Wuppertal - Eine besondere Stadt

Ein kleines Portrait über die Stadt mit der Schwebebahn

Die Wuppertaler Schwebebahn - S. Strauch
Die Wuppertaler Schwebebahn - S. Strauch
Die Schwebebahn ist das bekannteste Wahrzeichen von Wuppertal. Doch die Stadt bietet noch viel mehr.

Du kommst aus Wuppertal? Wenn man andernorts erzählt, dass man aus Wuppertal stammt, sind die Reaktionen nicht sonderlich vielfältig. Die meisten kennen es, die wenigsten kennen es wirklich gut, alle haben ein bestimmtes Bild vor Augen. Dass dieses Bild nicht immer positiv ist, ist durchaus gerechtfertigt. So findet sich die Stadt zurzeit unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten in keiner allzu komfortablen Lage wieder. Es bestehen aktuell Verbindlichkeiten in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro, die bis 2012 voraussichtlich auf einen Betrag von 2,2 Milliarden anwachsen werden (Quelle: Internetpräsenz der Bezirksregierung Düsseldorf).

Geschichte der Wirtschaft in Wuppertal

Dabei war Wuppertal einst eine der reichsten Städte Deutschlands. Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts florierte vor allem die Textilindustrie, welche die beiden Stadtteile Elberfeld und Barmen, die damals noch unter getrennter Verwaltung standen, zu dieser Zeit mit zu den stärksten Wirtschaftsräumen des Landes machte. So kommt es auch, dass man vor allem an den Hanglagen Wuppertals, von denen man einen herrlichen Blick über die ganze Stadt genießen kann, heute noch imposante Jugendstilbauten findet, die sich mitunter zu ganzen Luxuswohnvierteln ausgebildet haben. Leider hat es die Stadt in weiten Teilen versäumt mit der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt zu halten. Bereits nach dem ersten Weltkrieg begann der Niedergang der Textilbranche, wobei sie weiterhin ein wichtiger Devisenbringer blieb, der jedoch nicht mehr stark genug war, den früheren Wohlstand der Stadt aufrechtzuerhalten. Ein weiterer wichtiger Industriezweig, der in Wuppertal angesiedelt ist, ist die Pharmaindustrie, insbesondere vertreten durch den Konzern Bayer, der hier sein zweitgrößtes Werk innerhalb der Bundesrepublik betreibt. Wuppertal ist unter anderem eine Universitätsstadt. Die Bergische Universität Wuppertal, gegründet 1972 als Gesamthochschule, liegt hoch an den Hügeln in Wuppertal-Elberfeld, von wo aus die Studenten herrliche Blicke über "ihre" Stadt genießen können.

Wuppertal: ein ungewöhnliches Stadtbild

Was das Stadtbild angeht ist Wuppertal vermutlich weltweit einzigartig. Ein Fluss, die Wupper, führt durch weite Teile der Stadt. Das dürfte das Einzige sein, was Wuppertal mit anderen typischen deutschen Großstädten gemeinsam hat. In zehn Stadtteile, von denen die meisten ehemals selbstständige Städte bildeten, ist es aufgeteilt. Dass Wuppertal als Einheit erst seit 1929 besteht, merkt man noch heute deutlich. Die beiden größten Stadtteile, Elberfeld und Barmen haben jeweils ein eigenes kleines Zentrum. Dies ist gleichzeitig auch eines der Probleme, mit denen sich Stadtplaner oft konfrontiert sehen. Bis heute ist noch nicht wirklich geklärt, wo das eigentliche Zentrum Wuppertals liegt, wobei man allgemein dazu tendiert, Wuppertal-Elberfeld als solches zu begreifen. Fast alle einzelnen Stadtteile reihen sich entlang der Wupper aneinander. Dies verleiht der Stadt von oben betrachtet die Form eines langen Schlauches und ist besonders prägend für das Stadtbild. Während sich dieser "Schlauch" ungefähr 20 Kilometer in die Länge zieht, ist die Ausdehnung in die Breite mit maximal zwei Kilometern ungleich kleiner.

Der besondere Charme

Wer einmal in Wuppertal war, an den richtigen Plätzen versteht sich, weiß es: Die Stadt hat einen ganz besonderen Charme. Dieser kommt zwar nicht dem einer pulsierenden Metropole wie etwa Berlin oder Köln gleich, äußert sich jedoch dafür an anderen Stellen umso stärker. Wie der Name schon sagt, liegt sie in einem Tal, von dessen Hängen aus man fast überall herrliche Blicke über die Stadt und die umliegende Umgebung hat. Wuppertal hat enorm große Grünflächen, die besonders für Sportler, Tierhalter und Genießer von gemütlichen Waldspaziergängen, einen besonderen Reiz darstellen. Eine Fahrt mit der weltweit einzigartigen Schwebebahn ist freilich ein Muss, insbesondere wenn man sie in dem historischen Kaiserwagen bestreitet. Weiterhin bietet Wuppertal auch kulturell Interessierten Einiges, da sich im Stadtgebiet viele beschauliche Museen und Galerien befinden, nicht zuletzt das berühmte Von der Heydt-Museum. Auch an historischen Gebäuden mangelt es nicht. Die Stadthalle zum Beispiel, die im Jahre 1900 im wilhelminischen Stil erbaut wurde, wird jeden begeistern, der sich für die üppig-prachtvolle Architektur dieser Zeit interessiert. Links und rechts des Tals, finden sich an den Talhängen unzählige wunderschöne Jugendstilbauten, die das Auge verwöhnen. Auch Nachtschwärmern wird, vor allem in den Stadtteilen Elberfeld und Barmen, einiges geboten. Berühmt ist auch der Wuppertaler Zoo mit seinen 24 Hektar umfassenden, gebirgigen Grünflächen, wo man rund 5000 Tiere aus 500 verschiedenen Arten beobachten kann.

Wuppertal ist einen Besuch wert

Wer sich aufmacht, die Stadt entlang dem Tal der Wupper zu erkunden, kann sich auf schöne Ausblicke, eine Menge Kultur und Geschichte, sowie auf viele weitere Überraschungen gefasst machen. Nicht alles ist hier so schön, so groß und imposant wie in anderen Städten, dafür aber einzigartig und aufregend.

Simon Strauch, Simon Strauch

Simon Strauch - Geboren und aufgewachsen in Wuppertal. Interesse an fremden Kulturen durch ausgedehnte Reisen nach der Schulzeit geweckt. Mittlerweile ...

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