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Zu Besuch bei den Gorillas in den ruandischen Virunga-Bergen

Gorilla-Kind Peppy, Ruanda - © Gabriele Eckhardt
Gorilla-Kind Peppy, Ruanda - © Gabriele Eckhardt
Gorilla-Trekking ist der Höhepunkt jeder Ruanda-Reise. Der Ausflug zu den sanften Riesen im Volcanoes National Park ist ein außergewöhnliches Naturerlebnis.

Die letzten frei lebenden Berggorillas der Erde finden sich in den Virunga-Bergen im Drei-Länder-Eck Ruanda – Uganda – Demokratische Republik Kongo. Die Bergkette besteht aus sechs Vulkanen und umfasst 125 Quadratkilometer üppigen Regenwald.

Der Volcanoes National Park

Mitten in den Virunga-Bergen im Nordwesten Ruandas liegt das Naturschutzgebiet Volcanoes National Park. Es ist Lebensraum zahlreicher Gorilla-Familien. Der Volcanoes National Park ist ein Regenwald mit einem reichhaltigem Ökosystem. Das Land am Fuße der Berge wird von der Bevölkerung als Ackerland genutzt. An dieses Land grenzt eine kleine Mauer. Sie markiert den Eingang in den Nationalpark. In den Park darf nur, wer den Eintritt bezahlt und einer geführten Gruppe zugeteilt ist. Im Volcanoes National Park leben nicht nur die berühmten Berggorillas. Auch weitere Affenarten (Golden Monkeys), Büffel, Elefanten und viele Vogel-Gattungen sind hier beheimatet.

Ein Besuch bei der Sabinyo-Gorillafamilie

Die Sabinyo-Gruppe lebt in den unteren Hängen des gleichnamigen Berges Sabinyo und ist deshalb leichter zu erreichen als andere Familien. Chef der Gruppe ist der Silberrücken „Guhonda“. Er beschützt insgesamt zwölf Mitglieder und bestimmt, wann die Gruppe weiter zieht und wohin sie wandert. Der Aufstieg zur Gruppe dauert etwa zwei Stunden. Er führt über Stock und Stein, mitten durch den dichten Dschungel, den die Ranger mit der Machete frei hauen. Auf der Strecke werden mehrere hundert Meter Höhenunterschied überwunden. Mit dem Eintreffen bei der Gorilla-Gruppe ist jedoch alle Mühe schnell vergessen. Diese beeindruckende Begegnung bleibt dem Besucher für immer in Erinnerung: Plötzlich liegt ein 200 Kilo schwerer Silberrücken im Gestrüpp und blinzelt schläfrig in die Runde. Wenige Meter unterhalb des gigantischen Tieres sitzt eine Mutter mit einem Jungtier, das spielend hin und her hüpft. Es ist faszinierend, diese Tiere zu beobachten. Ihre Bewegungen ähneln so sehr menschlichen Zügen: Das Gorilla-Kind „Peppy“ liegt auf dem Rücken und hat die Arme hinter dem Kopf verschränkt, ein anderes Tier kratzt sich mit seinen enormen Pranken sanft im Gesicht. Andere Gorillas, inmitten immergrüner Baumkronen sitzend, zupfen Blätter von den Ästen und kauen sie genüsslich.

Der Besuch der Tiere ist auf eine Stunde begrenzt. Weitere Waldhüter befinden sich ständig in der Nähe der Gorilla-Gruppen und informieren die Ranger, die die Besuchergruppen führen, über den Aufenthaltsort der Menschenaffen. So stellen sie sicher, dass Besucher die majestätischen Tiere tatsächlich zu Gesicht bekommen.

Wie organisiert man das Gorilla-Trekking in Ruanda?

Tickets für einen Besuch bei den Gorillas gibt es in der ruandischen Hauptstadt Kigali im Büro der Touristenbehörde RDB Rwanda Development Board. Das Büro befindet sich auf der Straße oberhalb des Hotels Mille Collines (Boulevard de l'Umuganda, Gishushu, Nyarutarama Road, P.O. Box 6239 Kigali, Rwanda, Tel.: +250 252 580 388, info@rdb.rw). Ein Ticket kostet 500,- U.S.-Dollar für Touristen, 250,- U.S.-Dollar für Ausländer, die ihren Wohnsitz in Ruanda haben und 50.000,- Francs Rwandais (etwa 60,- Euro) für Ruander. Für diesen stolzen Preis erhält man jedoch einen unvergesslichen Gegenwert. Bei Pauschalreisen, die über Reiseveranstalter gebucht werden, ist der Eintritt meist bereits enthalten. Reisebüros haben spezielle Kontingente.

Wer mit dem eigenen Auto anreist, dem ist zu empfehlen, in einem Hotel in Musanze-Ruhengeri zu übernachten (92 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kigali). Ausgangspunkt für das Trekking ist der RDB-Treff in Kinigi, 20 Autominuten vom Stadtzentrum entfernt. Um 07.00 Uhr morgens geht es los. Die Tickets werden eingesammelt und die Gruppen eingeteilt. Dann folgt ein kurzes Briefing, bevor es im Auto zum Fuß des Berges geht.

Beim Besuch der sanften Riesen ist eine Gorilla-Etikette zu beachten

Die Besuchergruppen dürfen aus höchstens acht Personen bestehen. Gorillas sind anfällig für menschliche Krankheiten. Wer krank ist, darf sie nicht besuchen. Essen und Trinken ist im Wald nicht erlaubt. Müll entsorgen ebenso wenig. Die Gruppenmitglieder soll eng zusammen bleiben. Aus Sicherheitsgründen muss ein Abstand von mehreren Metern eingehalten werden. Niemals sollte man versuchen, die Tiere anzufassen. Gorillas sind zwar sanftmütige und gewaltfreie Wesen, aber sie bleiben wilde Tiere. Sollte sich ein Gorilla durch einen Besucher bedroht fühlen und angreifen wollen, sollte dieser niemals weglaufen, sondern in die Hocke gehen und sein Gesicht abwenden.

Gorilla-Trekking hilft der Natur und dem Menschen

Der Besuch ist mit 500,- U.S.-Dollar relativ teuer. Das Geld ist jedoch gut angelegt: Man nimmt eine unvergessliche Erinnerung aus Ruanda mit und hilft auch den Gorillas und den Menschen im Land. Gorilla-Trekking ist sanfter Tourismus. Er hat dazu beigetragen, dass sich die frei lebenden Gorilla-Bestände wieder vermehren. Weltweit gibt es noch 780 Tiere; fast 500 davon leben in Ruanda. Die Besucher sind eine wichtige Einnahmequelle des ruandischen Staates und schaffen viele Arbeitsplätze im Land der tausend Hügel. Die Gorillas sind Nationalsymbol und Markenzeichen der ruandischen Republik.

In den Virunga-Bergen liegt auch die ehemalige Forschungsstation und das Grab der berühmten Primatenforscherin Dian Fossey. Weitere Touristenattraktionen in Ruanda sind Safaris im Akagera Park, Mountainbiking und der Baumkronen-Wanderweg im Bergnebelwald.

Fremdsprachensekretärin und freie Texterin, Gabriele Eckhardt

Gabriele Eckhardt - Gabriele Eckhardt ist Fremdsprachensekretärin und freiberufliche Texterin.

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