Zitronen- Granita zum Frühstück

In Sizilien werden Zitronen nicht nur für die Getränke genutzt

Zitronenbäume können gleichzeitig Blüten und Früchte tragen. Zitronen braucht man für das Sorbet und sie gelten als vielseitiges Naturheilmittel.

Mit dem Land, wo die Zitronen blühn, meinte der Dichter Johann Wolfgang von vor allem Sizilien. Die Insel ist nahezu das ganze Jahr über erfüllt vom zarten Duft der Zitrusfrüchte. Vor allem hängen da, wo die Zitronen blühen, jeweils auch schon richtig reife Früchte am Baum. Ein Zitronenbaum ist in dieser Hinsicht für mancherlei Überraschungen gut. Die erste Blüte ist für März vorgesehen und die saftigen und aromatischen Früchte in leuchtendem Gelb, die einige Monate später geerntet werden, heißen deshalb auch "primo fiore"- erste Blüte.

Eine Zitronen- Granita zum Frühstück

Sie finden auf variantenreiche Art Eingang in die sizilianische Küche. Das fängt schon beim Frühstück an, denn zumindest in den heißen Monaten zwischen Mai und Oktober gibt es zum traditionellen Brioche eine Zitronen- Granita. Dazu werden sowohl die abgeriebene Schale, als auch der ausgepresste Saft verwendet.

Man löst für die Menge von sechs Zitronen 300 Gramm Zucker in 400 ml Wasser auf, mischt alles mit dem Saft und den fein abgeriebenen Schalen und gibt das Ganze für rund vier Stunden ins Gefrierfach. Jede Stunde wird einmal gerührt und der Gefriergrad kontrolliert. So entsteht die erfrischende Granita, die anders als die Zwillingsschwester Sorbet - durchaus grobkörnig sein kann und kleine Eisstückchen enthält.

Das Sorbet ist eleganter und unverzichtbar

Für das feinere und elegantere Sorbet werden ebenfalls die leuchtend gelben Zitronen verwendet, doch es gesellt sich noch Eiweiß als Zutat dazu. Diese feine Leckerei, die als Getränk oder als Gericht angesehen erden kann, wird vor allem als Zwischenmahlzeit bei opulenten Menus serviert, „um den Geschmack zwischen Fisch und Fleisch zu trennen“, wie es in einem Kochbuch aus dem 18. Jahrhundert heißt. Das Sorbet hat auch eine „Wartefunktion“, die beim Essen unerlässlich ist, damit die verschiedenen Speisen gut verdaut werden können und zwischen den einzelnen Gängen Pausen auftreten.

Pasta und Fleisch mit Zitronen

In Sizilien schätzt man die Zitronen - die übrigens ebenso wie Mandeln, Feigen und Pistazien, von den Arabern eingeführt und kultiviert wurden, - aber auch als eine umfassende Naturapotheke. Zitronen helfen auch zur Desinfektion von kleinen Hautverletzungen, sie nutzen gegen Grippe, Erkältung und Halsentzündung. Zitronen regulieren den Stoffwechsel und sie wirken außerdem antirheumatisch, stärken das Immunsystem und geben Kraft. Kein Wunder, dass die Zitronen sogar bei der Pasta Verwendung finden, zum Beispiel bei den Teigtaschen mit Ricotta - Zitronenfüllung, die mit Minze gewürzt und mit frischem Pecorino bestreut werden, ein unvergleichlich leichtes, aber gleichwohl sehr geschmacksintensives Gericht ergeben.

Auch beim Fleisch dürfen die Zitronen nicht fehlen, ob Kaninchen oder Hühnerbrust, eine Zitronensauce passt immer dazu, sagen die Sizilianer und geben großzügig Saft und abgeriebene Schale dazu. Am Ende eines Essens kommt der Limoncello auf den Tisch, ein Zitronenlikör, oft von den Sizilianerinnen selbst angesetzt und zweifelsohne ein Göttertrunk. Schließlich soll sauer ja auch lustig machen, wenn auch erst nach drei Tagen.

Irmela Körner, irmela Körner

Irmela Körner - Als Historikerin mit dem Schwerpunkt 19. Jahrhundert zunächst im bunten und kleinteiligen Lokaljournalismus gelandet , dann mehrere ...

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