Dass Mensch und Tier nicht so unterschiedlich sind, wie viele Leute glauben, wurde von einigen bereits früh intuitiv verstanden. Heute liefert die Wissenschaft zusätzlich viele Beweise dafür, dass Tiere fühlen und auf ihre Art zum Teil auch denken. Die Einsicht verbreitet sich unter uns "klugen Tieren" (Friedrich Nietzsche), doch Konsequenzen werden kaum gezogen, siehe Massentierhaltung, Qualtransporte, Tierversuche, Wildtiere im Zirkus und in Fernsehshows. Artenschutz und Tierschutz im Grundgesetz mögen Ansätze sein, reichen aber bei Weitem nicht aus, die Beziehung zu humanisieren.

Bereits in der Antike: Die Pythagoräer waren Vegetarier

"Solange der Mensch weiterhin unbarmherzig niedrigere Lebewesen zerstört, wird er weder Gesundheit noch Frieden erfahren. Solange die Menschen die Tiere massakrieren, werden sie sich auch gegenseitig umbringen. Derjenige, der Tod und Schmerz säht, kann nicht Freude und Liebe ernten." - Pythagoras (570-496), griechischer Philosoph

Humanisten und Aufklärer: Vordenker der Tierethik

"Der Tag wird kommen, wenn das Töten eines Tieres genauso als Verbrechen betrachtet werden wird wie das Töten eines Menschen." - Leonardo da Vinci (1452-1519), italienischer Maler, Dichter, Universalgenie

"Keine Wahrheit scheint mir offenkundiger, als dass Tiere, genauso wie der Mensch, mit Denken und Vernunft ausgestattet sind. Die Gründe sind in diesem Falle so offensichtlich, dass sie nicht einmal dem Dümmsten und Unwissendsten entgehen." - David Hume (1711-1776), englischer Philosoph

"Der Mensch sollte den Tieren gegenüber Güte zeigen, denn wer grausam zu ihnen ist, wird den Menschen gegenüber ebenso unempfindlich sein." - Immanuel Kant (1724-1804), Philosoph

Im 19. Jahrhundert beginnt der Kampf gegen die Vivisektion

"Die Welt ist kein Machwerk und die Thiere kein Fabrikat zu unserem Gebrauch. (...) Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit ist man dem Thiere schuldig." - Arthur Schopenhauer (1788-1860), Philosoph

"Ich bin für Tierrechte ebenso wie für Menschenrechte. Das ist es, was einen vollkommenen Menschen ausmacht." - Abraham Lincoln (1809-65), US-Präsident

"Ich weiß nicht, wie der liebe Gott einmal bei der großen Abrechnung mein Lebenswerk bewerten wird, ich habe in den letzten Wochen über 50 Partiturseiten Parsifal geschrieben und drei jungen Hunden das Leben gerettet – warten wir ab, was gewichtiger auf die Waagschale drücken wird." - Richard Wagner (1813-1883), Komponist

"Liebet die Tiere! Gott hat ihnen die Uranfänge des Denkens und eine ungetrübte Freude gegeben. Die stört ihnen nicht, quält sie nicht und nehmt ihnen nicht die Freude." - Fjodor M. Dostojewski (1821-1881), russischer Schriftsteller

"Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben." - Graf Leo N. Tolstoi (1828-1910), russischer Schriftsteller

20. Jahrhundert: Die Würde des Tiers respektieren!

"Ein wahres Gefühl für die Leiden der Tiere ist immer ein Zeichen hoher Zivilisation." - Selma Lagerlöf (1858-1940), schwedische Schriftstellerin

"Der Schmerz des Tieres ist mit dem des Kindes zu vergleichen. Die Vivisektion ist zu verurteilen wie eine Mordtat oder eine Tortur an einem Unschuldigen." - Rudolf Steiner (1861-1925), Begründer der Anthroposophie

"Weh dem Menschen, wenn nur ein einziges Tier im Weltgericht sitzt." - (Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Dichter

"Wer die Würde der Tiere nicht respektiert, kann sie ihnen nicht nehmen, aber er verliert seine eigene." - Albert Schweitzer (1875-1965), Arzt

"Wer einen Hund oder Affen, ja jedes höhere Säugetier wirklich genau kennt und trotzdem nicht davon überzeugt wird, dass dieses Ähnliches erlebt wie er selbst, ist seelisch abnorm." - Konrad Lorenz (1903-1989), Verhaltensforscher

"Die Schranken zwischen Tier und Mensch fallen sehr leicht. Wir sind von einer einzigen großen Familie. Sie leiden wie ich, wenn ihnen Schmerz zugefügt wird, und wie ich brauchen sie Nahrung, Wärme und ein bisschen Zärtlichkeit." - Marlen Haushofer (1920-1970), österreichische Schriftstellerin

"Ich esse nichts, was Augen hat." - Paul McCartney (*1942), Sänger und Songschreiber