
- Jasper und Leander vom Hause Jung, German Rex - K. Müller-Jung
Den meisten Menschen ist die Vorstellung eines mit Würmern befallenen Haustieres unangenehm. Sie fürchten auch um ihr eigenes Wohlbefinden, obwohl ein Wurmbefall bei einem Haustier in der Regel keine Gefahr für den Menschen darstellt. Natürlich stellen Haushalte mit Säuglingen, Klein- und Krabbelkindern eine Ausnahme dar.
Entwurmungen und Übervorsicht
Aus den Ängsten einer Ansteckung heraus wird oftmals alle drei Monate rein prophylaktisch entwurmt. Dabei muss man sich darüber im Klaren sein, dass dieser Vorgang nicht ohne Schaden für zumindest die Darmflora des Patienten vonstatten geht, da jedes Entwurmungsmittel vom Tierarzt die Würmer im Körper des Wirtstieres mit Chemikalien abtötet.
Wohnungskatzen sind in der Regel selten betroffen, sofern die Hygiene im Haushalt eingehalten wird: täglich gereinigte Futterplätze, Näpfe, frisches Futter und sauber Katzentoiletten sind ein Muss. Nassfutter zieht im Sommer schnell Fliegen an und sollte daher öfters sowie in kleineren Mengen gereicht werden.
Eine halbjährliche Entwurmung, wenn nicht sogar nur eine einjährige Entwurmungskur reicht aus. Zur Beruhigung kann eine Kotprobe beim Tierarzt abgegeben werden, der diese auf Parasiten hin untersucht und das jeweilige Medikament, entsprechend der Diagnose, empfiehlt.
Einen Parasitenbefall erkennt man an dem Aussehen seiner Katze: das Fell wird struppig, die Samtpfote magert ab, im Kot und / oder am After befinden sich Wurmfortsätze.
Einige Wurmarten bei der Katze
Spulwürmer: gehören zur Familie der Fadenwürmer und leben parasitisch im Darm von Wirbeltieren
Hakenwürmer: gehören ebenfalls zur Familie der Fadenwürmer, kommen häufig in den Tropen sowie Subtropen vor, befindet sich im Darm und befällt die Darmzotten
Rundwürmer, auch Schlauchwürmer genannt, scheiden nur ihre Eier aus, die lediglich unter dem Mikroskop erkannt werden können. Larven können sich auch außerhalb des Darmes des Wirtes in anderen inneren Organen befinden. Sie sind sehr resistent.
Bandwürmer: leicht erkennbar, da sie einzelne Glieder ausscheiden, die sich dann am After des Patienten befinden, leicht behandelbar
Lungenwürmer: bis zu einem Zentimeter lang, befällt durch den Blutkreislauf die Lunge des Wirtes
Fuchsbandwurm: gehört zur Familie der Bandwürmer, benötigt einen Zwischenwirt wie zum Beispiel Mäuse. Der Befall eines Menschen kann lebensgefährlich werden.
Mögliche Wurmkuren für erkrankte Katzen
Panacur: in Form von Paste, Tabletten, flüssig, wirkt gegen:
- Spul,- Haken und Peitschenwürmer, Giardien, bestimmte Bandwürmer
- Gabe bei Wurmbefall: 3 Tage lang, Wiederholung nach 14 Tagen
- Gabe bei Giardienbefall: 5 Tage lang, 3 Tage Pause, 5 Tage lang, nach einer Pause von ca. 3-5 Tagen wird Metrodinazol eingesetzt.
Droncit: in Form von Tabletten, wirkt gegen:
- Bandwürmer in jedem Stadium
- Nur zu verabreichen bei konkreter Diagnose auf Bandwurmbefall oder vorbeugend bei Freigängern
Drontal: in Form von Tabletten, wirkt gegen:
- Bandwürmer
- Adulte Stadien des Spul- und Hakenwurmes
- Bei Bandwurmbefall reicht eine einmalige Gabe aus; bei Rundwurmbefall muss drei mal eine Gabe erfolgen
Milbemax: Tablettenform, auch für Welpen ab 0,5 kg Körpergewicht und ab der 6. Lebenswoche geeignet.
- Bandwürmer
- Adulte Stadien des Spul- und Hakenwurmes
- Adulte Stadien des Rundwurmes, Haken- und Peitschenwürmer
- Bei erwachsenen Tieren: 3-4 x pro Jahr an zwei Tagen hintereinander
- Kann auch bei Katzenwelpen ab der 3. Lebenswoche angewendet werden
Banminth: in Form von Paste
Gegen Banminth haben sich bereits Wurmstämme entwickelt, die Resistenzen gebildet haben.
- Spul- und Hakenwürmer
- Bei Welpen ab der 2. Lebenswoche anzuwenden
- Erwachsene Tiere können vorbeugend 3 – 4 x pro Jahr Banminth erhalten.
Die Angaben über den Einsatz der genannten Medikamente sind ohne Gewähr, da etwaige Neuentwicklungen im veterinär-wissenschaftlichen Bereich nicht regelmäßig aktualisiert werden können. Jeder Einsatz von Medikamenten ist mit dem Tierarzt abzusprechen.
