Zielsetzung der Staatlichen Europa-Schule Berlin

Interkulturelle Erziehung und bilinguale Schulausbildung

Kinder de Erde - ©hofschlaeger/pixelio
Kinder de Erde - ©hofschlaeger/pixelio
An der Staatlichen Europa-Schule Berlin sind Sprachen und Kulturen gleichwertig und werden als solches ausgebildet.

An der Staatlichen Europa-Schule Berlin sind die Sprachen und Kulturen gleichwertig, entsprechend der theoretischen Vorstellung interkultureller Erziehung. Kinder mit Migrationshintergrund erlernen mittels dieser interkulturellen Schulform ihre Herkunfts- beziehungsweise Familiensprache an einer staatlichen Institution, wodurch vermieden wird, dass sie nicht in privaten Schulen oder Vereinen Sprachkurse besuchen müssen, die vielfach ihre eigenen kulturellen / ethnischen Interessen durchsetzen wollen, zum Beispiel die Stärkung des Nationalbewusstseins und somit einer erfolgreichen Integration entgegenwirken. Weiterhin orientiert sich der nichtdeutsche Muttersprachunterricht an der Lebenswirklichkeit der hier lebenden Schülerinnen und Schüler und räumt monokulturellen, -nationalen oder -ethnischen Inhalten keinen Platz ein.

Muttersprachliche Lehrkräfte

Lehrkräfte, die ebenfalls einen Migrationshintergrund aufweisen und die gleiche Muttersprache besitzen, stellen für die Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund kulturelle und sprachliche Repräsentanten dar, mit denen sie sich identifizieren können. Daneben sind die muttersprachlichen Lehrkräfte wichtige Ansprechpartner für den interkulturellen Dialog, so denn nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für die Eltern. An monolingualen Regelschulen ist es für Eltern, die die deutsche Sprache nicht korrekt beherrschen, häufig schwierig, mit den Lehrern zu kommunizieren und sich über wichtige schulische Angelegenheiten auszutauschen. In Konfliktsituationen ziehen derartige sprachliche Barriere implizit Ängste und Formen von subjektiven Diskriminierungen für die betroffenen Eltern mit sich, wodurch die Distanz zwischen der Institution Schule und der Familie noch größer wird.

Identität und Kultur

Abgesehen von dem Erlernen der deutschen Sprache vermag der Erhalt, die Ausbildung und Pflege der Muttersprache von Kindern nichtdeutscher Herkunftssprache, deren kulturelle Identität zu wahren und wirkt sich förderlich auf das Identitäts- beziehungsweise Selbstbewusstsein aus. Zudem lernen die Schülerinnen und Schüler in und mit zwei gleichwertigen Sprachen und Kulturen zu leben, lernen kultur- wie auch landesspezifische Hintergründe kennen und erhalten Einblicke in und Kenntnisse über die Kultur(en) der Länder der Partnersprache ihrer Schule. Es geht primär um das Erfahren und Kennenlernen fremder Kulturen in einer weitgehend harmonischen Atmosphäre. Soziale Erfahrungen wie auch kulturelle Aktivitäten sind mit dem Spracherwerb in den Schulalltag eng miteinander verknüpft.

Interkulturelle Zielsetzung

Eine interkulturelle Zielsetzung der Staatlichen Europa-Schule ist die Erziehung zu Toleranz, Gewaltenfreiheit, Respekt vor anderen Menschen und anderen Kulturen wie auch der Einsatz gegen Gewalt, Ausländerfeindlichkeit, Ethnozentrismus, Vorurteilen und Erniedrigung. Verständigung, Zusammenarbeit und gemeinsames Leben gelingt nur dann, wenn die Kulturstandards bekannt sind und sich auf diese eingestellt wird. Die Schülerinnen und Schüler werden zu sozialem Handeln erzogen, um das Gemeinsame zu stärken und das Unterschiedliche zu achten.

Ein weiteres bedeutendes Prinzip der Schule ist die Annäherung an gemeinsame Normen und Wertvorstellungen zu erlangen wie auch die Herrstellung von Chancengleichheit. Von dem integrativen Aspekt betrachtet werden die Schülerinnen und Schüler durch die Staatliche Europa-Schule Berlin in die Gesellschaft integriert, ohne sich zu assimilieren.