
- Spielen macht schlau, Spass ohne Computer und Co. - Ueberreuter
Weg von vorgefertigten Bausätzen, hochwissenschaftlichen und auf pädagogischwertvoll getrimmten Plastikspielzeugen mit Sound- und Bewegungsfunktion und vor allem weg von Computer und Fernseher. Kinder sollen die Möglichkeit haben ihre Fantasie walten zu lassen und Eigenkreativität zu entdecken. Dies sind die Kernaussagen des von Yvonne de Bark geschriebenen Erziehungsratgebers „Spielen macht schlau. Spass ohne Computer und Co.“
Kinder müssen spielen lernen
Damit Kinder spielen können, braucht es gar kein teures Spielzeug, wird gleich zu Beginn des Buches festgehalten. Denn weniger ist oft mehr. Kinder müssen spielen lernen, aus dem was sich ihnen gerade zur Verfügung stellt. Sie werden sich von ganz alleine ihre „Spielsachen“ zusammensuchen. Dabei ist es wichtig, der Kreativität des Kindes, gewähren zu lassen und nur im Notfall einzugreifen. Ein Kind braucht die Möglichkeit sich selbst und seine Umgebung richtig kennenzulernen, durch ertasten, erfüllen und erschmecken. Das es mit dem Essen spielt, sich selbst mit Schlamm beschmiert und ein Ast als Schwert bezeichnet, ist völlig normal und gut für die Entwicklung. Doch nicht nur Schwerter finden sich in der Natur, sondern sonst noch so allerlei, was sich verwandeln oder für Spiele verwenden lässt. Etliche Beispiele und Anregungen, was alles aus Sand, Holz, Karton oder Müll gemacht werden kann, hat de Bark in ihrem erfrischen witzig geschriebenen Ratgeber zusammengetragen.
Spielen macht schlau
Spielen fördert aber nicht nur die Kreativität und den Ideenreichtum im Allgemeinen, zudem fördert es, wenn mit anderen zusammen, die Sozialkompetenz. Seilspringen oder das gute alte Fadenspiel können zwar auch alleine gespielt werden, machen aber in der Gruppe deutlich mehr Spass. Wurfspiele fördern zudem die Hand-Augen-Koordination und Rückwärtsgehen das mathematische Verständnis. Und was alles als Spielgerät zum schlau werden hinhalten kann, verrät de Bark ebenfalls und zaubert dem Leser damit des Öfteren ein Lächeln ins Gesicht. Denn dies ist nicht immer ganz ernst zu nehmen. Jedenfalls ist zu hoffen, das die Kinder nicht an einer Autobahnraststätte ausgesetzt werden, um sie zum hinterher rennen zu animieren. Manche der Ideen sind auch nicht sonderlich tierfreundlich.
Ein erfrischend frecher Erziehungsratgeber
Wer keinen Spass versteht und Ironie oder einen Witz selbst dann nicht erkennt, wenn er vor einem aufgeregt auf- und abhüpft, der sollte von „Spielen macht schlau“ besser Abstand halten. Denn nicht alles Geschriebene ist absolut ernst zu nehmen. Yvonne de Bark gibt wertvolle, altbekannte wie neue Tipps um das Spielen der Kinder ohne PC, Fernseher und Gameboy zu fördern und würzt diese mit einer kräftigen Prise Humor. Die passenden Illustrationen von Christoph Illigens unterstützen die erfrischend freche Wirkung des Ratgebers.
Warnung für Eltern
Das Buch sollte allerdings besser nicht in die Hände der Kinder selbst geraten. Diese könnten darin womöglich darin Ideen entdecken, welche die Eltern nicht unbedingt befürworten. Insbesondere das Kapitel zu Experimenten mit Feuerwerkskörper, ist zwar witzig zu lesen, aber definitiv nicht zur Nachahmung empfohlen. De Bark warnt zwar ebenfalls ausdrücklich davor, erläutert aber trotzdem einige Experimente. Und wenn das Kind nicht selbst darauf kommt Regenwürmer zu essen, muss es schliesslich nicht unbedingt darauf gebracht werden. Die meisten Ideen sollten hingegen unbedingt an die Kinder weitergeleitet werden.
Die vielen Ideen aus den Erfahrungen und Recherchen de Barks stellen zudem für Eltern noch kleiner Kinder, eine gute Möglichkeit dar, sich emotional auf das Vorzubereiten, was sich der Nachwuchs später alles einfallen lassen könnte und zumindest teilweise auch einfallen lassen wird.
Yvonne de Bark – Autorin, Schauspielerin und Mutter
Die meist glückliche, zweifache Mutter Yvonne de Bark, ist nicht nur als Autorin tätig, sondern auch als Schauspielerin und wurde insbesondere durch Serien wie „Unter uns“ und „Alarm für Cobra 11“ bekannt. Dies ist vielleicht etwas ungewöhnlich, doch wie die meisten Mütter, ist auch sie um ihre Kinder und deren Erziehung besorgt. So diente auch ihr sieben jähriger Sohn als Inspiration für „Spielen macht schlau“. Auf diesen übt anscheinend der Computermonitor eine ungemeine Faszination aus und er beschäftigt sich lieber mit Spielkonsolen, anstatt sich draussen mit Steinen oder dem immer griffbereiten Nasenpopel zu beschäftigen. „Spielen macht schlau“ ist bereits der dritte Erziehungsratgeber nach „Mamas wissen mehr“ und „Das Mama Trost-Buch“ von Yvonne de Bark und ihrer Meinung nach, der wichtigste.
Das Buch:
Yvonne de Bark: Spielen macht schlau. Spass ohne Computer und Co. Ueberreuter 2011, ISBN: 978-3-8000-7504-1, 160 Seiten, Hardcover, 17.95 Euro
