettel Waldspaziergang - Elvira Lauscher
Wünschen ist gar nicht so einfach. Man hat doch schon so viel und das was man sich vielleicht wirklich wünscht, bekommt man nicht - außer man schreibt einen Wunschzettel!

Erinnern Sie sich noch? Als Sie klein waren, war Weihnachten für Sie bestimmt auch ein besonderes Fest. Man konnte dem Weihnachtsmann schreiben, all seine Wünsche auf einem Zettel sammeln und fest daran glauben, dass sich das Aufgeschriebene erfüllt. Als Kind hatte man auch keine Scheu, sich Dinge zu wünschen, wie „dass Mama und Papa sich nicht so viel streiten“ oder dass „kein Gespenst unter meinem Bett wohnt“. Doch ein Wunschzettel als Erwachsener?

Lieber Weihnachtsmann, ich wünsche mir...

Fragen wir mal anders herum – Was spricht dagegen? Ist es falsche Scham, weil man die Tugend der Bescheidenheit pflegen will und so was „nicht tut“? Hat man keine Ideen, was das sein könnte, weil man sich nicht die Zeit nimmt, über die eigenen Wünsche nachzudenken? Oder braucht man wirklich nichts?

Ich habe alles und brauche nichts

Durch die anderen Familienstrukturen, ist man heutzutage tatsächlich meist reichlich mit nützlichen Dingen ausgestattet, weil Paare vor ihrem Zusammenzug in der Regel schon einen eigenen Hausstand hatten und man das Doppelte eher mühsam aussortieren muss. Da braucht man keine Handtücher, keine Töpfe, keine Gläser oder Serviettenhalter. Und die Socken, Krawatten, Blumen und Pralinen holen in Wirklichkeit auch niemanden mehr freudig hinterm Ofen vor. Aber wie sieht es mit besonderen oder sehr persönlichen Wünschen aus?

Individuelle Geschenke machen am meisten Freude

Am liebsten hätten wir es natürlich, wenn man uns die Wünsche von der Nasenspitze ablesen würde. Und vielleicht würde es bei dem einen oder anderen Wunsch sogar klappen, wenn wir diesen selbst schon wüssten... Denn das Wünschen erfordert Muße und Energie, um sich auf sich selbst einzulassen. Schon Michael Ende hat sich in der Unendlichen Geschichte diesem Phänomen gewidmet und den Tausend Türen Tempel erfunden, in den man nur durch einen Wunsch hineingelangt und aus dem einen nur ein „wirklicher Wunsch“ wieder herausführt. Findet man diesen nicht, wird man ewig von Tür zu Tür irren.

Machen Sie sich auf die Suche nach dem wirklichen Wunsch

Wenn wir ehrlich zu uns sind, so sind viele unserer Wünsche entweder von gesellschaftlicher Anerkennung bestimmt oder im privaten Kreis von der Angst abgelehnt zu werden. „Was ist, wenn mein Partner darüber lacht oder sich zurückgewiesen fühlt, wenn ich mir nur einen Wald-Spaziergang mit ihm wünsche?“ Die Gefahr besteht natürlich, wenn man nicht rechtzeitig darüber spricht und nicht vorher Regeln festlegt. Das wird umso wichtiger, wenn auch Kinder in der Familie sind. Als Erwachsener auch Wünsche zu äußern oder Zettel zu schreiben, ist für Kinder oft befremdlich, aber auch sehr spannend. Und es kann dazu die Vorweihnachtszeit bereichern und ein ganz neues Gefühl der Zusammengehörigkeit in der Familie schaffen, wenn man sich – sozusagen kollektiv – darauf einig, sich einmal „wirkliche Wünsche“ zu suchen. Und wenn Sie sich darunter noch nichts vorstellen können, dann achten Sie das nächste Mal darauf, wenn sie nebenbei sagen „Ich möchte so gerne mal wieder...“

Steigern Sie die Wahrscheinlichkeit der Erfüllung

Genau das sind oft die Wünsche, die ganz schnell im Alltag wieder untergehen, wenn man nicht daran erinnert wird. Es klingt paradox, aber die Schnelllebigkeit der Zeit scheint auf Wünsche nicht immer Rücksicht zu nehmen. Auch der Satz „Das sollte man öfter machen“, nach einem Konzert- oder Theaterbesuch, einem Wellness-Wochenende oder einem Wanderausflug ist ein klares Indiz für einen versteckten Wunsch, der immer wieder zurückgedrängt wird. Teilen Sie Ihren Wunsch jemandem mit und steigern Sie die Wahrscheinlichkeit der Erfüllung. In dem Moment, in dem der Wunsch jemandem mitgeteilt wird, sind zwei Menschen dafür verantwortlich!

Legen Sie genaue Regeln fest und schaffen Sie ein Wunschbrett

Je nach Familienstruktur müssen die Regeln anders sein. Ein kleines Kind wird ja noch keinen Wunschzettel schreiben, sondern höchsten malen können. Ihm müssen auch die Wünsche der anderen Familienmitglieder vorgelesen werden, und es sollte natürlich auch etwas dabei sein, was schon ein kleines Kind machen kann. Wichtig ist, dass Sie einen festen Platz schaffen, eine Pinnwand, eine Tür oder einen Kranz mit vielen Bändern. Legen Sie fest, wie viele Wunschzettel jeder aufhängen darf – je mehr, desto größer die Auswahl für die anderen. Wichtig ist auch die Entscheidung, ob man Zettel mehrfach aufhängen darf, zum Beispiel „Waldspaziergang“ (siehe Bild unten), weil man diesen öfter machen will. Diskutieren Sie, ob man beliebig viele Zettel nehmen darf oder nur drei pro Person. Zu klären ist auch, ob man sich nur auf „ideelle Wünsche“ festlegt oder – bei Kindern eher wahrscheinlich – auf ideelle und materielle Wünsche.

Nicht alle Wünsche müssen und können erfüllt werden

Am Weihnachtsabend (oder jeden Sonntag vor Weihnachten) darf man sich die Wunschzettel, die man erfüllen will, abhängen, ausfüllen, verzieren und unter den Weihnachtsbaum legen. Auch wenn nicht alle Wünsche erfüllt werden, ist es eine gute Gelegenheit, mehr über sich und seine Familienmitglieder zu erfahren. Und eines ist sicher – die überreichten Geschenke werden nicht nach den Feiertagen wieder umgetauscht!

Elvira Lauscher, Elvira Lauscher

Elvira Lauscher - Schreiben ist meine Leidenschaft, mein Beruf und meine Berufung. Ich war 28 Ausgaben für ein Ulmer Magazin Chefredakteurin und habe ...

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