
- Sanduhr - Margot Kessler/pixelio
Am 28. März war es mal wieder so weit: Zeitumstellung von 2:00 auf 3:00 Uhr, das bedeutet eine Stunde weniger Schlaf, aber auch längere Abende. Die Meinungen zum halbjährlichen Zeitumstellungs-Ritual sind geteilt und mehrfach untersucht worden.
Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche durch die Zeitumstellung
Die DAK hat in einer Studie aus dem Jahr 2009 1.500 Personen befragt. Die Ergebnisse:
74 Prozent der Befragten geben an, dass sie keinerlei Probleme mit der Zeitumstellung haben. 18 Prozent sagen, sie hätten ein paar Tage gebraucht, um sich an die Zeitumstellung zu gewöhnen. Elf Prozent fühlen sich müde und schlapp. Acht Prozent haben Einschlafprobleme oder Schlafstörungen und drei Prozent fühlen sich gereizt. Weitere drei Prozent können sich schlechter konzentrieren. Den Frauen scheint die Zeitumstellung etwas mehr Probleme zu bereiten als den Männern.
Ein Studie aus dem Jahr 2007 mit 55.000 Probanden kommt allerdings zu etwas anderen Ergebnissen:
Ein Forscherteam um Professor Till Roenneberg an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München zeigte, dass diese Umstellungen sogar erhebliche Auswirkungen haben. Denn die innere Uhr steuert viele Prozesse im Körper - ein genetisch vorgegebener Mechanismus - und der synchronisiert sich dabei mit der Umwelt. Das Sonnenlicht ist dabei der wichtigste „Zeitgeber“. „Das Argument, bei der Zeitumstellung handle es sich ‚nur’ um eine Stunde, trügt“, erklärt Roenneberg. „Wir waren selbst überrascht, wie stark die Effekte sind. Es ist durchaus denkbar, dass die Zeitumstellung langfristig weit größere Auswirkungen hat als bisher geglaubt.“
Die innere Uhr
Die innere Uhr ist abhängig vom Tageslicht, sie passt sich an den 24-Stunden-Rhythmus an. Eine große Rolle spielt die Dämmerung, also der Wechsel von Tag und Nacht. "Das menschliche Schlafverhalten", so erläutern die Forscher, "passt sich sogar dem zeitlichen Fortgang der Dämmerung von Osten nach Westen innerhalb einer Zeitzone an. Diese minutiöse Anpassung wird jedoch durch die Zeitumstellung empfindlich gestört.“ Ihre Ergebnisse erhärteten die Forscher durch eine zweite Studie, bei der sie das Schlafverhalten sowie die Aktivität von 50 Personen acht Wochen rund um beide Zeitumstellungen untersuchten. Dabei zeigte sich, dass die Anpassung im Herbst kaum Probleme macht. "Die innere Uhr macht zu diesem Zeitpunkt einen großen Sprung nach hinten, da die letzten Monate der Sommerzeit sie daran hinderten, sich an die später werdende Morgendämmerung anzupassen und es ihr ehedem leicht fällt, sich zu verzögern“, erläutert Roenneberg. „Sehr viel schwieriger dagegen ist die Anpassung an die Sommerzeit im Frühjahr.“
Und weiter: „Die Auswirkungen der Sommerzeit auf die innere Uhr kann man in eine geografische Veränderung übersetzen. Dies bedeutet, dass die gesamte Bevölkerung Deutschlands im Frühjahr theoretisch zwangsweise nach Marokko transportiert wird und im Herbst wieder zurück ohne Zeitzone und Klima zurückzulassen – mit all den damit verbundenen Anpassungsproblemen.“
Tipps für einen sanften Übergang in die Sommerzeit
Erst nach zwei bis 14 Tagen hat sich innere Uhr wieder eingependelt.
Um diese Umstellungsphase so kurz wie möglich zu halten, empfehlen sich lange Aufenthalte im Hellen an der frischen Luft, reichlich Frischkost und viel Sport. Auf einen Mittagsschlaf sollte auch bei Müdigkeit verzichtet werden.
- Bereits ein paar Tage vor der Zeitumstellung hilft es, immer etwas früher zu Bett gehen und auch die Mahlzeiten früher einzunehmen. Den Rhythmus von Kindern im 10-Minuten-Takt anpassen.
- An den Tagen nach der Umstellung abends leichte Speisen essen. Keine aufputschenden Getränke vor dem Schlafengehen trinken.
- Bei Einschlafproblemen können Erwachsenen Autogenes Training und Dragees oder Kräutertees mit Baldrian, Hopfen, Johanniskraut oder Melisse helfen. Schlafmittel nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.
Quellen:
- DAK Forsa-Studie Zeitumstellung
- Chronobiologie: Jede Zeitumstellung bringt die innere Uhr durcheinander
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