Die Autogrammstunde ist auch bestens angesagt, nicht nur des neuen Albums „Every Knows“ wegen, sondern auch, um sich wieder einmal ins Gespräch zu bringen.
Autogrammstunde der Punkrocker Young Gods in Bern
Die Young Gods sind ganz anders als die üblichen Punkrock-Bands der Schweiz. Bereits seit 1985 spielt das Genfer Trio um Frontmann Franz Treichler eine Mischung aus Punkrock, Grunge, Elektro und Techno. Diese Eigenwilligkeit, die durchaus berauschend klingt, wird jedoch nicht belohnt. Trotz jahrelanger und regelmäßiger Musik-Präsenz und internationalem Bekanntheitsgrad hat es das Trio schwer sich auf dem Markt durchzusetzen. Man hat sich zwar etabliert, aber immer noch auf einer viel zu niedrigen Sprosse der Erfolgsleiter.
Wer ein Autogramm erhaschen will, muss sich am 05.11.2010, von 12 bis 13 Uhr zu Chop Records in die Amthausgasse 22 in 3011 Bern begeben. Einen kleinen Barbetrieb gibt es auch.
Das neue Young-Gods-Album "Everybody Knows" zeigt ihre Welt immer noch auf dem Kopf
Nach ihrem großen Erfolg mit "T.V. Sky" ist es um die Band Mitte der Neunziger ruhiger geworden. Mit "Second Nature" kam 2000 dann das Comeback. Mit ihrem aktuellen Album "Every Knows" veröffentlichen Young Gods nun ihre fünfzehnte Platte. Hinzu kommen noch drei Soloalben: "November" von Trontin Jones (2006), Al Comets "White Planet" (2004) und "Braindance" von Franz Treichler (2001).
Allein schon das Cover des aktuellen Albums zeigt eigentlich, wo die Band heute immer noch steht – mitten in der Luft, hier und nirgends, und auf dem Kopf. Das Album kann man jetzt bereits vorbestellen. Zu wünschen wäre es den Young Gods allemal, dass ihr aktuelles Album sie endlich in die Sphäre katapultiert, in der sie lang andauernde Erfolge feiern können.
Bands wie Young Gods haben es schwer, denn die Musikbranche ist hart umkämpft
Dass die Schweizer Musikbranche ihren Künstlern zusetzt, liegt nicht an der Menge der Künstler und der überschaubaren Größe des Landes. Der Schweizer Musikmarkt bietet eine Vielzahl an guten Bands und Solisten und nicht zuletzt eine Armee an DJs. Wenn man dann musikalisch aus der Reihe tanzt und sich nur schwer einordnen lässt, und damit ist gemeint, dass man nicht in die Stilrichtung der Schweizer Musik-Clubs und Musik-Veranstalter passt, dann wird der Weg nach oben noch unüberwindbarer. Rapper oder Vollblut-Metaller lassen sich einfacher und zielorientierter einsetzen und spielen sicherer Gewinne für Veranstalter ein. Bei extravaganten Acts schrecken die Veranstalter eher zurück, weil sie nicht wissen, wie das Publikum im Endeffekt darauf reagiert und ob es nach einer Enttäuschung noch einmal kommt und den Eintritt oder das Ticket zahlt. Dieses Phänomen ist aber auch kein typisch Schweizerisches Problem. Man kennt dieselben Schwierigkeiten auch aus Deutschland und anderen Ländern.
