
- Collage B-Movie Poster: Zombie, Ufo, Scream Queen - M.Schubert
Statt Klavierspielern und Musikern gibt es nun Filme mit Tonspur. Diese technische Neuerung revolutionierte Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts das Kino. Während zuvor in Filmpalästen und kleinen Eckkinos vor dem Hauptfilm Kurzfilme und Kleinkünstler präsentiert wurden, machte der Tonfilm Live-Auftritte unnötig. Das sparte Kosten.
Das B-Movie – Weg aus der Kino-Krise
Doch nicht nur Kinobesitzer mussten sparen. Die Weltwirtschaftskrise von 1929 zwang auch Filmfreude zum Verzicht. Um dennoch Publikum in die Vorführungen zu locken, begannen Kinobesitzer, zwei Filme zum Preis von einem zu zeigen. Das Double Feature war geboren! Vor dem eigentlichen Hauptfilm wurde ein weiterer Film vorgeführt. Anfänglich wurden diese Filme von kleinen Filmstudios produziert. Doch schon bald sprangen die großen Studios auf den Zug auf und produzierten selber billige Filme. Filmsets wurden mehrmals verwendet, unbekannte Schauspieler angestellt und die Handlung so knapp wie möglich gehalten. Diese Filme verkauften die Studios nun zusammen mit ihren Blockbustern. Wollte ein Kino den neuen Hauptfilm zeigen, musste es ungesehen den billig produzierten dazu mieten. Entsprechend der Produktionsunterschiede und Kosten setzte sich für diese Filme schnell die Bezeichnung B-Movie durch.
Stars und Sternchen im B-Movie – Wild West und Horror
Die meisten der B-Movies in den 30er und 40er Jahren spielten im Wilden Westen. Spätere Stars wie John Wayne erlangten ihre Popularität in diesen schnell gedrehten Filmen. Aber neben Cowboys fanden auch Themen aus dem Horror-Genre Einzug in die Billigproduktionen. Besonders das große Studio RKO Radio Pictures erlangte Bekanntheit unter Horrorfreunden. Filme aus diesem Studio umfassen Klassiker wie „Der Leichendieb" (1945) mit Boris Karloff und Bela Lugosi oder den von Val Luwton produzierten Erfolgsfilm „Katzenmenschen" (1942).
Kino im Schatten der Bombe – Science-Fiction und Monster
Die Erfolgsgeschichte des Double Feature kam Ende der 40er Jahre zu einem jähen Ende. Der Oberste US-Gerichtshof untersagte den großen Filmstudios eigene Kinos zu verpachten und den Mietern Filme im Doppelpack aufzuzwingen. Mit diesem Verbot verschwand der B-Movie in den 50er Jahren aus den großen Filmsälen. Statt dessen hielt er Einzug in einer neuen Form des Kinos, dem Autokino. Hier fanden Cineasten ein neues, ungewöhnliches Filmerlebnis, während zugleich das Fernsehen anfing, dem Kino Konkurrenz zu machen.
Auch in kleinen Kinos mit Dauerprogramm wurden nach wie vor billigere unbekannte Produktionen gezeigt. Doch nicht nur die Kinos, auch die Inhalte änderten sich. Im Zeichen des Kalten Krieg und der nuklearen Aufrüstung fanden nun vermehrt Science-Fiction- und Monster-Filme den Weg auf die Leinwand. Beispielhaft ist einer der ersten Filme des Kult-Regisseurs Roger Corman. In „Die Letzten Sieben" (1955) erzählt er den Überlebenskampf der letzten Menschen nach der atomaren Apokalypse in einer Welt voll Kannibalen und Mutanten.
B-Movies im Wandel – Exploitationfilme damals und heute
Waren die Produktionen auch billig und die Kritiken teilweise verheerend, es gab ein Publikum für fast jeden Film. Als in den 60er Jahren dann in den USA die Zensurvorschriften gelockert und zudem mehr ausländische Filmproduktionen importiert wurden, brach eine neue Ära des B-Movie an. Teilweise Avantgardistisches ausprobierend und schreiend um jeden Zuschauer werbend, so trat die neue Generation der Billig-Filme auf. Entsprechend bunt ist die Vielfalt an B-Movies, die unter der Bezeichnung „Exploitationfilm" jeden Trend ausbeuteten. Von Zombies in George A. Romeros „Nacht der lebenden Toten" (1968) über vollbusige gewaltbereite Damen in Russ Meyers „Faster, Pussycat! Kill! Kill!" (1965) hin zu brutalen Straßenrennen in „Frankensteins Todesrennen" (1975) bleibt kein Thema ausgespart.
Während die 60er und 70er Jahre das Goldene Zeitalter dieser Exploitationfilme wurden, sind sie auch aus der heutigen Kinolandschaft nicht wegzudenken. Zuletzt setzte ihnen 2007 Quentin Tarantino mit „Death Proof" ein Denkmal. Der Film wurde stilecht im Double Feature mit Robert Rodriguezs „Planet Terror" in die Kinos gebracht.
