
- Land Of The Dead - imdb.som
Seit der erste Zombie 1932 durch die Landschaft stolperte, gehören Zombies zum Repertoire des Horrorfilms. Im Gegensatz zu den aristokratischen Vampiren sind sie das Lumpenproletariat. Eine vom Fresstrieb gesteuerte, dumpfe Kreatur, die bevorzugt in der wortwörtlich gesichtslosen Masse auftritt. Aber in neuester Zeit hat das Subgenre sozusagen frisches Blut geleckt und die Zombies haben eine Evolution durchlaufen. Der Zombie hat an Intelligenz und koordinierter Motorik zugelegt, ja sogar in Maßen Liebenswürdigkeit entwickelt. Vielleicht gibt es in Zukunft sogar irgendwann sexy-romantische Zombies und intelligent-charismatische Zombieführer?
Die ersten Zombiefilme und ihre historischen Wurzeln im Voodoo-Kult
Ursprünglich ist der Zombie eine Figur aus dem haitianischen Voodookult. Von einem Magier verhext, fällt der Mensch in einen Scheintod und wird dann als seelenloser Zombie wiedererweckt und als billige Arbeitskraft missbraucht. Die allerersten Zombiefilme wie „White Zombie“ (1932) von Victor Halperin und „I Walked With A Zombie“ (1943) von Jacques Tourneur hielten sich noch relativ nahe an die Realität. Dann verschwand der Zombie mit belanglosen Filmen in der Zweitklassigkeit um Aufsehen erregend und völlig verändert 1968 wieder in der ersten Reihe aufzutauchen. In der Neuzeit versuchte sich Wes Craven mit „The Serpent And The Rainbow“ (1988) noch mal an einem Horrorfilm mit realistischen Wurzeln.
George A. Romero: der Vater der modernen Zombies
George A. Romero löste mit seinem „Night Of The Living Dead“ (1968) eine Welle von Zombiefilmen aus. Der Schwarz-Weiß-Film avancierte zum Klassiker und wurde in die Filmsammlung des Museums of Modern Art aufgenommen. Das beklemmende Kammerspiel wurde als gesellschaftskritische Endzeitvision interpretiert. Romero verband erstmals Zombies mit Kannibalismus und schuf damit die Grundlage für die italienischen und spanischen Zombie-Splatter-Filme der 70er. Romeros nächster Zombiefilm „Dawn Of The Dead“ (1978) zeigte in Leiber beißende Zombies und Gehirnschüsse in Farbe. Romero bleibt auch weiter dem Zombiefilm treu, aus der Undead-Trilogie sind inzwischen schon eine ganze Reihe geworden, ist Ende ist nicht abzusehen.
Die Eigenschaften der Zombies: untot, dumm und verfressen
Zombies zeichnen sich dadurch aus, dass sie untot sind, nur durch Zerstören des Gehirns kann man sie endgültig töten. Sie werden nur von einem Trieb gesteuert: Fleisch zu essen von Lebenden. Damit infizieren sie ihre Opfer, die sterben und ebenfalls als Zombies auferstehen.
Sie haben fast keine Erinnerung mehr an ihr Vorleben, keine Mimik, und ihre Bewegungen sind unkoordiniert und langsam, nur beim Zubeißen kommen sie in Fahrt. Sie sind nicht zu Überlegung fähig und treten in Massen auf. Sie empfinden keine Schmerzen und weder Verletzungen noch fehlende Körperteile können sie stoppen. Es gibt diverse Gründe für ihren Zustand: zum Beispiel außerirdische Einflüsse in „Resident Evil“ (2002), Viren in „28 Days later“ (2002), Verstrahlung in „Night Of The Living Dead“ (1968) oder böser Zauber in „Evil Dead“ (1981).
Die Komik des Schreckens: Zombie-Komödien
Der Subtext der Zombiefiguren - Sinnbild der Konsumgesellschaft, eine triebgesteuerte und hirnlose Masse - lässt sich nicht nur in dramatischen Geschichten umsetzen. Dass man über Zombies auch intelligente Komödien drehen kann, machte Peter Jackson mit dem Kultfilm „Braindead“ (1992) vor, auch „Shaun Of The Dead“ (2004) war ein Kassenhit. In „Fido“ (2006) werden Zombies als harmlose Arbeitskräfte und Haustierersatz gehalten, was sich als sträfliche Unterschätzung herausstellt, und im neuseeländischen „Black Sheep“ (2006) wüten Zombieschafe.
Die neuen Zombiefilme: unangenehme Begegnungen mit Zombies der neuen Art
Bisher durften Zombies mitleidlos abgeknallt werden, sozusagen Egoshooter-Spiele auf Filmleinwand (die „Resident Evil“-Reihe entstand aus einem Computerspiel). Und mit einem einzelnen Zombie wurde man auch leicht fertig. So schwerfällig, wie die agierten, konnte man ein paar Haken schlagen und sie abhängen oder überrumpeln. Aber in den neuen Filmen zeigen Zombies neue Facetten. Im spanischen „[rec]“ (2007) bewegen sich die Zombies blitzschnell, ebenfalls in Danny Boyles „28 Days later“ (2002). Dort sind die Zombies auch schon so raffiniert, ihren Opfern aufzulauern. In Romeros „Land Of The Dead“ (2005) entwickeln die Untoten sogar organisatorische Fähigkeiten und versuchen eine Art Alltag zu führen wie in ihrem früheren Leben. Zombies sind/waren schließlich auch nur Menschen!
