Die weltweiten Horrormeldungen von den Internationalen Börsenschauplätzen haben in der Einschätzung der Bevölkerung deutliche Spuren hinterlassen. Die bisher stets positive und optimistische Grundhaltung hat sich gewandelt: Im August meinten nur noch 30 Prozent gegenüber 47 Prozent im Juli, dass es mit der deutschen Wirtschaft weiter aufwärts geht. 27 Prozent sehen eher eine Abwärtsbewegung der Wirtschaft. Diese Einstellung vertraten im Juli nur 15 Prozent der Bevölkerung. 40 Prozent meinen, es ändere sich nicht viel. Allerdings haben 52 Prozent ihrer Ansicht Ausdruck gegeben, sie befürchteten, durch die erneute Krise auf den internationalen Finanzmärkten auch persönlich finanzielle Verluste hinnehmen zu müssen; nur 43 Prozent haben keine Angst vor finanziellen Verlusten.

ZDF-Politbarometer: Schlechtes Krisenmanagement zur Euro-Krise

Eine gehörige Mitschuld an dieser Ansicht trägt der Euro und die Art und Weise der Krisenbewältigung auf europäischer und deutscher Ebene. 61 Prozent halten die Art des Krisenmanagements auf europäischer Ebene für schlecht und nur 25 Prozent der Befragten für gut. Nur etwas besser schneidet die Bundesregierung in der Bewertung ihrer Arbeit zur Bewältigung der Euro-Krise ab. 48 Prozent sind mit der Arbeit der Bundesregierung unzufrieden und nur 42 Prozent stimmen ihrer Arbeit zu.

Bedenklich ist die Stimmung gegenüber der Euro-Gemeinschaftswährung: 43 Prozent sehen im Euro Vorteile für Deutschland, aber 53 Prozent erblicken im Euro Nachteile für Deutschland.

ZDF-Politbarometer: Wenn Sonntag Wahlen wären...

Im Wahlverhalten hat es gegenüber der Juli-Umfrage einige Veränderungen gegeben: Wenn jetzt Wahlen wären, käme die CDU/CSU mit einem Zuwachs von einem Prozent auf 34 Prozent der Wählerstimmen, die SPD bliebe genau so unverändert bei 29 Prozent wie die Linke bei sieben Prozent und die FDP bei vier Prozent; die Grünen kämen bei einem Minus von zwei Prozent auf 20 Prozent. Den sonstigen Parteien verbleiben insgesamt sechs Prozent; sie haben einen Zuwachs von einem Prozent.

ZDF-Politbarometer: Die 10 beliebtesten Politikerinnen und Politiker

Bei einer Bewertung nach Sympathie und Leistung liegt in der Skala von +5 bis -5 Ex-Finanzminister Peer Steinbrück wie im Juni an der Spitze. Er erreicht 1,4 statt vorher 1,6 Punkte. Ihm auf Platz zwei folgt jetzt wieder Frank-Walter Steinmeier und Thomas de Maizière, beide mit unveränderten 1,3 Punkten. Deutlich verschlechtert hat sich mit nur noch 1,1 (Juli: 1,4) Wolfgang Schäuble. Danach folgen auf Platz fünf mit unveränderten 0,9 Punkten Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ursula von der Leyen mit 0,6 bei einem Minus von 0,2, Sigmar Gabriel mit unveränderten 0,3 sowie Renate Künast ebenfalls mit 0,3. Im Minusbereich liegen Philipp Rösler mit minus 0,5 (Juli: minus 0,3) und Guido Westerwelle mit minus 1,5 (Juli: minus 1,4).

Horst Seehofer ist in der Liste der zehn beliebtesten Politiker nicht mehr vertreten.

ZDF-Politbarometer: Halbzeitbilanz der Bundesregierung zu einzelnen Themen

Die Bundesregierung muss noch Entscheidendes tun, um in der Wählergunst weiter aufzusteigen: 48 Prozent halten die Arbeit der Bundesregierung für gut, 47 Prozent für schlecht. Viel unterschiedlicher ist aber die Einschätzung der Arbeit bei ausgesuchten Themenfeldern: Die Gesundheitspolitik halten 74 Prozent für schlecht und nur 19 Prozent für gut. Die Bewältigung der Finanzprobleme halten 57 Prozent für schlecht, 34 Prozent für gut. Wie bei der Einschätzung der Arbeit der Bundesregierung insgesamt mit einem geteilten Meinungsbild ist auch die Einschätzung der Arbeit zum Thema Arbeitsplätze ( gut 46 Prozent, schlecht 45 Prozent) und zum Thema Familienpolitik (gut 45 Prozent, schlecht 44 Prozent)

Die Meinungen sind jedoch bei einzelnen Themenfeldern sehr unterschiedlich: Besonders kritisch wird die Gesundheitspolitik gesehen (eher gute Arbeit: 19 Prozent; eher schlechte: 74 Prozent), auch die Beurteilung der Arbeit beim Thema Finanzprobleme ist klar negativ (eher schlecht: 57 Prozent; eher gut: 34 Prozent). Beim Thema Arbeitsplätze (eher gut: 46 Prozent; eher schlecht: 45 Prozent) und bei der Familienpolitik (eher gut: 45 Prozent; eher schlecht: 44 Prozent) fällt das Urteil eher geteilt aus.

Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 9. September 2011.

Quelle: ZDF-Pressemeldung

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