Zeppelin-Luftschiffe vor dem 1. Weltkrieg - 1912 bis 1914

LZ 11 Viktoria Luise - Unbekannt
LZ 11 Viktoria Luise - Unbekannt
Die Geschäfte der DELAG waren durch den Unfall der „Schwaben" stark belastet. Die Gesellschaft behielt aber die Passagier-Luftschifffahrt fest im Visier.

Nachdem LZ 10 „Schwaben“ bis zum Juli 1912 alle seine Fahrten erfolgreich abgeschlossen hatte, wurden bereits die nächsten Luftschiffe in Auftrag gegeben. Nicht nur die hervorragenden Leistungen von LZ 10 waren ausschlaggebend für diese Aufträge, sondern auch die Überzeugung der Militärs, diese Technologie für das Heer nutzen zu können. LZ 11, LZ 12 und LZ 13 waren die Nachfolger der „Schwaben“.

Zeppelin-Luftschiff LZ 11 „Viktoria Luise“

Dieses Passagier-Luftschiff der DELAG erhielt die Baunummer LZ 11. Es war ein überaus erfolgreiches Luftfahrzeug, dessen Leistungen respektabel waren. Das Schiff wurde bereits im Februar 1912 fertig gestellt und führte seine Erstfahrt am 9. Februar 1912 durch. Es hatte eine Länge von 148 Metern und maß 14 Meter im Durchmesser. Als Antrieb kamen 3 Maybach-Motoren mit einer Gesamtleistung von 450 PS zum Einbau. Im gleichen Monat wurde das Schiff nach Frankfurt a.M. überführt, wo es auch für die nächste Zeit stationiert blieb. LZ 11 absolvierte insgesamt 489 Passagierfahrten, legte dabei ca. 54.300 Kilometer zurück und beförderte 9738 Personen.

LZ 11 war bis zum 31. Juli1914 im Dienste der DELAG. Nach Kriegsausbruch wurde es vornehmlich zur Ausbildung für das Militär genutzt. Letztendlich sollte sich die Gesamtanzahl seiner Fahrten auf 1400 erhöhen.

LZ 13 „Hansa“ – Schwesterschiff der „Viktoria Luise“

Das Verkehrsluftschiff LZ 13 „ Hansa“ war das Schwesterschiff des LZ 11. Die Auslieferung an die DELAG erfolgte am 30. Juli 1912. Es war das schnellste Schiff der DELAG, das zusammen mit der „Viktoria Luise“ von Hamburg aus weite Fahrten über See ausführte. 399 Fahrten wurden durchgeführt. Dabei legte das Luftschiff 44.437 Kilometer zurück und beförderte dabei 8231 Personen, von denen aber nicht alle zahlende Passagiere waren. Im Vergleich zu den ersten beiden Jahren der DELAG war das dritte Geschäftsjahr in technischer Hinsicht sehr erfolgreich. Alle Schiffe der DELAG fuhren bei allen Witterungsbedingungen und bewiesen ihre Zuverlässigkeit.

LZ 17 „Sachsen“ – Das letzte Passagier-Luftschiff der DELAG

Am 16. Januar 1913 folgte das Passagier-Luftschiff „Sachsen“ mit seiner Erstfahrt. Es führte die Baunummer LZ 17 und blieb bis 31. Juli 1914 im Passagiereinsatz. Es unterschied sich nicht wesentlich von seinem Vorgängermuster LZ 13 und es war das letzte Passagier-Luftschiff vor dem ersten Weltkrieg. Am 3. Mai 1913 wurde LZ 17 in Dienst gestellt. Mit einer Länge von 141 Metern und einem Durchmesser von 14,9 Metern konnte das Schiff rund 19.550 cbm Traggas fassen. Mit diesem Schiff hatte sich ein Standard-Typ herausgebildet, der den zukünftigen Erfordernissen in jeder Wetterlage zu jeder Zeit gewachsen war. LZ 17 war mit 3 Maybach-Motoren mit je 180 PS Leistung bestückt, die dem Schiff eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 20m/s ermöglichten. Einige Zeit später wurde das Schiff um 8 Meter verlängert.

Für Rundfahrten mit Passagieren war LZ 17 auf unterschiedlichen Luftschiffhäfen stationiert. Es führte bis zur Einstellung des Fahrbetriebes bei der DELAG 419 Fahrten durch. Dabei wurden 3465 Passagiere befördert. Insgesamt wurden 1596 Fahrten mit allen Luftschiffen der DELAG durchgeführt und dabei ungefähr 172.500 Kilometer zurückgelegt. Über Zehntausend zahlende Passagiere wurden sicher befördert.

