
- Projektion Stimmungsbild Saarland - ZDF/Forschungsgruppe Wahlen
Ursprünglich war nach dem Super-Wahljahr 2011 mit sieben Landtagswahlen für das Jahr 2012 nur eine Landtagswahl vorgesehen, nämlich die in Schleswig-Holstein am 6. Mai. Durch den Bruch der Jamaika-Koalition am 6. Mai und ergebnislosen Gesprächen zwischen SPD und CDU über eine Große Koalition sollen jetzt vermutlich am 25. März im Saarland Neuwahlen stattfinden. Die CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hattedas Bündnis aufgekündigt, weil nach ihrer Aussage die FDP nicht handlungsfähig sei und sie seit Wochen keinen Fraktionsvorsitzenden bestimmte. Den Weg zu Neuwahlen machte das saarländische Parlament frei, als es sich am 26. Januar selbst auflöste.
Das ZDF-Politbarometer Extra Saarland Januar 2012
Weil Neuwahlen absehbar waren, hat die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen im Auftrage des ZDF zwischen dem 23. und 25. Januar 2012 mit1039 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten des Saarlandes telefonische Interviews durchgeführt. Bei den vorangegangenen Wahlen im Vorjahr lag die „Trefferquote“ dieser Prognosen immer sehr nah am jeweiligen endgültigen Wahlergebnis. 71 Prozent der Befragten finden eine Neuwahl gut und nur 24 Prozent nicht. Die Zustimmung ging durch die Anhänger aller Parteien.
Ausdrücklich weist die Forschungsgruppe Wahlen darauf hin, dass die folgen Aussagen nur Moment-Aufnahmen des jetzigen Meinungsbildes der saarländischen Bevölkerung und keine Prognose für den kommenden Wahlausgang sei. Der Wahltermin sei erst in zwei Monaten festgelegt und vieles hänge auch von den Mobilisierungsfähigkeiten der Parteien im kommenden Wahlkampf ab.
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Das augenblickliche Stimmungsbild der Wähler im Saarland
Nach der am 26. Januar veröffentlichten Umfrage führt die SPD mit 38 Prozent vor der CDU mit 34 Prozent. Die Linke käme auf 13 Prozent, die Grünen auf 6 Prozent, die Piraten auf 5 Prozent und die FDP lediglich auf 2 Prozent. Rein rechnerisch ergäbe sich aus diesen Zahlen sowohl eine große Koalition als auch ein Bündnis aus Rot-Rot. Der SPD-Spitzenkandidat Heiko Maas hatte aber mehrfach, zuletzt im Landtag, ein Bündnis zwischen der SPD und den Linken, die Oskar Lafontaine als ihren Spitzenkandidaten nominiert haben, kategorisch ausgeschlossen
Die letzte Landtagswahl im Jahr 2009 gab ein völlig anderes Ergebnis: CDU 34,5 Prozent, SPD 24,5 Prozent, die Linke 21,3 Prozent, die FDP 9,2 Prozent, die Grünen 5,9 Prozent und die anderen Parteien zusammen 4,6 Prozent.
71 Prozent der Wähler lassen sich bei ihrer Stimmabgabe von der Landespolitik leiten, nur 24 Prozent von der Bundespolitik.
Mögliche Koalitionen aus Wählersicht
Die größte Zustimmung unter den Wählern findet eine Große Koalition aus SPD und CDU. Diese Koalition unter SPD-Führung finden 39 Prozent gut und 29 Prozent schlecht. Für eine Große Koalition unter CDU-Führung sind 35 Prozent, dagegen 33 Prozent. Dabei zeigt sich ein Phänomen: 80 Prozent der CDU-Anhänger finden eine Große Koalition unter CDU-Führung gut, aber nur 65 Prozent der SPD-Anhänger eine solche unter Führung der SPD.
Alle übrigen denkbaren Koalitionsmöglichkeiten werden für schlecht gehalten. Das gilt auch für eine Rot-Rote Koalition mit 63 Prozent Ablehnung.
Die einzelnen Politiker im Spiegel der Wählermeinung
Heiko Maas wäre 43 Prozent der Befragten lieber als Annegret Kramp-Karrenbauer mit 40 Prozent. Aber auch hier wieder das Phänomen: Die CDU-Anhänger stehen mit 85 Prozent hinter Kramp-Karrenbauer, die SPD-Anhänger aber nur mit 75 Prozent hinter ihrem Spitzenkandidaten Heiko Maas.
Dass Heiko Maas vor allen Dingen in seiner eigenen Partei Überzeugungsarbeit leisten muss, zeigen auch die Werte auf der Skala von +5 bis –5: Die amtierende Ministerpräsidentin erreicht eine Wert von 1,9, der SPD-Herausforderer von 1,7 und der Spitzenkandidat der Linken auf –0,5.
Die Kompetenz der Parteien aus Wählersicht
Je nach den Themenschwerpunkten differenziert der Wähler sehr stark. Wichtigstes Thema im Saarland ist die Schaffung von Arbeitsplätzen. Das trauen mit 32 Prozent der SPD mehr Wähler zu als der CDU mit 28 Prozent. Bei den Finanzen gibt es mit 30 Prozent deutlich mehr Zustimmung für die CDU als für die SPD mit 23 Prozent; liegt das an der Bundespolitik der CDU und Bundeskanzlerin Angela Merkel? Andere Parteien spielen bei der Frage der Finanzen keine Rolle (Linke 4 Prozent, Grüne 0 Prozent). In der Bildungspolitik führt wieder die SPD in der Wählergunst mit 34 Prozent vor der CDU mit 22 Prozent.
Fast unentschieden ist die Meinung der Wähler zum Thema Wirtschaftspolitik: SPD 28 Prozent und CDU 27 Prozent Zustimmung
Der Wahlkampf dürfte einiges erwarten lassen.
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Quellen: ZDF-Pressemeldung, ZDF-newsletter
