Wie sehr freuen sich stolze Eltern auf den ersten Zahn ihres Sprößlings und fiebern dem großen Ereignis entgegen. Freudig wird jeder Zahn gefeiert und fotographisch festgehalten. Viele Babys leiden auch unter dieser körperlichen Entwicklung, da das Zahnen oft mit Schmerzen und Fieber verbunden ist. Da Zähneknirschen meistens mit Stress oder psychischen Problemen in Verbindung gesehen wird, reagieren Eltern oft besorgt, wenn sie dies bei ihrem Kind wahrnehmen.
Warum Knirschen Babys und Kleinkinder mit den Zähnen?
"Ungefähr die Hälfte aller Babys knirscht mit den Zähnen," erklärt Dr. Ulrich Guserl. Laut dem Zahnspezialisten Dr. Guserl muss sich das Gebiss des Kindes erst langsam zurechtbeißen. "Dies wird als Okklusion bezeichnet. Durch das Zähneknirschen schleifen sich die Kauflächen gegenseitig ab, es erfolgt eine Art Feinabstimmung, damit die Zähne der unteren Zahnreihe exakt zur Zahnlänge der oberen Zahnreihe passen." Die Kinder "beißen ihre Zähne ein", wie es im Jargon der Zahnärzte heißt. Gerade Babys Knirschen manchmal beim Erkunden des Mundraumes mit den Zähnen oder klappern spielerisch und voll Freude mit den Kiefern.
Ist Zähneknirschen bei Babys und Kleinkindern schädlich?
Nein. Knirschen Babys und Kleinkinder zwischen dem achten Lebensmonat und dem dritten Lebensjahr mit den Zähnen ist dies ein natürliches und normales Entwicklungsphänomen.
Dieses Zähneknirschen ist völlig unschädlich und hat nichts gemein mit dem Zähneknirschen von Erwachsenen.
Welche Ursachen hat das Zähneknirschen bei älteren Kindern und Jugendlichen?
Knirschen ältere Kinder hingegen mit den Zähnen so weist dies auf eine Überfunktion der Kiefermuskulatur hin. Dies wird wie auch im Erwachsenenbereich Bruxismus genannt. In diesem Alter reagieren Kinder auf psychischen Druck, Stress und Überforderungen oft mit psychosomatischen Beschwerden. Manche habe die Diposition Magen- oder Kopfschmerzen zu bekommen, andere beißen im wahrsten Sinne die Zähne zusammen. Viele realisieren es gar nicht, wenn sie ihre Kiefer untertags voll innerer Anspannung fest zusammenpressen. In der Nacht entlädt sich diese Anspannung in den Leichtschlafphasen (REM-Schlaf) dann durch Zähneknirschen oder Zähnepressen.
Behandlung des Zähneknirschens
Zähneknirschen muss erst bei älteren Kindern und Jugendlichen behandelt werden, da es davor ein natürliches Phänomen ist. Da Zähneknirschen bei älteren Kindern massive Schäden an den Zähne verursachen kann, und meist ein Ausdruck für eine Überforderung des Kindes ist, muss Bruxismus von zwei Seiten behandelt werden. Einerseits sollte versucht werden der Ursache des Zähnekirschens auf den Grund zu gehen. Was stresst das Kind? Mit welchen Problemen hat es zu kämpfen? Eltern können sich hierbei Hilfe von Kinder- und Jugendpsychotherapeuten oder Kinderpsychologen holen. Verschiedene Entspannungstechniken wie Phantasiereisen oder Autogenes Training für Kinder helfen ebenfalls Stress und Anspannung zu reduzieren.
Andererseits schützt eine speziell vom Zahnarzt angefertigte Knirschschiene die Zähne in der Nacht vor weiteren Knirschattacken.
