Zimt als Heilmittel

Das Gewürz riecht nicht nur gut, es heilt auch

Zimt als Stangen und in Pulverform - Bürkle
Zimt als Stangen und in Pulverform - Bürkle
Zimt riecht nicht nur gut, sondern ist auch das perfekte Allround-Heilmittel. Bereits in der Antike wurden Zimtöle nicht nur benutzt, um guten Duft zu verbreiten.

Die Entdecker der Zimtrinde mögen bei ihrem unwiderstehlichen Duft wohl zu allem inspiriert gewesen sein, außer Zimt als Heilmittel zu verwenden. Immerhin schmeckt die meiste Medizin seit jeher eher schlecht. Daher wurde das gut riechende Pflänzchen vorerst zu anderem verwendet - als aromatisches Zimtöl beispielsweise.

Frühe Experimente mit Zimt

Im Jahre 2500 v. Chr., vermutlich 1.500 Jahre nachdem Zimt bereits zum ersten Mal den Weg der Menschheit kreuzte, nutzten die Chinesen Zimt hauptsächlich noch als Würzmittel. Die alten Ägypter hingegen verwendeten Zimt vorwiegend zum Einbalsamieren der Verstorbenen. Aber auch die Lebenden rieben sich bereits mit dem duftenden Gewürz ein. Vielleicht spürten die Ägypter bereits die erst seit dem späten Mittelalter geschätzten, entzündungshemmenden und bakteriziden Eigenschaften des Gewürzes und die Fähigkeit, zahlreiche Erreger abzutöten. Immerhin wird seit der Entdeckung des Zimts bis heute noch mit dem Gewürz experimentiert. Der Mensch probierte über die Jahrtausende alle erdenklichen Formen von Zimt aus: Zimtrinde wurde gerieben, gedämpft, entzündet, gekocht, gequetscht und ausgepresst, um seine gesamte Wirkungskraft zu erforschen.

Zimt-Tee gegen Verdauungsprobleme

Zimt ist sozusagen ein „Allrounder“ für eine gute Verdauung. Seine Reichhaltigkeit an ätherischen Ölen hilft gegen Blähungen, Völlegefühl, Darmträgheit und leichte krampfartige Magen-Darm-Störungen. Hippokrates, der berühmte Arzt des griechischen Altertums, erprobte bereits die Wirkung des Gewürzes. Er empfahl Zimt schon als beruhigendes Magentonikum und bei Verdauungsstörungen im Darm. Eine Weisheit, die heute noch Wirkung zeigt: 30g Zimt einer frischen Zimtstange mit etwas Nelkenpulver vermischen und täglich etwa ein Gramm in Wasser aufgelöst trinken. Übrigens: Bei bereits gemahlenem Zimt verflüchtigen sich die wirksamen ätherischen Öle viel schneller.

Zimt lindert Menstruationsschmerzen bei Frauen

Seit dem Mittelalter ist ebenfalls ein weiteres Anwendungsgebiet des Gewürzes bekannt: Mädchen und Frauen können mit Zimt dafür sorgen, dass die Menstruation weniger stark und schmerzhaft ist. Sie müssen lediglich eine Woche vor und während der Regelblutung reichlich von dem heilkräftigen Gewürz zu sich nehmen. Heute wohl am angenehmsten als Zimtzucker auf Joghurt, Dickmilch oder Müsli, einem Bratapfel oder in Form einer guten Prise in heißen Getränken.

Die innerliche und äußerliche Anwendung von Zimt

Zimt wirkt zudem lindernd bei Husten, Heiserkeit und Halsschmerzen. Jene können am besten durch die Einnahme von Zimt-Tee oder Zimtöl gemildert werden. Auch auf entzündete Nebenhöhlen und Nasenschleimhäute hat das Gewürz eine abschwellende Wirkung.

Ganz nebenbei hilft es aber nicht nur gegen Viren, sondern einmal im Mund gründlich durchgekaut, soll Zimtpulver auch gegen Nervenleiden und Depressionen nützlich sein. In warmen Wickeln vermag das Gewürz dann gar Gelenkentzündungen, Sportverletzungen und rheumatische Beschwerden zu lindern.

Zimt senkt Blutzucker – Das Neuste vom duftenden Gewürz

All diese wohltuenden Eigenschaften werden von einer erst jüngst gemachten medizinischen Entdeckung fast noch übertroffen. Zimt vermag den erhöhten Blutzuckerspiegel bei Typ-2-Diabetikern zu senken. Studienergebnisse am Beltsville Human Nutrition Research Center zeigten, dass bei regelmäßiger Zimteinnahme die Blutzuckerkonzentration um 18 bis 29 Prozent abnahm. Verantwortlich hierfür ist der sekundäre Pflanzenstoff MHCP (Methyl-Hydroxy-Chalcone-Polymer), der Insulin ähnliche Eigenschaften aufzuweisen scheint. Auch der LDL-Cholesterinspiegel, also das "schlechte" Cholesterin, ließ sich mit Zimt um 7 bis 27 Prozent senken, der Triglyceridspiegel (Fettspiegel) gar um 23 - 30 Prozent. Bei den Testpersonen stiegen die Werte nach Absetzen der Zimteinnahme wieder an. Die positiven Wirkungen waren übrigens bereits bei einem Gramm Zimt täglich (dies entspricht etwa einem Teelöffel) nachzuweisen. Trotzdem sollte die Zimtbehandlung gegen Diabetes unbedingt von einem erfahrenen Arzt überwacht werden und durch regelmäßige Überprüfung der Blutzuckerwerte kontrolliert werden.

Wer bisher eher als "Zimtverächter" galt, sollte sich vielleicht doch über die zeitweise eine oder andere Einnahme des heilenden Gewürzes Gedanken machen - notfalls tun es auch Zimtextrakt-Kapseln.

Vorsicht gilt jedoch in der Schwangerschaft: Zimt kann wehenfördernd wirken!

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Melanie Bürkle, Melanie Bürkle

Melanie Bürkle - Hallo! Seit November 2008 gehöre auch ich als Freie Autorin zu den Suite101-Autoren. Nach meinem Abitur 1999 absolvierte ich ...

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