Die Zeppelin-Heeresluftschiffe der Vorkriegszeit

In der Vorkriegszeit wurden nach den drei Versuchsschiffen LZ 1, LZ 2 und LZ 3 nicht nur Passagierluftschiffe gebaut. Mit zunehmender Betriebssicherheit der Technik und nicht zuletzt durch die erfolgreichen Fahrten der nachfolgenden Baumuster zeigte die Militärverwaltung immer größeres Interesse an den Luftschiffen. An das Heer wurden ab Oktober 1909 Luftschiffe geliefert. Das Erste war LZ 3 mit der Bezeichnung des Heeres Z I, gefolgt von LZ 5 (Z II) und LZ 9 (Z II Ersatz), das den Platz des verunglückten Z II in der Nähe von Weilburg einnahm. Im April 1912 folgte LZ 12 als Heeresluftschiff Z III. Es wurde bei der Luftschiffer-Abteilung in Metz stationiert. Im April 1913 wurde LZ 16 an das Heer geliefert und erhielt die Bezeichnung Z IV. Nachdem dieses in Frankreich eine Notlandung überstanden hatte, wurde er nach Königsberg überführt.

Schweres Unglück – Marineluftschiff L 1 versinkt im Meer

Das erste Marine-Luftschiff wurde Anfang Oktober 1912 übergeben. Es war die Baunummer 14 und erhielt das eigens für die Marine eingeführte Kennzeichen L mit der Nummer 1. Dieses Schiff sollte ausschließlich als Versuch- und Schulschiff genutzt werden. Die Erstfahrt dieses bis dahin größten Schiffes fand am 7. Oktober 1912 statt. Die Landung in Johannisthal erfolgte nach einer 31-stündigen Dauerfahrt (Rundfahrt) und einer Fahrtstrecke von ca. 1700 Kilometer ohne Vorkommnisse.

In der Zeit der Stationierung von L 1 in Johannisthal verliefen alle Fahrten störungsfrei. Das sollte sich aber nach der Verlegung nach Hamburg-Fuhlsbüttel ändern. Am Abend des 9. September 1913 verunglückte im Rahmen eines Manövers der Hochseeflotte L 1 schwer. In einem Sturm wurde das Schiff durch eine orkanartige Böe auf die Wasseroberfläche geschleudert. Der Aufprall war so heftig, dass es sofort zerbrach. Nur sechs von den 20 Besatzungsmitgliedern konnten lebend geborgen werden.

L2 ging bei Johannisthal verloren – 28 Personen starben

Der Nachfolger lag bereits schon in Friedrichshafen fertig gestellt in der Halle. Das neue Schiff L 2 (LZ 18) war größer als L I und bis dahin das größte Schiff, was jemals vor dem Weltkrieg gebaut wurde. Vier Maybach-Motoren mit insgesamt 720 PS Leistung wurden als Antriebe verwendet.

L 2 verunglückte ebenfalls schwer. Am 17. Oktober 1913 gegen 10.15 Uhr explodierte das Marineluftschiff in ca. 300 Metern Höhe nach dem Aufstieg einen halben Kilometer westlich vom Flugplatz Johannisthal. Am Bord befanden sich 28 Personen, die den Absturz nicht überlebten. Das geschah nur sechs Wochen nach seiner Erstfahrt.

Der Bau des nachfolgenden L 3-Luftkreuzers (Baunummer LZ 24) im Frühjahr 1914 entsprach ungefähr dem des L 1. Weitere Lieferungen an das Heer waren die Baunummern LZ 19 bis LZ 23 (Z I -2.Ersatz und Z V bis Z VIII). LZ 25 absolvierte seine Erstfahrt am 13. Juli 1914 und wurde danach an das Heer übergeben.

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Quellen:

  • G. Schmitt & W. Schwipps, 20 Kapitel frühe Luftfahrt, Transpress Verlag, Berlin 1990
  • Sammelwerk- Zeppelin- Weltfahrten, Band I , Bilderstelle Lohse, Dresden 1933
R.Lüdemann, G.Lüdemann

Rainer Lüdemann - Rainer Lüdemann, geb. 1951, Dipl.-Wirtsch.-Ing. Nach dem Abitur und dem Fachhochschulstudium hat Rainer Lüdemann nach dem ...

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